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Ansteckend: Das Virus bleibt gefährlich

Infektionswissenschaftler Bernhard Haas macht deutlich, dass das Virus auch bei einer insgesamt geringeren Krankheitslast der Omicron-Varianten gefährlich bleibt. Das Virus hat uns gelehrt, was es kann: Es kann Menschen schwer krank machen, auf Intensivstationen bringen oder sogar zum Tod führen. Die Langzeitfolgen des Long Covid sollten laut dem Experten nicht vergessen werden.

Der Infektionsspezialist forderte eine vierte Naht

Dass im August einige der Maßnahmen gegen das Coronavirus zurückgenommen wurden, führte dazu, dass viele Menschen die Gefährlichkeit des Virus anders wahrnahmen. Die Fähigkeit des Virus, viele krank zu machen, wird unterschätzt. Eine Impfung ist daher unerlässlich.

Haas fordert alle über 60-Jährigen dringend auf, sich die vierte Masche stechen zu lassen. Spätestens sechs Monate nach der dritten Impfung Die vierte Impfung ist die erste Auffrischimpfung. Die ersten drei Impfungen seien Grundimmunisierungen, erklärt der Infektiologe, wie viele andere Impfungen auch. Ab 16. August werden auch die Impfstrecken in der Steiermark wieder geöffnet – alle Infos dazu bekommt ihr hier.

Interview mit dem Infektiologen Bernhard Haas

Infektiologe Bernhard Haas zu Gast im Sonntagsgespräch von ORF Steiermark-Chefredakteur Wolfgang Schaller

Neuer Impfstoff bald auf dem Markt

Ab Ende August wird der lang erwartete Valneva-Impfstoff verfügbar sein. Es handelt sich um einen konventionellen, schonend hergestellten sogenannten Vollimpfstoff. Es werden Viren gezüchtet, die dann inaktiviert werden, d.h. töten. Daraus wird dann der Impfstoff hergestellt, erklärt der Arzt. Der Impfstoff erfülle alle Forderungen, die viele Impfgegner bisher hätten, sagt Haas. Dieser neue Impfstoff wurde zunächst für Personen im Alter von 18 bis 50 Jahren zugelassen.

Der Infektiologe rät davon ab, auf einen an die Corona-Varianten angepassten Impfstoff zu warten. Er rechnet nicht vor Ende Oktober mit einem solchen Impfstoff und befürchtet, dass es dann zu einer neuen – bereits bekannten – Knappheit kommen könnte.

„Kinder vor Schulbeginn impfen“

Die Sommerwelle habe ihren Höhepunkt wohl schon hinter sich, sagt Haas. Aber wir sollten die vielen Menschen nicht vergessen, die aus dem Urlaub zurückkehren. Viele Staaten hätten immer noch sehr hohe 7-Tage-Fälle. Daher rechnet der Infektiologe damit, dass sich die Zahlen noch ändern können. Und appelliert auch, Kinder vor Schulbeginn zu impfen. Kinder sollten die dritte Masche vor Schulbeginn erhalten, um hohe Zahlen und Abbrüche gleich zu Beginn der Schule zu vermeiden.

Zur Debatte darüber, ob symptomlos positiv getestete Lehrerinnen und Lehrer mit Maske arbeiten dürfen, sagt Haas: „Es wird einige wenige betreffen. Asymptomatische Menschen würden selten getestet.“ Man müsse auch auf geografische Unterschiede achten. In Ballungsräumen werden höhere Infektionszahlen beobachtet. Daher ist es sinnvoll, entsprechende Schritte einzuleiten.