„Mehr als 50 Prozent der FSME-Fälle treten in der Altersgruppe über 50 auf“, sagte ÖVIH-Generalsekretär Christoph Jandl. Dies zeige, dass auch ältere Menschen trotz zehn oder mehr Auffrischungen in ihrem bisherigen Leben immer noch „sich regelmäßig auffrischen müssen“, sagte Gallo-Daniel, der im Alter von 60 Jahren alle drei statt fünf Jahre alt ist. Das Risiko von Hirn- und Rückenmarksverletzungen steigt mit zunehmendem Alter auf 86 Prozent aller FSME-Fälle bei Menschen über 75 Jahren. Aber auch bei Kindern gebe es Krankheitsfälle und schwere Verläufe, sagte Jandle.
FSME ist eine Viruserkrankung, die Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems verursachen kann. Etwa 30 Prozent der Infizierten erkranken tatsächlich. Die Symptome können Wochen bis Monate andauern und in schweren Fällen zu Lähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven und bleibenden Schäden führen. Bei etwa einem Prozent der Betroffenen verläuft die Krankheit tödlich.
Im Speichel der Zecke
Das FSME-Virus kommt im Speichel von Zecken vor und kann bei Stichen sofort übertragen werden. Daher schützt eine schnelle Entfernung des Tieres nicht vor FSME, sondern vor der Borreliose, die häufiger durch Zecken übertragen wird. Es dauert mehrere Stunden, bis die entzündungsauslösenden Bakterien – die sogenannten Borrelien – nach einem Stich in die Blutbahn des Wirts gelangen. Nach Grippesymptomen sind Hautausschläge an der Injektionsstelle und ein Angriff auf das zentrale Nervensystem möglich. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar und verläuft bei rechtzeitiger Therapie meist folgenlos. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es noch nicht, sie wird aber vom lokalen Impfstoffhersteller Valneva entwickelt.
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