Germany

Wüst über Hilfspakete: „Rentner und Studenten sollen profitieren“

Stand: 21.08.2022 09:17 Uhr

NRW-Ministerpräsident Wüst forderte Entlastungsmaßnahmen für Rentner und Studenten. Um weitere Entlastungen für die Bürger zu finanzieren, schlug Grünen-Chef Nuripour eine Reform der Dienstwagenprivilegien vor.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst drängt im geplanten dritten Hilfspaket auf Leistungen für Rentner und Studenten. Sie seien bisher vergessen worden und sollten vom nächsten Hilfspaket profitieren, sagte Wüst in der Bild am Sonntag. Die staatliche Antwort auf die Situation der Rentner “kann nicht der Vorstand sein. Das wäre zynisch”, sagte der CDU-Politiker. Wüsts Aussagen gingen nicht darauf ein, welche konkreten Maßnahmen er vorsah.

Menschen mit wenig Geld sollten nicht im Stich gelassen werden. „Die bisher beschlossenen Hilfspakete weisen eine deutliche Schieflage bei der Behandlung von Nichterwerbstätigen wie etwa Rentnern auf“, so Wüst weiter. “Es ist schwer zu sagen, dass Rentner von der Zahlung des Geldes für Energie ausgeschlossen sind”.

Angesichts anhaltender Inflation und hoher Energiepreise plant die Bundesregierung ein drittes Hilfspaket, das demnächst vorgestellt wird. Als erster Schritt wurde das EEG abgeschafft und eine Heizkostenbeihilfe für Wohngeld- und Steuerentlastungsempfänger beschlossen. Zu den Erleichterungen im zweiten Schritt gehören das 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr, das Ende August ausläuft, der Tankrabatt, die 300-Euro-Energiepauschale für einkommensabhängig Beschäftigte, eine Einmalzahlung von 100 Euro pro Kind und 200 € für Empfänger Sozialhilfeempfänger.

Nouripour will das Dienstwagenprivileg reformieren

Der Vorsitzende der Grünen, Omid Nuripour, schloss die Kürzung klimaschädlicher Subventionen ein, um weitere Erleichterungen für die Bürger zu finanzieren. „Die Reform der Dienstwagenprivilegien ist überfällig“, sagte Nuripour der Nachrichtenagentur dpa. Solche Subventionen müssen besonders umweltschonend ausgestaltet sein. Zwei Drittel der begünstigten Dienstwagen haben über 200 PS. Es gehe darum, Klimaeffekte in die Besteuerung von Firmenwagen einzubeziehen – und Anreize für emissionsfreie Autos, so Nuripour.

Wenn Sie Ihren Dienstwagen auch privat nutzen können, haben Sie einen sogenannten geldwerten Vorteil, der versteuert werden muss. Wird kein Fahrtenbuch geführt, beträgt die monatliche Pauschale ein Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs. Laut Umweltbundesamt ist der tatsächliche geldwerte Nutzen für den Verbraucher oft deutlich höher. Ihm zufolge hinterzieht der Staat jährlich Steuern in Höhe von mindestens drei Milliarden Euro. Umweltverbände fordern seit langem eine Reform der Firmenwagen-Steuervergünstigungen.