Germany

Zugkapazität seit Juni: 60.000 zusätzliche Sitzplätze in Regionalzügen

Stand: 23.05.2022 14:41 Uhr

Ab Juni erhöht die Deutsche Bahn das Nahverkehrsangebot um 250 Fahrten und 60.000 Sitzplätze pro Tag. Sie reagierte auf die Einführung des Neun-Euro-Tickets. Der jetzt begonnene Vorverkauf hat für einen Kundenansturm gesorgt.

Die Deutsche Bahn erweitert ihre Kapazitäten im Regionalverkehr und bringt im Juni ein 9-Euro-Ticket auf den Markt. „Für den erwarteten Fahrgastzuwachs ab dem 1. Juni bringt DB Regio mehr als 50 zusätzliche Züge auf den Markt“, teilte der Konzern mit. Die Fahrzeuge können 250 zusätzliche Fahrten und 60.000 zusätzliche Sitzplätze pro Tag anbieten. Die zusätzlichen Züge werden hauptsächlich auf touristischen Strecken eingesetzt. Zum Vergleich: Nach Angaben des Unternehmens verkehren täglich durchschnittlich rund 7.000 Regionalzüge im ganzen Land.

Für neun Euro in ganz Deutschland

„Wir bereiten vor und bewegen buchstäblich alles, was wir haben – Züge, Busse, Servicepersonal“, sagte DB-Regio-Chef Jörg Sandvos. Allerdings kann das Angebot bei hoher Nachfrage an seine Grenzen stoßen. „Vor allem der Fahrradtransport kann nicht immer gewährleistet werden, zumal viele Ausflüge spontan und wetterabhängig entschieden werden“, sagt Sandvos.

Mit dem Ticket können Fahrgäste im Juni, Juli oder August für neun Euro einen Monat lang in allen Bussen, Straßenbahnen, U-, S-Bahnen oder Nah- und Regionalzügen in ganz Deutschland fahren – egal ob von der Deutschen Bahn oder anderen Anbietern. Nicht im Fernverkehr mit ICE, Intercity und Eurocity, Mitbewerberzügen und Fernbussen von Flix einsetzbar. Außerdem gilt das Ticket nur für die 2. Klasse.

Der Monatschart ist eine politische Reaktion auf den starken Anstieg der Energiepreise. Bundestag und Bundesrat gaben vergangene Woche trotz einiger Kritik grünes Licht.

Über 200.000 Tickets verkauft

Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben in den ersten Stunden des heute gestarteten Vorverkaufs mehr als 200.000 Tickets für neun Euro verkauft. „Wir erleben derzeit einen historisch großartigen Zugang zu unseren Vertriebssystemen“, so Sandvoss weiter. Er habe „keine Ahnung“, wie viele Fahrgäste das Angebot insgesamt nutzen werden. Die DB rechnet mit Hochwasser.

„Das 9-Euro-Ticket ist eine einmalige Chance für den öffentlichen Nahverkehr und den Klimaschutz in Deutschland“, erklärte der Leiter der Tochtergesellschaft DB Regio. Doch auch im Sommer müssen sich die Fahrgäste auf vielen Strecken auf mehrere Baustellen einstellen. Sie sollen zwar langfristig die Kapazität erweitern, bremsen aber zunächst den Verkehr.