- Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Regionalzug entgleist
- Die Zahl der Todesopfer ist auf fünf gestiegen, darunter ein Teenager
- Bergungsarbeiten dauern an: Verkehrsbehinderungen
- Ermittlungen gehen weiter: Wie kam es zum Zugunglück in Oberbayern?
Nach dem schweren Zugunglück in Oberbayern ist die Zahl der Todesopfer gestiegen. Die Rettungsarbeiten sind weiterhin schwierig. Und vor allem ist die große Frage warum.
Update vom 7. Juni 2022: Alle technischen Mängel müssen abgeklärt werden
Bei der Aufklärung der Ursachen des tödlichen Zugunglücks in Garmisch-Partenkirchen stehen Schiene und Fahrwerk im Mittelpunkt der Ermittlungen. Bayerns Innenminister Joachim Hermann sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Ursache des Vorfalls werde “mit Schwerpunkt auf technischen Mängeln” gesucht. Die Fahrgestelle der Waggons seien gesichert, “und es wird geprüft, inwieweit die einzelnen Schienen oder Schwellen gesichert werden müssen. Auf jeden Fall werden sie derzeit genau begutachtet und vermessen”, sagte er am Montag (06.06.2020). ).
Die Deutsche Bahn plant laut einem Bericht der Zeitung Die Welt Reparaturen an den Schienen entlang der Unfallstrecke durchzuführen. Demnach muss vom 25. Juni bis 9. Juli zwischen Oberau und Garmisch-Partenkirchen eine nächtliche Anpassung der Gleislage und die Erneuerung der Gleise durchgeführt werden. Auf Nachfrage der Welt sagte die Deutsche Bahn, sie könne sich dazu aufgrund laufender Ermittlungen derzeit nicht äußern.
Die Ermittlungen zu den Unfallursachen führt die Soko Zug unter Leitung der Staatsanwaltschaft München II, auch die Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes ist beteiligt. Laut Herman liegt derzeit kein Fehler des Fahrers vor. Aber es wird noch in alle Richtungen bestimmt.
Update vom 06.06.2022: Bergungsarbeiten gehen weiter – Todesfälle wurden festgestellt
Mit großem, schwerem Gerät arbeiten die Einsatzkräfte weiter an der Unfallstelle des Zuges Garmisch-Partenkirchen. Die Arbeiten wurden am Sonntagabend eingestellt, sagte ein Polizeisprecher. Am Montag soll es weitergehen.
Der Unfallort sei „sicher, sicher und bewacht“, sagte er. Die Reinigungsarbeiten sind aufwendig – Kräne heben die entgleisten Autos auf die Straße, dann werden sie demontiert und mit Billig-Lkw abtransportiert. Am Sonntag teilte ein Bagger das erste Auto in zwei Hälften, dann wurde eine Hälfte per Tieflader abtransportiert. Mit Hilfe eines 250 Tonnen schweren Spezialkrans musste die Lokomotive übrigens wieder aufs Gleis gebracht werden. Diese und weitere Waggons sollten dann möglichst per Bahn transportiert werden.
Die Arbeiten dürften noch einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte die Polizei mit. Auch über die Freigabe der Strecke könne noch nicht entschieden werden, teilte die Bahn mit. Die Arbeiten werden sich weiterhin auf den Straßenverkehr auswirken. Der Verkehr in Sindelsdorf (Kreis Weilheim-Schöngau) weicht von der Autobahn A95 in Richtung Garmisch-Partenkirchen ab. Der Verkehr aus dem Raum Augsburg weicht von der Bundesstraße 17 nach Füssen in Richtung Fernpass ab. Der Verkehr aus Mittenwald / Innsbruck wird auf die Bundesstraße 11 bei Krün geleitet.
Neben den Aufräumarbeiten laufen Ermittlungen, die Soko Zug arbeitet unter Federführung der Staatsanwaltschaft München II. Die Identifizierung der fünf Toten endete am Sonntag weitgehend. Vier Frauen und ein 14-jähriger Mann aus der Region wurden getötet und 40 verletzt. Unter den ermordeten Frauen sind zwei Mütter aus der Ukraine, die mit ihren Kindern nach Bayern geflohen sind. Eine Person schwebt am Montag noch in Lebensgefahr. Mehrere der Verletzten seien noch im Krankenhaus, aber “über dem Berg”, sagte Innenminister Herman.
Update vom 5. Juni 2022: Vermisste Personen können abgeklärt werden
Nach dem Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen konnte die Polizei die jüngsten Vermisstenfälle aufklären. Wir kennen bereits den Aufenthaltsort aller Personen, die seit Freitagnachmittag als vermisst gemeldet wurden. Das teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Sonntag mit. Am Samstagnachmittag werden noch sieben Personen vermisst.
Bei einem Zugunglück nahe Garmisch-Partenkirchen sind am Freitag fünf Menschen ums Leben gekommen. Auch viele Menschen blieben zunächst vermisst, da mehr als 40 Verletzte in verschiedene Krankenhäuser gebracht wurden und noch nicht klar war, ob sich weitere Personen unter dem umgestürzten Auto befanden.
Update vom 4. Juni 2022: Zahl der Todesopfer steigt – sieben Personen noch immer vermisst
Dutzende Tote, Vermisste und Verletzte: Am Tag nach dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen ist die Zahl der Todesopfer auf fünf gestiegen. Die Leiche eines Mannes wurde am Samstag (4. Juni 2022) aus den Trümmern entfernt, teilte die Polizei mit. Medienberichte, dass er Student sein muss, wurden von der Polizei auf Anfrage nicht bestätigt. Bei den anderen vier Toten handelt es sich laut Polizei um ältere Frauen.
Da einer der zerstörten Waggons angehoben werden konnte, rechneten die Einsatzkräfte nicht damit, weitere Tote zu finden. Das könne aber nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher. Etwa sieben Personen sind noch unbekannt. Möglich ist aber, dass sie unter den mehr als 40 Verletzten sind – darunter laut Angaben mehrere Schwerverletzte.
Rettungsdienste kämpften mit den Fallstricken einer komplexen Rettung. Versuche, beispielsweise Waggons mit Hebekissen anzuheben, scheiterten zunächst. Die Waggons seien “verdreht und verdreht”, sagte ein Polizeisprecher. “Das macht die Rettung so schwierig. Man muss Schritt für Schritt vorgehen.”
„Das ist eine tolle Veranstaltung“, sagte Bayerns Ministerpräsident Marcus Söder (CSU) bei einem Besuch vor Ort. “Wir hoffen sehr, dass es keine weiteren Todesfälle geben wird.” Ein solcher Vorfall ist immer ein Schock und ein “Stich ins Herz”. Es war ein Zug, der für viele Studenten da war. „Man muss sich das so vorstellen: Es ist kurz vor den Feiertagen, es herrscht eine entspannte Atmosphäre im Zug, in einer der schönsten Regionen Bayerns – und dann passiert so etwas und kann dein Leben komplett verändern.“ Die Ursachen des Absturzes am Samstag. Laut Polizei wurde der Fahrer befragt. Die Polizei sagte jedoch nicht, was er sagte. Sicher ist vorerst nur, dass eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug ausgeschlossen werden kann. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Sprecher. „Die genaue Unfallursache steht noch nicht fest. Alle Experten vor Ort waren der Meinung, dass die wahrscheinlichste Ursache eine technische Störung der Bahn oder des Zuges sein müsste“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) am Samstag die Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Ihm zufolge sollten im Laufe des Tages weitere Experten eintreffen, um die möglichen Gründe zu untersuchen. „Jetzt geht es darum, die Absturzursache zielgenau und schnell zu klären. Söder fügte hinzu: „Das liegt in der Verantwortung der zuständigen Behörden.“ Nach Angaben eines Bahnsprechers wurde die Strecke mit elektronischen Stellwerken und moderner Sicherungstechnik ausgestattet.
Am Freitagnachmittag sind auf dem Weg nach München im Stadtteil Burgrain mehrere Regionalbahnwagen mit insgesamt etwa 140 Menschen an Bord entgleist. Die Doppeldeckerwagen des Zuges überschlugen sich, rutschten die Böschung hinunter und blieben auf der Hauptstraße liegen. Einige der Opfer wurden schwer verletzt und mussten notoperiert werden. Es war eines der schlimmsten Eisenbahnunglücke in Deutschland in den letzten Jahren.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reagierte „mit großer Besorgnis“: „Meine Gedanken sind in diesen schweren Zeiten bei den Verletzten und all ihren Angehörigen“, sagte er in einer Erklärung. „Ich danke allen Polizisten und Rettungskräften für ihren unermüdlichen und wichtigen Einsatz. Die Kreisverwaltung Garmisch-Partenkirchen teilt mit, dass bis zum Ende der Rettungsmaßnahmen – voraussichtlich Mitte nächster Woche – auch der Autoverkehr in der Region von Behinderungen betroffen sein wird. Der Verkehr auf dem Highway 95 wird weiterhin massenhaft umgeleitet, so dass die Autobahn nach Süden gesperrt bleibt.
Update von 19.45 Uhr: Die Ermittlungen zum Zugunglück beginnen
Nach dem Zugunglück begann eine Untersuchung der Ursachen. „Die ersten Arbeiten werden vor Ort durchgeführt“, sagte ein Polizeisprecher am Freitagnachmittag (3. Juni). Mit Hilfe von Experten der Eisenbahn-Bundesverwaltung wollten Polizei und Staatsanwaltschaft wissen, warum der Regionalzug auf einer eingleisigen Strecke nach München entgleiste. Die Polizei rechnet mit “laufenden Ermittlungen”. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte, „kein zweiter Zug und kein anderes Fahrzeug“ sei an dem Vorfall beteiligt gewesen.
Bundeskanzler Olaf Scholz (PSD) äußerte sich derweil verlegen über das Zugunglück. „Unser Mitgefühl ist bei den Angehörigen, bei den Verletzten, denen wir schnelle Genesung wünschen“, sagte er am Freitag gegenüber RTL und ntv. Der Mensch versucht, diejenigen zu retten, die gerettet werden könnten. Scholz sprach von “schockierenden Nachrichten” und “deprimierenden Fotos” vom Tatort in Bayern.
Bundesverkehrsminister Walker Wissing und Bahnchef Richard Lutz wollen sich am Samstag ein Bild vom Standort machen. Das gab Wissing am Freitag in Berlin bekannt. Er wird mit Lutz in die Region reisen. Wie Vissing war auch Lutz von dem Vorfall bei Garmisch-Partenkirchen erschrocken. Die Fotos sind schrecklich und machen tief …
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