Bis: 23.06.2022 00:01 Uhr
Das ist seit Ende der 1970er Jahre nicht mehr so: In Hamburg sind heute alle Hafenbeschäftigten zum 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Auch in Emden, Bremerhaven, Bremen, Brake und Wilhelmshaven soll es nach Angaben der Gewerkschaft ver.di zu Streiks kommen.
Alle Krane werden voraussichtlich stationär im Hamburger Hafen bleiben. Ob der Container heute tatsächlich zu den Terminals fährt, ist unklar. Das führt dazu, dass die Fahrpläne der Linienreedereien immer unübersichtlicher werden und fast kein Schiff mehr pünktlich ist. In der Hamburger Innenstadt dürfte es eng werden: Ab 9 Uhr wollen mehrere tausend Hafenarbeiter von der Haffensite durch den Jungfernstig zum Gewerkschaftshaus im Besenbinderhof ziehen.
Ver.di: Vorschlag der Arbeitgeber ist “völlig unzureichend”
Die vierte Tarifrunde wurde am Dienstag abgesagt. „Das Angebot der Arbeitgeber in der vierten Verhandlungsrunde ist völlig unzureichend. Es hat keine wesentliche Verbesserung gegenüber dem vorherigen Angebot gebracht, sondern sich als klassischer Fake herausgestellt“, sagte ver.di-Verhandlungsführerin Maya Schwigershausen-Gut.
AUDIO: Hafenstreikwarnung: Was heute geplant ist (1 Min.)
Verband der Seehafenbetriebe: Der Warnstreik ist unverhältnismäßig
Der Zentralverband Deutscher Seehafenunternehmen (ZDS) hat nach eigenen Angaben eine Gehaltserhöhung von bis zu 11 Prozent vorgeschlagen, ver.di drängt auf bis zu 14 Prozent für rund 12.000 Beschäftigte in den 58 Tarifgesellschaften. Kontrovers wird auch darüber diskutiert, wie lange der Tarifvertrag gelten soll. Ver.di will nur ein Jahr, Arbeitgeber setzen auf mindestens anderthalb Jahre. Der angekündigte 24-Stunden-Warnstreik sei unverhältnismäßig, sagte ZDS-Unterhändlerin Ulrike Riedel.
Dutzende Schiffe warten in der Nordsee
Bereits vor der dritten Verhandlungsrunde wurden die Hafenarbeiter erstmals seit Jahrzehnten mit einem mehrstündigen Warnstreik von der Schiffsabfertigung weitgehend lahmgelegt. Wegen des Warnstreiks am Donnerstag muss die Überlastung der Schiffe in der Nordsee noch einmal deutlich zunehmen. Rund 30 Schiffe warten dort bereits auf einen Liegeplatz.
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Dieses Thema im Programm:
DDR 90,3 | NDR 90.3 Aktuell 23. Juni 2022 | 06:00
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