An . – 08.09.2022 14:13 (akt. 08.09.2022 14:21)
Die starke Abhängigkeit von Erdgas führt zu einem Anstieg der Heizkosten in Wien. ©APA/HELMUT FORRINGER (Bild mit Symbol)
Ab 1. September erhöht Wien Energie die Heizpreise um 92 Prozent. Das liegt auch daran, dass mehr als 50 Prozent der Wiener Zentralheizung mit Erdgas erzeugt werden.
In Spitzenzeiten mache Erdgas bis zu 65 Prozent der Wiener Fernwärme aus, sagte ein Wien Energie-Sprecher der APA am Dienstag. Etwa ein Drittel der Wärme stammt aus der Müllverbrennung, der Rest aus Industriewärme, Biomasse und großen Wärmepumpen.
Die hohe Gasabhängigkeit erhöht die Kosten für die Zentralheizung
Der Heizpreis für den Endkunden setzt sich aus einem Grundpreis und einem Energiepreis zusammen. Die erste deckt die Fixkosten der Zentralheizung wie Infrastruktur, Energieversorgung, Wartungs- und Reparaturkosten und wird pro Quadratmeter abgerechnet. Die Energiekosten hängen von der tatsächlich verbrauchten Wärmemenge ab. Außerdem wird eine Umsatzsteuer von 20 Prozent erhoben.
Wien Energie erhöht den Preis ab 1. September um 92 Prozent
Ab 1. September 2022 erhöht Wien Energie die Heizpreise um insgesamt 92 Prozent. Sowohl die Selbstkosten als auch die Arbeitskosten steigen. Der Grundpreis steigt um etwa 20 Prozent. Wien Energie begründet dies mit erhöhten Bau- und Personalkosten und verweist auf die entsprechenden Kennzahlen.
Inzwischen sind die Arbeitskosten um 180 Prozent gestiegen. Aufgrund der Produktionsstruktur ist der Betriebspreis für die Zentralheizung stark vom Gaspreis abhängig. Seit der letzten Preisanpassung im Jahr 2016 hat sich der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) laut Wien Energie fast vervierfacht und die Gas-Spotpreise versechsfacht. Für die nicht erdgasabhängigen Produktionskomponenten stiegen die Kosten um 17 Prozent.
Wien Energie will bis 2040 auf fossile Brennstoffe verzichten
Mindestens 50 Prozent der Wiener Fernwärme werden in Blockheizkraftwerken produziert, die Strom und Wärme aus Erdgas erzeugen (Gas-Heizkraftwerke). Heizkraftwerke, die ebenfalls mit Gas betrieben werden, dienen der Abdeckung von Spitzenzeiten, etwa wenn es im Winter besonders kalt wird. Je nach Wetter und Temperatur werden bis zu 65 Prozent der Zentralheizung mit Gas erzeugt. Etwa ein Drittel der Wärme stammt aus der Müllverbrennung, der Rest stammt aus industrieller Abwärme, beispielsweise von OMV oder Manner, Biomasse und Großwärmepumpen. Bis 2040 will Wien Energie auf fossile Brennstoffe zur Erzeugung von Fernwärme verzichten.
Preiserhöhungen für Wien Energie sind zwingend erforderlich
Die Preiskorrektur ist für Wien Energie aus wirtschaftlicher Sicht zwingend notwendig: „Explodierende Preise auf den Energiemärkten lassen uns keine andere Wahl, wir können uns dieser Entwicklung nicht entziehen“, sagte das Unternehmen der APA. Für Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen wendet sich Wien Energie an die Ombudsstelle, die individuelle Lösungen und Beratung anbietet.
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