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Wie Österreich die kalte Progression loswerden kann


Wien (OTS) – Scheitert die Abschaffung der kalten Progression, müssen die Österreicher in den nächsten drei Jahren eine Inflationssteuer von bis zu 14 Milliarden Euro zahlen. Andere Länder haben längst vorgemacht, wie diese ungerechte Belastung verhindert werden kann. Agenda Austria geht in ihrer aktuellen Studie der Frage nach, wie Österreich die kalte Progression loswerden kann und welche Länder als Vorbilder dienen können.

Finanzminister Magnus Bruner untersucht derzeit, wie diese verdeckte Steuererhöhung ein für alle Mal gestoppt werden könnte. Die Zeit wird knapp. Ohne schnelle Reformen wird die Kaufkraft der Bürger sinken, selbst wenn die Löhne mit der Inflation steigen.

Die Agenda-Austria-Ökonomen Denes Kucera und Hano Lorenz haben untersucht, wie die kalte Progression funktioniert und wen sie betrifft. Die Folge: Nicht nur Menschen mit hohem Einkommen sind betroffen. Die Inflationssteuer wirkt sich auch auf die niedrigsten Tarifstufen stark aus. Wer aktuell 1.500 Euro brutto im Monat verdient, verliert 2025 durch eine Kaltprogression ohne Reform etwa zwei Prozent seines Bruttoeinkommens.

Auf der Suche nach einem neuen, gerechteren Modell darf die österreichische Politik das Rad nicht erfinden. Viele andere Länder haben schon vor Jahren wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen. So ist die Bundesregierung verpflichtet, die Kaltprogression zu kompensieren. In der Schweiz sieht die Verfassung eine jährliche Anpassung der Inflationsraten vor, was für Österreich der einfachste Weg wäre, die Kaltprogression endgültig zu beseitigen.

Österreichische Beamte mussten immer Jahre warten, bis sie das zurückbekamen, was sie im Rahmen einer bekannten Steuerreform zu viel gezahlt hatten. „Es ist gut und richtig, dass endlich wieder auf höchster politischer Ebene über die Abschaffung der Kalten Progression diskutiert wird. Aber den Ankündigungen müssen endlich Taten folgen“, sagte Agenda Austria-Geschäftsführer Franz Schelhorn. Die Debatte um die gesellschaftliche Richtigkeit der vollständigen Eliminierung der kalten Progression ist schwer nachvollziehbar. „Das ist keine Entlastung für die Steuerzahler. Es geht darum, eine heimliche Steuererhöhung für alle Steuerzahler zu stoppen“, so Schelhorn weiter. Um die hohe Belastung des Faktors Arbeit nicht weiter zu erhöhen, fordern wir von Agenda Austria eine Anpassung des Schweizer Steuersystems. Automatische Inflationsanpassung von Steuersätzen sowie Abzügen und Freibeträgen müssen in der Verfassung verankert werden.

Fragen und Kontakte:

Christoph Beranek MSc. christoph.beranek@agenda-austria.at +43 664 8878 9724