20. Mai 2022 um 20:55 Uhr
Extreme Unwetter in NRW erwartet: „Bei Aufenthalt im Freien besteht Lebensgefahr“
15 Bilder Starke Unwetter im Mai in Nordrhein-Westfalen – Gewitter, Starkregen, Hagel
Foto: Evers, Gottfried (eve)
Update für den Herbst. Am Freitag wird es erneut Unwetterwarnungen geben: Die Menschen in der Nordwestsee müssen sich auf starke Gewitter und sogar mögliche Tornados einstellen. Noch gibt es Probleme mit der Bahn, der Schulunterricht soll nicht komplett ausfallen.
Der Deutsche Wetterdienst hat am Freitag erneut eine Unwetterwarnung an NRW herausgegeben. „Es droht das heftigste und schwerste Gewitter im Land seit langem“, sagte DWD-Meteorologe Sebastian Altnau. Vor allem seit Mittag soll sich die Lage verschärfen. „Wir rechnen mit Starkregen, Hagel bis zu fünf Zentimetern und sehr starken Windböen“, sagte Altnau. Lokal kann es laut DWD in kurzer Zeit zu extremen Starkregenmengen von etwa 40 Litern pro Quadratmeter kommen. Auch starke Windböen bis hin zu Orkanen mit Geschwindigkeiten zwischen 100 und 130 Stundenkilometern seien zu erwarten. Tornados werden nicht ausgeschlossen und isoliert.
„Im Freien besteht Lebensgefahr“, erklärte der Meteorologe. Menschen sollten sich nach Möglichkeit nur nachmittags in Innenräumen aufhalten, auch Keller sollten gemieden werden. Bereits am Donnerstag gab es in NRW heftige Gewitter, mehrere Gleise wurden durch umgestürzte Bäume blockiert und in Duisburg wurde ein Mann vom Blitz getroffen. Auch wir werden die Situation mit dem Sturm am Freitag in unserem Liveblog verfolgen.
Am Freitag soll die Chance auf vereinzelte Tornados sogar größer sein als sonst in NRW. Ob, wo und wann rohrartige Stürme über das Land ziehen könnten, ist noch nicht absehbar. “Wir können nur kurz vor einem Tornado warnen, etwa fünf bis sechzig Minuten im Voraus”, sagte der Meteorologe. Wenn Sie eine schwarze Wand auf sich zukommen sehen, sollten Sie schnell in Innenräumen ohne Fenster oder Keller Schutz suchen. Zwischen 40 und 80 Tornados gab es im vergangenen Jahr in Deutschland.
NRW ist laut DWD das vom Sturm betroffene Bundesland. Es werde „sehr starke Gewitter geben – mit massiven Folgen“. Die Behörden wurden gewarnt: “Wir sprechen von einer äußerst gefährlichen Situation in NRW.” Auch Überschwemmungen seien möglich – eine Flutkatastrophe 2021 im Arttal sei aber “eher unwahrscheinlich”. Aber es kann überlaufende Kanäle, umherfliegende Äste und Blitze geben.
Die Schulen bleiben vorerst geöffnet
Für Schulen in Nordsüdafrika seien keine landesweiten Absagen geplant, teilte das Bildungsministerium auf Anfrage der DPA mit. Zu welcher Uhrzeit und in welchen Teilen des Landes der vorhergesagte Sturm am Nachmittag auftreten wird, ist nicht vorhergesagt. In solchen Fällen entscheide jede Regionalverwaltung auf der Grundlage des jeweiligen Erlasses unter Berücksichtigung der regionalen meteorologischen Bedingungen eigenständig, ob eine Präsenzschulung möglich sei, teilte das Kultusministerium mit.
Die für diesen Freitag angesetzten Prüfungen, darunter die Abitur-Nachschreibeprüfungen und die Berufsschulprüfungen, sollen planmäßig stattfinden. Wenn nötig, sollten Schulgebäude geöffnet bleiben, während die Schüler sicher nach Hause zurückkehren können.
Die Eisenbahnen wurden weiter gestört
Wegen witterungsbedingter Reparaturarbeiten auf der Strecke kommt es am Freitag zwischen Köln und Wuppertal zu Verspätungen und Zugausfällen. Betroffen seien Fernverkehrslinien, teilte die Bahn am Freitagmorgen mit. Der Straßenabschnitt ist nur eingeschränkt befahrbar. Daher werden einzelne Züge umgeleitet und verspätet. Einige Haltestellen in Hagen, Wuppertal und Solingen entfallen. Deshalb sollten Fahrgäste vor Fahrtantritt unbedingt ihren Anschluss prüfen. Nach ersten Schätzungen sollen die Reparaturen bis Ende des Tages andauern. Reisende können alternative S-Bahnen und Regionalzüge nutzen, teilte die Bahn mit.
Der Hochwasser-Informationsdienst ist aktiviert
Aufgrund der Wettervorhersage hat das Staatliche Amt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) den Hochwasserinformationsdienst aktiviert. Niederschlag könnte den Abfluss in den Gewässern des Landes beeinflussen. Eine konkrete Prognose für die betroffenen Gebiete und den relevanten Zeitraum ist noch nicht möglich. In Gebieten, die von sintflutartigen Regenfällen betroffen sind, kann es zu lokalen Überschwemmungen kommen, und der Wasserstand in den betroffenen Gebieten kann erheblich ansteigen.
Die Prognosen des Hochwasservorhersagemodells zeigen derzeit einen Anstieg der Wasserstände im Erft- und Ruhrgebiet und deren Zuflüssen. Der Schwerpunkt der schnell steigenden Werte wird ab Freitagmorgen erwartet. Die Bevölkerung müsse informiert werden, etwa über die Nina-Warn-App, so Lanuv.
Am Samstagabend ziehen Regen und Gewitter nach Osten. Es bleibt überwiegend trocken mit niedrigen Werten zwischen zwölf und acht Grad. Am Samstag wird teilweise bewölktes Wetter erwartet. Nördlich der Ruhr wird morgens vereinzelt mit Niederschlägen gerechnet, ansonsten fallen laut DWD überwiegend Niederschläge. Es wird deutlich kühler mit Höchsttemperaturen zwischen 18 und 22 Grad und etwa 16 Grad in den Bergen. Im Nordosten des Landes kann es noch zu starken Böen kommen. Die Sonntagnacht wird voraussichtlich niederschlagsfrei bleiben.
Hier ist die Fotogalerie: Starke Unwetter im Mai in NRW – Gewitter, Starkregen, Hagel
(mit dpa)
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