Nach der Bekanntgabe der Wiederwahl von Van der Belen am Sonntag beriet sich die Volkspartei intern und beschloss, keinen eigenen Kandidaten zu nominieren. Gleichzeitig wurde entschieden, keine Empfehlungen abzugeben. „Die Leute sind reif und können ihre eigenen Entscheidungen treffen“, sagte Nehamer am Montag in einer schriftlichen Erklärung.
Auch die Zusammenarbeit mit dem jetzigen Bundespräsidenten sei in den vergangenen Jahren „sehr positiv“ gewesen, sagte der ÖVP-Obmann und schrieb: „Wir wünschen ihm für seine Kandidatur alles Gute.“
Hinter Van der Belen war Tirols ÖVP-Landeshauptmann Günther Plater stärker. „Er hat meine Unterstützung“, wurde Plater von der APA zitiert. Van der Belen sei “in seiner ruhigen und unaufgeregten Art der richtige Mann für das Präsidentenamt”. Seine „Tiroler Mentalität“ ist zu spüren.
SPÖ und NEOS haben bereits am Sonntag angekündigt, Van der Belen bei seiner Kandidatur zu unterstützen. NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos bestätigte am Montag in einer Aussendung, dass seine Partei den amtierenden Bundespräsidenten unterstützen werde und freue sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit. NEOS steht auch voll und ganz hinter Van der Belens Worten, dass mutige Positionen eingenommen werden müssen. Und Werner Kogler, der Bundessprecher der Grünen, aus dessen Reihen Van der Belen einst stammte, nannte seinen Vorkandidaten eine gute Nachricht und lobte ihn als “einen Stabilitätsanker für Österreich”.
Unterstützung für Van der Belen kommt nun vom Vorsitzenden und Landeshauptmann der Burgenländischen SPÖ, Hans Peter Doskozil. Anfang dieses Jahres pochte er auf einen eigenen roten Kandidaten für die Hofburg – als „Zeichen selbstbewusster Sozialdemokratie“. Auf Nachfrage der APA sagte sein Büro am Montag, Doskozil habe die Kandidatur des Amtsinhabers unterstützt, weil dieser in vergangenen Krisen Stabilität gezeigt habe.
Ganz anders sieht das die FPÖ, die Van der Belen als “Kandidat für das System” kritisiert hat und einen eigenen Kandidaten aufstellen wird. Der Vorsitzende der Tiroler Landespartei FPÖ, Marcus Abwerzger, kündigte an, dass die FPÖ bei einer Sitzung der Bundespartei Anfang Juni voraussichtlich intensiver über die blaue Kandidatur diskutieren werde. Die Entscheidung beziehungsweise Vorstellung des Kandidaten werde erst im Sommer stattfinden, sagte Abwerzger der APA.
Die FPÖ hat nach der Absetzung von Norbert Hofer noch einige gute Chancen. Angesprochen auf eine mögliche Kandidatur der stets hoch angesehenen Nationalrätin Suzanne Fürst sagte Tirols bester Sohn: „Auch sie wäre – wie manche andere – eine gute Kandidatin.“ Zuletzt nahm Fürst auf Einladung der Tiroler FPÖ am Gauder Fest im Zillertal, dem größten Frühlings- und Trachtenfest Österreichs, teil. Übrigens schlug Abwerzger auch vor, dass die ehemalige Amtszeit des BZÖ Gerald Gross als „unabhängiger Kandidat“ kandidieren wird.
Auch die Impfgegner MFG wolle im Sommer über einen möglichen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl entscheiden, sagte Bundesgeschäftsführer Gerhard Pötler in der Sendung. Seine Partei sei jedenfalls “unzufrieden” mit der Van-der-Belen-Administration, weil diese faktisch alle Covid-Gesetze abgesegnet habe.
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