Sollen auch Jugendliche zum vierten Mal gegen Corona geimpft werden?
JA, sagt Gesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD). „Wenn jemand den Sommer genießen und nicht riskieren möchte, krank zu werden, dann würde ich jüngeren Menschen nach Rücksprache mit dem Hausarzt natürlich eine Impfung empfehlen“, sagte der Minister im Spiegel – und widerspricht damit der Einschätzung des Ständigen Ausschusses zur Impfung (STIKO).
NEIN, sagt die Bundesregierung. Dies führte zu einer Regierungsantwort auf eine Anfrage von FDP-Vizevorsitzendem Wolfgang Kubicki (70). Der Liberale wollte wissen, ob die Bundesregierung ihrem Gesundheitsminister folge und auch die vierte Impfung für alle Bürger empfehle.
Die Folge: Die Regierung ruft Lauterbach zurück!
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Die Antwort (liegt BILD vor) lautet: „Für die Bundesregierung sind die wissenschaftlichen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut ausschlaggebend.“ Ob auch eine Impfung sinnvoll sei, „sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden “.
Im Gegensatz zu Lauterbach empfiehlt die STIKO eine vierte Corona-Impfung nur für Personen über 70 Jahre und Vorerkrankte. In der „Welt am Sonntag“ wies STIKO-Chef Thomas Mertens (72) die Initiative Lauterbachs klar zurück: „Ich finde es schlecht, medizinische Empfehlungen nach dem Motto ‚Viel hilft viel‘ auszusprechen.“ Mertens kennt dazu keine Daten Allgemeine Lauterbacher Impfempfehlung.
Übt deutliche Kritik an Lauterbach: FDP-Vizepräsident Wolfgang Kubicki
Foto: Bild Union / Flashpic
Pikant: Die Antwort der Regierung kommt aus dem Gesundheitsministerium, allen voran von Lauterbachs Staatssekretärin Sabine Dittmar (57).
FDP-Abgeordneter Kubicki zeigt sich zufrieden mit den Klarstellungen der Bundesregierung. „Es ist beruhigend, dass sich das Bundesgesundheitsministerium der Anfrage von Karl Lauterbach widersetzt und deutlich zeigt, dass die Empfehlung der STIKO weiterhin aktuell ist“, sagte Kubicki gegenüber BILD.
Gesundheitsministerium: Lauterbach empfiehlt nur Supplementierung
Kubicki kritisierte Lauterbach scharf. „Es ist sehr problematisch, wenn sich ein Minister nicht mehr an die ministerielle Verantwortung gebunden fühlt und freischwebende Äußerungen macht, die nichts mit Wissenschaft und Medizinethik zu tun haben.“
Lauterbachs Ministerium will die Antwort der Regierung nicht als Widerspruch verstanden wissen. Auf Nachfrage von BILD erklärte das Gesundheitsministerium, die Empfehlung des Ministers „ergänze“ die Empfehlungen der STIKO. Lauterbach wies “explizit” darauf hin, dass eine vierte Impfung “im Rahmen des besonderen Vertrauensverhältnisses” zwischen Patient und Arzt durchgeführt werden könne. Letztere kennen den Gesundheitszustand der Patienten und können sie „richtig beraten“.
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