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Verkehr neu denken – smarte Ampeln: Ist der Kreisverkehr bald obsolet? – Nachricht

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Kreisverkehre waren das Wundermittel gegen gefährliche Kreuzungen, doch jetzt verstopfen sie immer mehr. Neue Lösung: Ampel.

Autor: Christian Oechslin

Viele Regionen in der Schweiz kennen das Dilemma: Die Bevölkerung wächst, die Wirtschaft boomt – dafür aber der Verkehr. Die Staus morgens und abends sind programmiert. Auch Sursee in Luzern ist betroffen. Deshalb greift der Kanton nun zu einer Methode, die aufhorchen lässt: Die diversen Kreisel müssen zurückgebaut und durch smarte Ampeln ersetzt werden.

Die Kreisverkehre wurden abgebaut

Sursee ist ein Beispiel dafür, warum manche Kreisel ausgedient haben. In den letzten Jahren sei die Gemeinde überdurchschnittlich gewachsen, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Siedlungsentwicklung, sagt Kantonsingenieur Gregor Schwegler. „Die Entwicklung von Sursee konnte nicht genau vorhergesagt werden. Deshalb werden Kreisverkehre für eine Richtung ausgelegt, die heute nicht mehr ganz richtig ist.“

Insgesamt sieben Kreisverkehre sollen nun zurückgebaut und durch hochmoderne Ampeln ersetzt werden. Kostenpunkt: bis 60 Millionen Franken. Diese modernen Ampelsysteme werden von Algorithmen gesteuert.

Deshalb seien die Grünphasen nicht ständig programmiert, sondern das System errechnet flexibel, wie der Verkehr am effizientesten abgewickelt werden kann, sagt Schwegler. “Der Abend kann anders aussehen als der Morgen.” Je nach Verkehrsaufkommen ändert die Ampel die Phasen. Dies kann insbesondere bedeuten, dass zu bestimmten Zeiten Busse bevorzugt werden.

Luzern testet smarte Ampeln

Die Stadt Luzern hat kürzlich in einem Pilotprojekt gezeigt, dass intelligente Ampeln Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer verkürzen können. Eine solche Anlage wurde an der Tribschenstrasse installiert. In die Fahrbahnoberfläche eingebaute Sensoren messen, wie viele Autos gerade unterwegs sind, Kameras überwachen das Geschehen an der Kreuzung.

Das System registriert, wenn sich ein Bus nähert oder ein Fußgänger an einer Ampel auf den roten Knopf drückt. Der Algorithmus berechnet dann die beste Verkehrsrate. Der Pilotversuch verlief nach Angaben der Stadt erfolgreich. Die Wartezeit wird um ein Drittel verkürzt. Auch Experten bestätigen das Potenzial intelligenter Ampelsysteme. Sie warnen jedoch: Um den Verkehrsfluss in einem Stadtgebiet oder einer Gemeinde zu verbessern, braucht es mehr als ein solches System.

Auch die Bundesregierung ist sich der Problematik bewusst

Auch der Bundesstraßendienst Astra ist an ähnlichen Lösungen interessiert. Wenn der Verkehr an Kreisverkehren stecken bleibt, kehrt er manchmal auf nahe gelegene Autobahnen zurück. Ein Problem, das es nicht nur im Kanton Luzern gibt, sagt Astra-Direktor Jürg Rötlisberger. «Wir kennen dieses Problem bei fast allen Autobahnen im Mitteland abends, in grösseren Agglomerationen auch morgens.» Betroffen sind Ein- und Ausfahrten.

Legende: Diese Ampelanlage an der Triebschenstrasse in Luzern wird von einem Algorithmus gesteuert. Experten warnen jedoch davor, dass mehr als eine Kreuzung saniert werden muss, um einen guten Verkehr zu gewährleisten. SRF

Astra seinerseits untersucht auch Möglichkeiten zur Reduzierung von Staus. Diverse Autobahnausfahrten werden temporär zum Pannenstreifen ausgebaut, zu Stoßzeiten gilt bald abschnittsweise Tempo 80. Die heute stillgelegten Kreisel besetzen alle staatlichen Ebenen: Gemeinde, Kanton und Bund.