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Abstimmungen im Bundesrat: Beschlüsse auf einen Blick – Politik

Der Sonderfonds für die Bundeswehr kann kommen. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat mit Zweidrittelmehrheit einer Grundgesetzänderung zu und machte schließlich den Weg frei für Investitionen in Milliardenhöhe.

In das Grundgesetz wurde ein neuer Artikel 87a aufgenommen. Er sieht vor, dass unter Umgehung der Schuldenbremse Kredite von bis zu 100 Milliarden Euro für einen Sonderfonds der Bundeswehr in Anspruch genommen werden können. Mit dem Geld sollen in den kommenden Jahren neue Flugzeuge, Helikopter, Schiffe, Panzer und Munition gekauft werden. Es geht aber auch um Geräte wie Nachtsichtgeräte und Radiosender.

Die Bundesregierung reagiert auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Die jahrelange Spartätigkeit der Bundeswehr und ihre Fokussierung auf Auslandseinsätze haben dazu geführt, dass die Truppe heute erhebliche Defizite in der Landes- und Bündnisverteidigung aufweist. Panzer, Flugzeuge und Schiffe sind teilweise veraltet oder nicht einsatzbereit. Dies zeigt sich auch bei der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Die Bundeswehr habe laut offizieller Aussage kaum etwas, auf das sie verzichten könne und nicht verzichten könne.

Die Länderkammer hat auch über mehrere Gesetze entschieden, die kürzlich vom Bundestag verabschiedet wurden. Die wichtigsten Themen im Überblick:

Mindestlohn

Auch diejenigen, die nur den gesetzlichen Mindestlohn beziehen, sollen bald finanziell besser gestellt sein. Zum 1. Oktober erhöht er sich auf zwölf Euro. Der Bundesrat hat ein Gesetz verabschiedet. Die Untergrenze des Gehalts liegt derzeit bei 9,82 Euro brutto. Ab dem 1. Juli steigt er wie geplant auf 10,45 Euro. Rund 6,2 Millionen Beschäftigte müssen davon profitieren.

Erhöhung der Renten

Millionen von Rentnern können am 1. Juli mit einer deutlichen Erhöhung ihrer Zahlungen rechnen. Nach dem Bundesratsbeschluss steigen die Renten im Westen um 5,35 Prozent und im Osten um 6,12 Prozent. Auch für Menschen, die schon länger eine Invalidenrente beziehen, gibt es Verbesserungen. Der Anstieg ist so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr, was an der guten Wirtschaftslage und der Lohnentwicklung in Deutschland in der Vergangenheit liegen mag, die sich in den Einnahmen der Pensionskasse widerspiegelt.

Sanktionsmoratorium Hartz IV

Die Ampelkoalition will die Hartz-IV-Sanktionen bis Mitte nächsten Jahres teilweise aussetzen. Dies muss im Vorgriff auf die geplante große Reform der Bürgereinkommen erfolgen. Mit Zustimmung des Bundesrates wird die Kürzung des Arbeitslosengeldes II um 30 Prozent bei Pflichtverletzungen – zum Beispiel bei Nichtannahme einer angemessenen Arbeit – für ein Jahr aufgehoben. In dieser Zeit soll die Nichtmeldung nur im Wiederholungsfall mit einer Kürzung der Normanforderung um maximal zehn Prozent geahndet werden.

Kronenpflegebonus

Mit dem Pflegebonus will die Bundesregierung die besondere Belastung für Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen während der Corona-Pandemie belohnen. Die Prämie wird nach Qualifikation, Arbeitszeit und Pflegenähe gestaffelt und kann bis zu 550 Euro betragen. Von Steuern und Abgaben befreit. Den höchsten Bonus sollten Personen erhalten, die Vollzeit in der direkten Patientenversorgung tätig sind. Dafür stellt der Bund eine Milliarde Euro bereit.

Der Bundeshaushalt 2022

Der vor einer Woche vom Bundestag beschlossene Bundeshaushalt für 2022 sieht Ausgaben von rund 496 Milliarden Euro vor. Der neue Kredit beläuft sich auf fast 139 Milliarden Euro. Aufgrund der hohen Folgen der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine bricht die Bundesregierung erneut deutlich die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will sie ab 2023 wieder treffen.

Steuerhilfe für die Krone

Das ist ein ganzes Paket: Beschäftigte müssen auch für dieses Jahr eine Pauschale für das Homeoffice von maximal 600 Euro in ihrer Steuererklärung geltend machen können. Die Bundesregierung will die Abgabefrist für Steuererklärungen von Ende Juli auf Ende Oktober verschieben. Wenn Sie sie von einem Steuerberater machen lassen, müssen Sie noch mehr Zeit haben. Die Gradabschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter wie Maschinen oder Fahrzeuge wird um ein Jahr verlängert.

Zudem könnten Unternehmen stärker als bisher laufende Verluste mit Gewinnen aus den beiden vorangegangenen Jahren ausgleichen. Zuschüsse von Arbeitgebern zu kurzfristigen Leistungen müssen bis Mitte 2022 steuerfrei bleiben, und laut Gesetz werden auch Zahlungen der Kronenprämie von Arbeitgebern bis 4.500 Euro nicht besteuert.