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Zugunglück bei Garmisch: Was bisher bekannt ist

Nach einem schweren Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen am Freitagnachmittag dauerten die Rettungsarbeiten bis in die Nacht an. Retter fanden in der Nacht drei Tote. Sie lagen unter einem der entgleisten Autos. Es ist jedoch möglich, dass weitere Leichen gefunden werden. Erst beim Wiederaufstellen der umgestürzten Waggons wird die endgültige Opferzahl bekannt.

Neben Toten und Verletzten gibt es auch Vermisste

Die Bergungsarbeiten gestalten sich derzeit schwierig. Zwei Versuche, die Waggons anzuheben, blieben erfolglos. Dies werde im Laufe des Tages erneut versucht, sagte ein Polizeisprecher. Auch der bayerische Innenminister Joachim Hermann schloss am Freitagabend in einem Interview mit dem BR nicht aus, dass weitere Tote unter den Waggons lagen.

Die Polizei nahm am Samstagmorgen weniger Vermisste auf als am Vorabend. 14 Personen sind gestern Abend noch unbekannt. Inzwischen seien aber Verletzte in Krankenhäusern identifiziert worden, die Gesuchten seien auch zu Hause auffindbar, sodass man nun davon ausgehe, „dass weniger als zehn Personen unbekannt sind“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Oberbayern, Martin Emig gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Die Situation ist jedoch dynamisch und die Zahl der Vermissten kann sich jederzeit ändern.

Retter schätzen 40 Verletzte und drei Schwerverletzte. Das teilte ein Polizeisprecher vor Ort mit. Am Vortag war von etwa 15 Schwerverletzten die Rede.

Der Zug war auf dem Weg von Garmisch-Partenkirchen nach München, als plötzlich mehrere Waggons im Stadtteil Burgrain entgleisten. Es heißt, unter den Passagieren seien viele Studenten gewesen, die gerade dabei waren, die Pfingsten einzuläuten. An Bord des Zuges leisteten 15 Bundeswehrsoldaten Erste Hilfe und halfen den anderen Fahrgästen aus den Waggons.

Ursache des Vorfalls: Die Ermittler gehen nicht von einer Beteiligung Dritter aus

Zur Ursache des Vorfalls gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass keine Dritten beteiligt sind. Wie der Regionalzug auf der eingleisigen Strecke entgleiste, untersucht Hermann nach Angaben des bayerischen Innenministers nun im Detail.

„Die Frage ist, ob der Zug die richtige Geschwindigkeit hatte? Gibt es Anomalien im Gleis, etwa einen Gleisbruch? Dazu kann man derzeit keine glaubwürdigen Aussagen machen.“ Innenminister Joachim Hermann

Scholz und Söder sprechen ihr Beileid aus

Der Vorfall sorgte in ganz Deutschland für Entsetzen. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach seiner Familie sein Beileid aus. Bundesinnenministerin Nancy Feiser reist nach einer Innenministerkonferenz in Würzburg nach Garmisch-Partenkirchen. Sie sei gekommen, „um der Bundesregierung unser aufrichtiges Mitgefühl auszudrücken. Auch um die Solidarität mit den Rettungskräften zu zeigen“, sagte Feiser.

Auch der bayerische Ministerpräsident Marcus Söder besuchte am Samstag den Tatort. Er war zutiefst erschüttert: „Das ist ein erstaunliches Ereignis. Wir hoffen sehr, dass es keine weiteren Todesfälle geben wird.“ Ein solcher Vorfall ist immer ein Schock und ein „Herzstich“