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Waldbrand unter Kontrolle – Offene Fragen zur Evakuierung von Kröbel

Aktive Hitze, Hitze und aufziehende Winde – Waldbrände unter Kontrolle – offene Fragen zur Räumung von Kröbel

dpa/Julius Christian Schreiner

Audio: R. Engel, Forstbrandmeister Brandenburg Infos | 25.06.22 | Bild: dpa / Julius Christian Schreiner

Der Waldbrand bei Mülberg ist eingedämmt, aber die Glutgefahr besteht weiter. Außerdem sind rund 250 Notdienste vor Ort. Aufkommende Winde können Flammen entzünden. Unklar bleibt auch, ob das Gelände tatsächlich evakuiert wurde.

Ein großer Waldbrand an der sächsisch-brandenburgischen Grenze in Gohrishheide und bei Mülberg (Elbe-Elster) wurde am Samstag eingedämmt. „Dort gibt es kein offenes Feuer mehr“, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Lausitz am Samstagnachmittag. Auf sächsischer Seite ist das Feuer noch nicht vollständig gelöscht. „Wir haben immer noch einen Brand im Hauptbereich in Gohrischheide, der sich langsam ausbreitet“, sagte Einsatzleiter Matthias Heidel von der Feuerwehr Zeithain.

800 Hektar sind betroffen – 350 davon aus dem Land Brandenburg

Rettungsdienste könnten jedoch überhaupt nicht dorthin gelangen, sagte Heidel. Die Brandstelle liegt mitten im Naturschutzgebiet, sie ist zugewachsen und über Wege nicht zu erreichen. Der Brand wird von einer Drohne überwacht und muss während einer Brandpause von Feuerwehrleuten angenommen werden. Bei günstigen Windverhältnissen besteht die Möglichkeit, dass dieses Feuer einfach erlischt.

Insgesamt 800 Hektar seien von den Waldbränden betroffen, 350 davon auf brandenburgischer Seite, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Lausitz. In Brandenburg waren am Samstag noch 250 Feuerwehrleute im Einsatz, um Glut zu finden. Sie mussten von einem Hubschrauber der Bundespolizei mit Wärmebildkamera unterstützt werden. Etwa 75 Feuerwehrleute waren in Sachsen im Einsatz.

Es sei wichtig, das Zeitfenster bis zu den für Sonntag erwarteten höheren Temperaturen zu nutzen, um möglichst viele Gefahrenstellen zu beseitigen, sagte Norman Bart von der Landesfeuerwehrschule. Es gebe noch viele verrauchte Orte, was offene Flammen, Funkenflug und Waldbrände bedeuten könne, erklärte Bart. Gut möglich, dass es am Sonntag noch einmal kompliziert wird.

Einsatzkräfte hätten vor allem auf landwirtschaftlich genutzten Flächen einen 50 Meter langen Sicherheitsstreifen gepflügt, um eine Ausbreitung neuer Flammen zu verhindern, sagte Brandenburger Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel am Samstagmorgen gegenüber rbb24 Inforadio. Der Regen am Samstagabend habe etwas Erleichterung gebracht, so Engel weiter. Vielmehr brannte das Feuer einfach, besonders auf Ackerland, wenn es keine neuen Lebensmittel gab.

Stubgen: Die Gefahr ist noch nicht gebannt

Auch Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) warnte vor einem möglichen Wiederaufflammen der Flammen. Es gebe kein offenes Feuer mehr, sagte er nach einem Besuch in der Technischen Einsatzzentrale in Neuburksdorf (Elbe-Elster). „Aber die Hitze im Boden ist immer noch über 500 Grad und mehr, weil die Humusschicht hier noch glänzt und glänzt“, erklärte der Minister. “Und deshalb ist die Gefahr noch nicht gebannt.”

Auch Waldbrandschutzexperte Raimund Engel zeigte sich besorgt über die zu erwartenden hohen Temperaturen von über 30 Grad am Sonntag. „Dann können jederzeit wieder Brände ausbrechen“, sagte er. Am Samstag war die Situation mit Waldbränden wegen hoher Luftfeuchtigkeit in allen 14 Gebieten relativ gering. Bereits am Montag rechnet Engel mit der zweithöchsten Warnstufe im ganzen Land 4. Auch in Sachsen muss die Waldbrandgefahr wieder steigen.

Verständigungsprobleme und Evakuierung, was anscheinend nie passiert ist

Für das mittlerweile evakuierte Dorf Kosilensien bei Bad Liebenwerda besteht derzeit keine Gefahr. Ob der Raum Krobeln tatsächlich evakuiert wurde, ist unklar. Nach Angaben der Brandleitstelle Neuburksdorf wurde am frühen Freitagabend entschieden, dass auch Krobeln geräumt wird. Die Hinrichtung wurde wenig später bekannt gegeben. Nachdem sich die Gefahrenlage etwas beruhigt hatte, schrieb ein Sprecher der Bezirksregierung Elba-Elster, dass die Bewohner beider Stadtteile ab 21 Uhr wieder nach Hause dürfen.

Offenbar wurde Krobeln aber nie evakuiert, weil sie, wie mehrere Anwohner dem rbb unabhängig berichteten, aufgrund von Medienberichten bis zum Abend in gepackten Koffern saßen. Es gab keinen Aufruf, das eigene Haus zu verlassen.

Auch die Feuerwehr bestätigte Probleme bei der rbb-Kommunikation, insbesondere zwischen den Feuerleitstellen in Sachsen und Brandenburg. So wussten Feuerwehrleute in Brandenburg teilweise nicht, wie die Lage im sächsischen Teil des 800 Hektar großen Waldbrandes war, wie viele Feuerwehrleute vor Ort waren oder in welche Richtung sich die Flammen ausbreiten könnten.

Der Großbrand war am Donnerstag im sächsischen Gohrischheide ausgebrochen und am Freitag auf Mühlberg (Elbe-Elster) in Brandenburg übergesprungen. Warum das Feuer ausbrach, konnte Engel nicht sagen.

Der Große Waldbrand an der sächsisch-brandenburgischen Grenze

  • Bild: dpa / Robert Michael

    Insgesamt sind 800 Hektar betroffen, davon 350 auf brandenburgischer Seite.

  • Bild: dpa / Julius Christian Schreiner

    In Brandenburg waren am Samstag noch 250 Feuerwehrleute im Einsatz, um Glut zu finden.

  • Bild: dpa / Julius Christian Schreiner

    Etwa 75 Feuerwehrleute waren in Sachsen im Einsatz.

  • Bild: rbb / Sebastian Schiller

    Die Brandzone auf sächsischer Seite ist teilweise mit Munition verseucht.

  • Bild: Malallianz / Robert Michael

    Seitdem wurden die Dörfer Kosilensien und Krobeln bei Bad Liebenwerda evakuiert.

  • Bild: dpa / Robert Michael

    Etwa 680 Einwohner mussten am Freitagnachmittag ihre Häuser verlassen und konnten gegen 21 Uhr zurückkehren.

  • Bild: dpa / Daniel Schäfer

    Der Großbrand war am Donnerstag im sächsischen Gohrischheide ausgebrochen und am Freitag auf Mühlberg (Elbe-Elster) in Brandenburg übergesprungen.

  • Bild: dpa / Daniel Schäfer

    Warum das Feuer ausbrach, ist nicht bekannt.

  • Bild: dpa / Julius Christian Schreiner

    Die Polizei empfiehlt, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftung und Klimaanlage auszuschalten.

  • Bild: dpa / Daniel Schäfer

    | Zur Veröffentlichung Weitere Fotogalerien Ausstrahlung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 25.06.2022, 19:30 Uhr

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 25.06.22, 19:30 Uhr

Mit Material von Sebastian Schiller