Waldbrände breiten sich aus – Katastrophenalarm in Bad Schandau
Alle Wälder im SOE-Gebiet geschlossen, die Behörden rechnen mit mehrtägiger Vernichtung, der Innenminister unterbricht den Urlaub – die Lage im Newsblog.
Von Eric Geipel, Katharina Gust und Anja Weber
24 min In der Sächsischen und Böhmischen Schweiz brennen große Waldflächen. © CTK/AP/dpa
Waldbrände in der Böhmischen Schweiz und in der Sächsischen Schweiz – Highlights in Kürze
14:56 Uhr: Der Innenminister vertagt sich in die PauseSachsens Innenminister Schuster (CDU) bricht seinen Urlaub ab. Schuster twitterte dies am Dienstag. Zuvor hatte das Innenministerium mitgeteilt, dass Schuster (HDS) seinen Urlaub nicht unterbrechen wolle, sondern seine Staatssekretärin sich vor Ort über das Geschehen erkundige. Das berichtet Sächsische.de.
14.45 Uhr: Wälder im Bereich Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind nicht mehr zugänglich
Im gesamten Bezirk Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gilt ab sofort ein eintägiges Waldverbot. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Grund sind die Waldbrände in der Region. „Das Betreten des Waldes, auch auf allen Waldwegen, ist verboten. Es besteht Gefahr für Leben und Gesundheit“, heißt es in der Kreisverwaltung. Der Löscheinsatz wird nach Behördenangaben voraussichtlich mehrere Tage dauern.
14.17 Uhr: Grüne Minister kommentieren WaldbrändeUmweltminister Wolfram Günther (Grüne) dankte den Einsatzkräften für ihren Einsatz und sprach von einer „Tragödie für die Region“, insbesondere für diejenigen, die vom Tourismus leben. „Ich bitte die Bevölkerung und Touristen, das Gebiet zu meiden, das nächtliche Betretungsverbot zu respektieren und die Löscharbeiten nicht zu stören“, sagte der Minister. „Hier erleben wir die Folgen der Klimakrise mit Dürre, Hitze und verdorrten Wäldern. Die Klimakrise kennt keine Landesgrenzen.“ Deshalb soll die Zusammenarbeit mit den tschechischen Kollegen ausgebaut werden.
Sachsens Justizministerin Katja Mayer (Grüne) nannte die Situation „erschreckend“. Das Feuer macht an der Grenze nicht halt, die Klimakrise auch nicht. „Deshalb funktionieren Klimaschutz und Katastrophenschutz nur gemeinsam.“
13.41 Uhr: In Sebnitz ist erneut ein Feuer ausgebrochen
Während sich die Lage in der Böhmischen Schweiz zumindest nicht verschlechterte, brach in Zebnitz ein weiterer Brandherd aus. Flammen wurden unterhalb der Pietzschmühle im Sebnitzer Ortsteil Ottendorf festgestellt. Die Freiwillige Feuerwehr Sebnitz versucht, den Brand unter Kontrolle zu bringen.
13.17 Uhr: Die tschechische Polizei ermittelt
Während die Feuerwehr weiterhin gegen die Brände in der Böhmischen Schweiz kämpft, hat die örtliche Polizei eine Untersuchung des Brandes eingeleitet. Sie schließen Brandstiftung als Ursache für den verheerenden Waldbrand nicht aus. Dies bestätigte Daniel Vitek, Sprecher der regionalen Polizeidirektion für die Region Usti, gegenüber CT24. „Wir untersuchen den Fall auch unter dem Gesichtspunkt der strafrechtlichen Fahrlässigkeit“, sagte er.
Neben den Ermittlungen haben die Ordnungskräfte auch die Aufgabe, die Straßen rund um Hrensko zu sichern. Sie blockierten auch die Straße von der deutschen Seite und von Jetřichovice. Andere Polizisten sind in Dörfern, aus denen Bürger evakuiert wurden, um Plünderungen oder Diebstähle zu verhindern. Die meisten Menschen folgten den Anweisungen der Polizisten“, sagte Dan Vitek, ein Sprecher der Regionalpolizei.
12.51 Uhr: Die Feuerwehr rechnet mit einem langwierigen Löscheinsatz
Feuerwehrleute in der Böhmischen Schweiz wagen noch keine Prognose, ob das Feuer bald anwachsen oder eingedämmt werden wird. Es gibt mehrere Brandherde, die teilweise in schwierigem Gelände nicht erreicht werden können.
Insgesamt sind 400 Feuerwehrleute im Einsatz, was Kommandanten als „extrem komplex“ bezeichnen. Das Feuer werde mit Sicherheit „mehrere Tage“ andauern, hieß es in der Pressemitteilung. Lokale Feuerwehrleute werden auch von Kollegen aus den weiter entfernten Regionen Pilsen, Pardubitz, Mittelböhmen und Königgrätz unterstützt. Auch aus Italien sollen schnellstmöglich Sonderflugzeuge nach Tschechien geschickt werden.
Ministerpräsident Petr Fiala, der am Unfallort ist, lobte am Mittag im tschechischen Fernsehsender ČT24 den großen Einsatz und die Professionalität der Feuerwehrleute.
Seit Dienstagabend trägt der Wind Brandgeruch ins Landesinnere Tschechiens. Der Rauch war am Morgen bis in 100 Kilometer Entfernung in Prag zu spüren und erreichte gegen Mittag die Ostgrenze der Republik bei Ostrava (Mährisch-Ostrau). Feuerwehrleute und Polizei meldeten Hunderte von Notrufen, konnten den Menschen jedoch versichern, dass das Feuer nicht in ihrer Nähe war.
12.31 Uhr: Die Außenminister lobten die Zusammenarbeit bei der Brandbekämpfung
Die Tschechische Republik hat um zusätzliche internationale Unterstützung zur Bekämpfung der Brände in der Böhmischen Schweiz gebeten. Aktuell helfen Feuerwehrteams aus Deutschland und Polen beim Löschen des Feuers. Auch aus der Slowakei wird schweres Gerät erwartet.
Die Chefdiplomaten Deutschlands und Tschechiens, Annalena Baerbock und Jan Lipavsky, würdigten die Zusammenarbeit der Feuerwehren beider Länder bei der Bekämpfung der sich ausbreitenden Waldbrände in der Böhmischen Schweiz. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz sagte Baerbock: „Brände machen nicht an Grenzen halt. Sicherheit im 21. Jahrhundert bedeutet auch Bevölkerungsschutz. In Krisen sollten wir näher zusammenrücken, statt uns zu distanzieren.“
Nach Angaben des Bundesaußenministers hat Europa in den vergangenen Jahren weitere schwere Waldbrände erlebt. „In Südeuropa haben wir ständig Einheiten der EU mit Löschflugzeugen. Ähnliches brauchen wir auch in Ostmittel- und Nordeuropa, wie der aktuelle Brand an der tschechisch-deutschen Grenze zeigt.”
Bei ihrem Besuch in Prag sprach Außenministerin Analena Berbok auch mit ihrem tschechischen Amtskollegen Jan Lipavsky über die aktuelle Situation mit Waldbränden an der Grenze. © Sulova Katerina/CTK/dpa
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