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Wie die EU für den Beitritt der Ukraine kämpft

Ausland Kommt jetzt der Kandidatenstatus?

Wie die EU für den Beitritt der Ukraine kämpft

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Die Europäische Kommission kämpft für den Kandidatenstatus der Ukraine

Aller Voraussicht nach wird die Europäische Kommission den EU-Beitrittskandidatenstatus der Ukraine unterstützen. Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs beantragte der ukrainische Präsident Selenskyj die EU-Mitgliedschaft.

Am Freitag wird die Europäische Kommission eine Empfehlung darüber abgeben, ob die Ukraine ein Kandidatenland wird. Nachdem Deutschland und Frankreich in Kiew überraschend ihre Unterstützung bekundet haben, herrscht anderswo mehr Skepsis. Österreich ist eine Alternative zum Beitritt.

Anfang März beantragte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Anschluss an sein Land, das sich im Krieg mit Russland befindet. Bereits an diesem Freitag, drei Monate später, entscheidet die Europäische Kommission über eine Empfehlung als Beitrittskandidat.

EU-Diplomaten sagten WELT, dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen voraussichtlich in naher Zukunft den Kandidatenstatus empfehlen wird und die Ukraine zunächst eine Reihe von Bedingungen für die Rechtsstaatlichkeit erfüllen muss. Es könnte ein Kompromiss sein, um Zelenskis Forderung nach einem schnellen Beitritt, aber auch um Kritiker zu beruhigen, hieß es.

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Über den Kandidatenstatus entscheidet letztlich nicht das Gremium der Kommission, sondern die Mitgliedstaaten. Vor allem in Österreich gibt es durchaus Vorbehalte gegen ein beschleunigtes Verfahren. Bis vor kurzem waren auch Frankreich und Deutschland betroffen. Bei einer gemeinsamen Reise in die Ukraine haben sich der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag überraschend für die Gewährung des Kandidatenstatus der Ukraine ausgesprochen. Auf jeden Fall unterstützen wir den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union“, sagte Macron auf einer Pressekonferenz in Kiew. Dieser Beitrittsstatus wird von einem Fahrplan begleitet und berücksichtigt auch die Situation auf dem Westbalkan. Auch die Republik Moldau erhält den EU-Kandidatenstatus.

Bundeskanzler Karl Nehamer hingegen sagte gegenüber WELT: „Was einen möglichen EU-Beitrittskandidatenstatus betrifft, möchte ich sagen, dass es klare und festgelegte Kriterien gibt, die ohne ‚Wenn‘ und ‚Aber‘ erfüllt werden müssen. Es sollte keine Doppelmoral oder gar Kandidaten erster und zweiter Klasse geben.“

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Es müsse sichergestellt werden, dass die EU an die Ukraine “die gleichen Maßstäbe” anlege wie an andere Kandidaten auf dem Westbalkan. „Vor diesem Hintergrund wäre es für mich undenkbar, der Ukraine den Kandidatenstatus zu verleihen und gleichzeitig Länder wie Bosnien und Herzegowina außen vor zu lassen“, sagte Nehamer.

„Zwischenschritte im Beitrittsprozess“

Das Land des Westbalkans hatte bereits Anfang 2016 einen Beitrittsantrag gestellt. „Wir sollten auch in der Ukraine keine falschen Erwartungen wecken, denn der Erweiterungsprozess ist komplex und langwierig. Deshalb müssen wir dringend über Zwischenschritte im Beitrittsprozess nachdenken, etwa im Sinne eines European Preparatory Area“, sagte er.

Dieser Vorbereitungsraum sollte den Beitrittsprozess nicht ersetzen, sondern mit ihm einhergehen und die Annäherung an EU-Standards erleichtern. Österreich hat dazu auf europäischer Ebene bereits konkrete Ideen präsentiert. „Ebenso Präsident Macron mit seiner Idee, eine ‚Europäische Politische Gemeinschaft‘ zu schaffen, die ich unterstütze“, so Nehamer weiter.

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Sein Land wird sich weiterhin aktiv am Diskussionsprozess beteiligen. Es besteht kein Zweifel, dass die Ukraine „ein Teil der europäischen Familie“ ist. „Österreich als militärisch neutrales Land unterstützt die Ukraine so weit wie möglich gegen den russischen Angriffskrieg und alle Bemühungen, die Feindseligkeiten zu beenden.

Österreichs Außenminister Alexander Schalenberg und Europaministerin Carolyn Edstadler haben sich bereits Ende Mai in einem internen Schreiben an den EU-Chefdiplomaten Josep Borrell für eine „schrittweise Integration“ ausgesprochen. Demnach können die Ukraine und die Länder des Westbalkans schrittweise an die EU heranrücken.