Tot oder versteckt?
Viele Gerüchte um das Verschwinden des Chefs von Tengelman Haub
Milliardär Karl-Erivan Haub kehrte im April 2018 nie von einer Skitour zurück. Zuletzt wurde er auf einem Skilift im Wallis gesehen. Könnte die neueste Entdeckung der Leiche das Rätsel um sein Verschwinden lösen?
Karl-Erivan Haub (†58), Chef des deutschen Familienunternehmens Tengelmann, verschwand am 7. April 2018 in Zermatt VS. Der Vater von Zwillingen wollte dort für die Patrouille des Glaciers, das grösste Skitourenrennen der Welt, trainieren.
Eine Kamera am Skilift an der Bergstation Klein Matterhorn filmte den Milliardär zum letzten Mal. Von diesem Moment an fehlt jede Spur von ihm. Haubs Verschwinden bleibt ein Rätsel, die Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Allerdings: Am 14. Mai 2021, fast drei Jahre nach seinem Verschwinden, erklärte das Kölner Landgericht Haub endgültig für tot.
Um 9.09 Uhr verlieren sich seine Spuren
Es gibt immer noch viele Gerüchte über Haubs Verschwinden. Einige sind sich sicher, dass der Milliardär in den Schweizer Alpen wirklich tödlich verunglückt ist. Andere glauben jedoch, dass er untergetaucht ist – und wahrscheinlich noch am Leben ist.
Daher hat das Gehäuse eine besondere Sprengkraft. „RTL“ und „Stern“ haben sich den Fall 2021 genauer angeschaut. In der Dokumentation „Tengelmann – Das mysteriöse Verschwinden des Milliardärs“ versuchten die Reporter, die letzten Stunden des Deutschen zu rekonstruieren. Rekonstruktionen zeigen, dass Haub das Hotel Omnia in Zermatt um 7.30 Uhr verließ. Dann nahm er die erste Gondel den Berg hinauf.
Um 9.09 Uhr wurde er zuletzt auf einer Überwachungskamera an der Bergstation Klein Matterhorn gesehen. Danach verlieren sich seine Spuren.
Ist Russland beteiligt?
Laut “RTL” rief er am Abend vor seinem Verschwinden zuletzt insgesamt 108 Minuten lang eine russische Nummer an. Die Nummern lassen sich den Recherchen zufolge einer Russin zuordnen. Haub kennt die Frau seit 2002, doch welche Rolle sie in seinem Leben spielt, ist völlig unklar. War sie seine Geliebte? Ein Geschäftspartner? Oder gar ein FSB-Geheimdienstagent?
Nach eigenen Angaben wurden die Journalisten bei ihren Recherchen beschattet. Die E-Mails verschwanden und die Leute sahen sie sich während der Dreharbeiten an. Vielleicht waren sogar die russischen Geheimdienste im Spiel? Oder gab es einen großen Familienstreit?
Reporterin Liv von Boetticher hat nach ihren Recherchen eine klare Meinung zum Mysterium um Haub: «Ich glaube nicht, dass Karl-Erivan Haub in Zermatt verunglückt ist.» Doch was genau passiert ist, ist bis heute unklar. Ob die jetzt entdeckte Leiche endlich Licht ins Dunkel bringt, bleibt abzuwarten. (oco/zis)
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