Inhalt
Mit steigender Wassertemperatur steigt auch die Zahl der lästigen Viecher. Was Sie tun können, damit aus Badevergnügen kein Badefrust wird.
Autor: Claudia Blungetti und Primus Etlin
Hier ist das Problem: Wenn die Lufttemperatur steigt, steigt auch das Wasser in den Seen. Mit Folgen: Es gibt mehr Entenflöhe und Menschen, die eine unangenehme Begegnung mit diesen Parasiten haben. Das merkt auch Peter Schmidt, Oberarzt der Dermatologie am Universitätsspital Zürich, an. „Es ist tatsächlich so, dass durch das warme Wetter mehr Patienten zu uns kommen, die geduscht haben und Hautausschläge haben. Schmidt weist aber auch darauf hin, dass die steigenden Zahlen damit zu erklären sein könnten, dass mehr Menschen bei der aktuellen Hitze Abkühlung im Wasser suchen. Aktuelle Badetemperaturen finden Sie hier.
Legende: Ab etwa 22 Grad nimmt die Zahl der Entenflöhe zu. Tatsächlich herrschen in den meisten größeren Seen derzeit Temperaturen über 23 Grad. SRF
Hier der Spoiler: Eigentlich ist der Begriff „Entenflöhe“ irreführend – es sind die Larven der Egel.
Wie entstehen Cercarien?
Box öffnen Box schließen
Egel leben als Parasiten im Darm von Wasservögeln. Auch Säugetiere wie Biber und Bisamratten können infiziert werden. Die Eier der Würmer gelangen über den Kot ins Wasser. Ausgeschlüpfte Larven infizieren zunächst Wasserschnecken (als Zwischenwirt), die wiederum bei hoher Wassertemperatur Larven (sogenannte Zerkarien) freisetzen. Die Zerkarien suchen sich dann einen anderen tierischen Wirt (Endwirt).
Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt des Bundesveterinärdienstes.
Tatsächlich infizieren Zerkarien nur Wasservögel wie Enten (daher der beliebte Entenfloh), Schwäne, Gänse und Möwen. Aber: Man könne sich auch “verirren”, wie ein sogenannter falscher Wirt, wenn er “überschwimmt”, sagt Schmidt. Zerkarien findet man vor allem im Flachwasser und in Strandnähe, da es dort meist wärmer ist als im restlichen See, und Zerkarien mögen Temperaturen über 20 Grad. Und es gibt dort auch mehr Wirtstiere.
Bildunterschrift: Mikroskopischer Übeltäter: Cercariae-Larve. Sie können die gegabelte Schwanzform sehen, die dem Parasiten seinen Namen gibt. Sie überleben etwa 24 Stunden. Wikimedia CDC Gesundheitsministerium von Minnesota
Im Körper passiert Folgendes: „Die Zerkarie dringt in die menschliche Haut ein, kann sie aber nicht durchdringen, weil sie zu dick ist“, erklärt Dermatologe Schmidt. Dort verursachen sie eine Hautreaktion – Dermatitis.
Das sind die Symptome: Die sogenannte Schwimmerdermatitis (oder Zerkariendemartitis) äußert sich in allergischen Hautausschlägen mit juckenden Pusteln oder gar Bläschen. Diese Symptome können kurz nach dem Baden, aber auch mehrere Tage später auftreten. Der Juckreiz hält mehrere Tage an, selten ein bis zwei Wochen. Allerdings reagieren nicht alle Menschen gleich stark, wie Schmidt erklärt: „Manche haben nur leichte Rötungen, andere haben massive Reaktionen und können den ganzen Körper bedecken.“
Legende: Pickel, Hautausschlag, Juckreiz: Das sind die Symptome eines Entenflohbefalls. Mauritius Bilder / David Gee / Alamy / Alamy Stock Fotos
Das sind die Gefahren: „Glücklicherweise ist ein Entenflohbefall nicht gefährlich“, sagt Dermatologe Schmidt. — Keine inneren Krankheiten. Und ansteckend ist es auch nicht. Die einzige Gefahr ist eine mögliche Infektion der Stellen, wenn Sie sie kratzen, bis sie bluten.
Das können Sie tun: Wenn Sie sich bereits Schwimmausschlag eingefangen haben, helfen juckreizstillende Salben und gegebenenfalls Medikamente gegen Allergien. Aber es ist besser, es nicht so weit kommen zu lassen. Deshalb raten Schmid und der Bundesveterinärdienst zur Vorsicht:
- Baden Sie nicht dort, wo Zerkarien vorhanden sein könnten. Also: in warmen, stehenden Gewässern, wo viele Wasservögel durchdrehen.
- Duschen Sie nach dem Baden sofort ausgiebig und trocknen Sie sich mit einem Handtuch ab, damit die Zerkarien abgespült und abgewischt werden, bevor sie sich auf der Haut festsetzen können.
- Wechseln Sie gegebenenfalls Ihre Badekleidung, um zu vermeiden, dass Larven auf Ihre Haut gelangen.
Gut zu wissen: In einen Bach oder Fluss kann man bedenkenlos springen – zumindest was die Gefahr von Entenflöhen betrifft. Das lästige Tier ist nicht in fließendem Wasser zu finden. Und: Wird das Wasser kalt, können die Zerkarien auch wieder verschwinden, denn unter 20 Grad fühlen sie sich nicht wohl.
Add Comment