Cupertino Das weltweit wertvollste Technologieunternehmen Apple tritt zunehmend in den Automarkt ein. Mit einer überarbeiteten Version seiner Carplay-Software will Apple die zentralen Systeme des Fahrzeugs wie Geschwindigkeit, Tankfüllstand, Ölstand und Navigation auswerten.
„Wir arbeiten mit Autoherstellern zusammen, um das Erlebnis im Auto auf allen Bildschirmen neu zu entdecken“, sagte Apple-CEO Emily Schubert auf der jährlichen WWDC-Entwicklerkonferenz am Montag. Partner sind deutsche Automarken wie Mercedes, Audi und Porsche. Die ersten Autos mit dem neuen System sollen nächstes Jahr auf den Markt kommen.
Bisher konnte Carplay hauptsächlich iPhone-Inhalte auf den Autobildschirm übertragen. Künftig sollen Autofahrer damit Autofunktionen wie die Klimaanlage steuern können. Bei einer Demonstration der überarbeiteten Software übernahm Carplay die Anzeige von Informationen wie Geschwindigkeit, Tankfüllstand und Geschwindigkeit des Monitors vor dem Fahrerlenkrad. Auf einem weiteren Display wurden das Navigationssystem und die Temperaturinformationen im Auto angezeigt. „Wir sammeln das Beste aus dem Auto zusammen mit dem Besten aus dem iPhone“, sagte Apple-Manager Schubert.
Schubert kündigte an, dass er eine “tiefe Integration mit der Hardware des Autos” haben werde. Fahrzeugsensordaten können in Echtzeit ausgelesen werden. Dies ist nur ein Auftakt zu den umfangreichen Funktionen des neuen Carplay-Systems.
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Eine Reihe von Autoherstellern arbeite mit Apple zusammen, sagte Schubert und zeigte eine Folie mit 14 Automarken. Dazu gehören neben deutschen Anbietern Marken wie Volvo, Nissan, Ford und Jaguar. Das Handelsblatt hat mehrere Autohersteller zu den Details der Zusammenarbeit befragt. Zunächst wurde darauf eine Antwort erwartet.
Autospiel
ll Das überarbeitete Fahrzeugsystem muss Informationen wie Geschwindigkeit, Tankfüllung oder Ölstand auswerten können.
(Foto: Apfel)
Konkrete Angaben zum genauen Start des neuen Systems machte Apple-Manager Schubert nicht. Sie sagte nur, dass die ersten Fahrzeuge, die das neue Carplay unterstützen, im nächsten Jahr angekündigt werden.
Tatsächlich gehört die Steuerung der zentralen Systeme im Auto zu den Kernkompetenzen des Automobilherstellers. Mercedes hatte im April angekündigt, mehr als 200 Millionen Euro in das sogenannte Elektro-Softwarezentrum in Sindelfingen für Software, Hardware und Systemintegration zu investieren.
Eine Reihe von Unternehmen aus der Technologiebranche versuchen, mit eigenen Lösungen in die Automobilbranche vorzudringen. Auch der chinesische Technologiekonzern Baidu arbeitet mit deutschen Autobauern zusammen und bot sein Betriebssystem DuerOS zunächst kostenlos an. Bisher war Apples Carplay meist eine an den Bildschirm des Autos angepasste Version der iPhone-App. Mit den neuesten Entwicklungen konzentriert sich Apple auch auf das Betriebssystem des Autos.
Das erweiterte Carplay war eine der wichtigsten Ankündigungen von Apple auf der Entwicklerkonferenz. Darüber hinaus wurde die nächste Generation der Macbook Air- und Macbook Pro-Laptops vorgestellt, die mit einer verbesserten Version des von Apple entwickelten M2-Chips ausgestattet sind.
Außerdem stellte Apple die neue Version des iPhone-Betriebssystems iOS 16 vor, das unter anderem den Sperrbildschirm anpassen können soll. Features wie Wettervorhersagen, Ergebnisse von Sportereignissen oder eine Verknüpfung zu Anwendungen wie der des Fahranbieters Uber sollen künftig direkt verfügbar sein. Apples Rivale Google bietet seit einigen Jahren ähnliche Features an.
Das iPhone wird zur Laptop-Kamera
Apple hat auch eine Funktion eingeführt, die das iPhone in eine Laptop-Kamera verwandelt. Die leistungsstarke Kamera sei ideal für Videokonferenzen, begründet dieser Schritt Software-Chef Craig Federico. Die Funktion muss für Mac-Laptops implementiert werden. Ob auch Windows-Laptops das Feature bekommen, ließ Apple zunächst offen.
Auch die Bezahlfunktionen von Apple Pay hat der Konzern ausgebaut. Künftig sollen Verbraucher in bis zu vier Raten einkaufen können. Hierfür fallen keine Gebühren oder Zinsen an. Apple kopiert Funktionen von Zahlungsdienstleistern wie PayPal und Klarna. Das Unternehmen kündigte zudem an, dass Händler künftig auch Zahlungen von Apple empfangen können und das iPhone als Endgerät ausreichen werde.
IPhone
Das neue Betriebssystem iOS 16 enthält mehr Optionen zum Anpassen des Sperrbildschirms.
(Foto: via REUTERS)
Künftig kann Apples Karten-App Routen mit bis zu 15 Haltestellen planen. Die Apple Watch soll eine verbesserte Funktion zum Erkennen und Analysieren von Schlafphasen bekommen.
Mit der Passkeys-Funktion sollen Nutzer von Apple-Geräten auf Passwörter verzichten können. Anstelle von Passwörtern wird mit FaceID-Gesichtserkennung oder Fingerabdruck ein Kryptoschlüssel zur biometrischen Registrierung erstellt. Diese Kryptoschlüssel können zwischen verschiedenen Apple-Geräten und dank der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen auch zwischen Plattformen geteilt werden. Der Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass keine Passwörter erstellt werden, die sich von Dienst zu Dienst wiederholen oder von Hackern über Phishing-E-Mails erbeutet werden können.
Mehr: Wie Apple aus alten iPhones wichtige Rohstoffe wie Gold und Kupfer gewinnen will
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