Germany

Wenn deutsche Städte das Licht ausschalten

Deutschlandweit wird gespart – von der Beleuchtung bis zur Temperatur im Krematorium. Es geht nicht nur um Symbolik – es geht auch um viel Geld.

8,32 Meter hoch, Korpus aus schwerer Bronze. Die Victoria-Statue wacht über die Siegessäule inmitten des Tiergartens, einer weitläufigen Parkanlage im Herzen der deutschen Hauptstadt. Die Berliner gaben dem Helden den Namen Goldelse.

Jetzt steht sie nachts im Dunkeln. Sowie Bundeskanzler Otto von Bismarck, Generalfeldmarschall Helmut von Moltke und Komponist Richard Wagner. Auch der alte Fritz auf seinem Pferd leuchtet nicht mehr. Nacht für Nacht grübeln Touristen darüber nach, wie man das berühmte Reiterstandbild Friedrichs II. von Hohenzollern ohne Licht scharf fotografieren kann.

„Sichtbaren Beitrag leisten“

Die Stadt Berlin schaltete das Licht aus. Der Goldelsee, die Statuen der Altpreußen, aber auch der Berliner Dom und das Rote Rathaus sind minimal beleuchtet. Bundesweit muss Strom gespart werden: 200.000 Kilowattstunden will der Berliner Senat jährlich dazu beitragen, indem er die 1.400 Flutlichter der Stadt abschaltet. Etwa 200 Sehenswürdigkeiten sind betroffen. Es könnte einen Monat dauern, bis es überall dunkel wird.