Veröffentlicht 19. Juni 2022, 13:49 Uhr
Feuchte und überhitzte Räume führen die Menschen nach draußen. Konflikte in der Nachbarschaft führten immer wieder zu Polizeieinsätzen. Im Sommer nehmen diese Streitigkeiten zu, wie die „Sonntagszeitung“ schreibt.
1/4
Im Sommer muss die Polizei wegen Streitigkeiten in der Nachbarschaft mehr als sonst ausrücken (Symbolbild)
20 Minuten / Michael Scherer
Kürzlich sorgte ein Streit ums Grillen in der Schweiz für Aufsehen, das Video ging viral. (Symbolfoto)
20 Minuten / Matthias Spiecher
Die warmen Räume und das schöne Wetter draußen laden zum Grillen ein – die Lärmgefahr ist hoch. (Symbolfoto)
imago images / Shotshop
Einige der bittersten Konflikte finden zwischen Nachbarn statt. Wie die Statistik zeigt, gibt es immer wieder unerbittlichen Streit darüber, wer falsch geparkt hat oder welcher Strauch im Nachbargarten zu weit herausragt. Das Video des Angriffs mit Feuerlöscher und Spitzhacke in Goppenstein VS sorgte europaweit für Furore. Es geht um einen Mann, der ein Lamm am Spieß braten wollte und von seinem Nachbarn mit einer Spitzhacke und einem Feuerlöscher bedroht wurde.
Im Sommer, wenn die Hitze das Leben raubt, nehmen die Streitigkeiten zu. Rund 4000 Beschwerden wegen destruktiven Verhaltens von Nachbarn erreichen den Immobilienanbieter Wincasa jedes Jahr, berichtete die Sonntagszeitung. Und jedes Jahr wenden sich mehr als 1.000 Mieter mit Fragen zum Nachbarrecht an die Möbelversicherung Protekta.
Mediationskurse von ehemaligen Fußballschiedsrichtern
Ein Mobliar-Sprecher bestätigte gegenüber der Sonntagszeitung, dass diese Anfragen mit zunehmender Hitze zunahmen. Gemäss dem Schweizerischen Mieterverband sind es das Rauchen oder Kiffen auf dem Balkon, der Lärm von kreischenden Kindern und vor allem laute Musik, die in der Nachbarschaft für Unruhe sorgen. Insbesondere bei Lärmstreitigkeiten werden auch Hausmeister hinzugezogen, wenn diese versuchen, sich zu schlichten.
Mittlerweile gibt es sogar Konfliktmanagement- und Verhandlungskurse von ehemaligen Fußballschiedsrichtern. Laut Sonntagszeitung soll eine Studie von Comparis zeigen, wie oft Herr und Frau Nachbar streiten. Ihm zufolge ärgerte sich mehr als jeder Zweite über seine Nachbarn. Davon müssen 15 Prozent sogar vor Gericht, 16 Prozent müssen ihren Wohnort wechseln – um sich dann mit dem Nächsten streiten zu können.
(System)
Add Comment