Stand: 14:27 | Lesezeit: 3 Minuten
Illustration eines Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde
Quelle: Getty Images
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Um das Risiko verheerender Einschläge auf der Erde zu minimieren, suchen Forscher regelmäßig mit speziellen Instrumenten nach Asteroiden. Aber die meisten Suchprogramme haben einen blinden Fleck.
Vor 65 Millionen Jahren stürzte ein Asteroid mit einem Durchmesser von zehn bis fünfzehn Kilometern in die Erde und beendete das Zeitalter der Dinosaurier. Um der Menschheit irgendwann ein ähnliches Schicksal zu ersparen, suchen Astronomen mit Spezialwerkzeugen nach Asteroiden, die eine Gefahr für die Erde darstellen könnten. Doch solche Suchprogramme haben einen blinden Fleck, wie der amerikanische Astronom Scott Shepard kürzlich im Fachblatt Science betonte.
„Die Suche nach Asteroiden findet normalerweise nachts statt – es werden also Himmelskörper gefunden, die sich außerhalb der Erdumlaufbahn befinden“, erklärt Sheppard. Aber auch Asteroiden umkreisen die Erde – und können plötzlich und unerwartet aus Richtung der Sonne auf unseren Planeten schießen.
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Das wissen Forscher natürlich schon lange – nur Beobachtungen in Richtung Sonne sind schwierig. Es gibt bereits einige Teleskope, die sich auf Dämmerungsbeobachtungen spezialisiert haben – und tatsächlich haben sie bereits mehrere bisher unbekannte Asteroiden entdeckt, die sich ausschließlich in der Erdumlaufbahn befinden.
Erst letztes Jahr wurde ein Asteroid entdeckt, der die Umlaufbahnen von Venus und Merkur kreuzt. Er bewegt sich auf einer stark elliptischen Umlaufbahn und kommt der Sonne näher als jeder andere bekannte Asteroid.
Der überraschende Befund wirft Fragen auf
Der mit 2021 PH27 katalogisierte Himmelskörper ist vermutlich etwa einen Kilometer groß – was die Entdecker überraschte. Denn tatsächlich hat der Mensch nur wenige größere Asteroiden in der Erdumlaufbahn vermutet. So schnell einen zu finden, wäre ungewöhnlich. Vielleicht gibt es also viel mehr große – und damit besonders gefährliche – Asteroiden im inneren Sonnensystem als gedacht?
Shepherd mahnt hier zur Vorsicht: Die Größe eines Asteroiden abzuschätzen ist schwierig, 2021 PH27 könnte deutlich kleiner sein und dann besser zu früheren Vorhersagen passen. Er warnt jedoch auch davor, dass die meisten Asteroiden in der Erdumlaufbahn bisher unentdeckt geblieben sind – daher ist es schwierig, die von ihnen ausgehende Gefahr einzuschätzen.
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Es ist unwahrscheinlich, dass es viele Asteroiden geben wird, die größer als ein Kilometer sind – von Astronomen als „Planetenkiller“ bezeichnet, weil sie Regionen von der Größe von Ländern vollständig verwüsten und bis zum Zusammenbruch des derzeitigen Ökosystems starke globale Auswirkungen haben würden. Aber selbst ein hundert bis zweihundert Meter großer Asteroid würde wie eine große Atombombe eine ganze Metropole zerstören.
Es ist möglich, sagt Shepard, dass es ein Reservoir solcher kleineren Asteroiden gibt, die Vulkanoide genannt werden und den Merkur umkreisen, den Planeten, der der Sonne am nächsten ist. Solche Vulkanoide könnten aufgrund von Bahnstörungen weiter nach außen wandern und so schließlich die Erde bedrohen. Daher sollte die Suche nach sonnennahen Asteroiden nicht nur aufrechterhalten, sondern auch ausgebaut werden.
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Auch Asteroiden aus dem inneren Sonnensystem stellen eine Gefahr dar, denn die Warnzeit wäre deutlich kürzer, wenn ein solches Objekt tatsächlich auf dem Weg zur Erde wäre. Daher ist es wichtig, die Umlaufbahnen aller Asteroiden zu bestimmen und zu überwachen, die möglicherweise eine Bedrohung für die Erde darstellen könnten.
Als besonders erfolgreich erweist sich derzeit ein Vier-Meter-Teleskop am Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile. Es hat bereits mehrere Objekte im Erdorbit entdeckt – darunter 2021 PH27.
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