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Asyl – Marketing gegen Migration

Auf keinen Fall, keine Chance.” Diese krassen Worte prangten auf den neuen Plakaten der “Anti-Marketing-Kampagne” des Innenministeriums. Kein Weg und keine Chance in Österreich. sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Dienstag. Deshalb gebe es bereits eine Aufklärungsmaßnahme, mit der wir unter dem Titel „Migrationsmythen“ auf Schmuggellügen hinweisen und Migranten warnen wollten, sagte Karner.

„Anti-Werbung“ im Internet

Schmuggel sei ein lukratives Geschäft, betonte Gerald Tatzgern, Migrationsexperte und Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schleuserkriminalität. Schmuggler sind keine Fluchthelfer, sondern gefährliche Kriminelle, die vom Leid der Menschen profitieren. „Waren dürfen nicht verrotten“ als Metapher, die Schmuggler untereinander für „Migranten dürfen nicht sterben“ verwenden, ist nur ein Beispiel für das menschenverachtende Geschäft der Kanalisation.

Ihre Werbung erfolgt in erster Linie in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Telegram. Dort verbreiten sie Versprechungen über europäische Länder. Beispielsweise werden Bilder von Luxuskreuzfahrtschiffen verwendet, um für Mittelmeerüberquerungen zu werben. In Wirklichkeit handelt es sich oft um kleine, unsichere Schlauchboote.

Ein großes Problem sei auch die schnelle Einrichtung der Traktoranzeige, sagte Tatzgern. Zum Beispiel reagierten Schleuserbanden schnell auf den Krieg in der Ukraine und machten Werbung dafür, dass die europäischen Länder nun offen für Migranten seien.

Um diesen „eingeschmuggelten Lügen“ besser entgegentreten zu können, wird auch die neue Kampagne des Innenministeriums vorrangig online stattfinden. Es wird auf Facebook, Instagram und Google Ads in insgesamt acht Herkunftsländern und deren jeweiligen Sprachen veröffentlicht. Preispunkt: 260.000 €.

Ob Stacheldrahtzaun oder Grenzwächter mit Hunden – in der Werbung werden mitunter drastische Motive eingesetzt. Das sei aber dringend notwendig, betonte der Innenminister. Denn man muss den Menschen klarmachen, was sie mit dem Laufen aufs Spiel setzen: ihr Leben.

Österreichs Asylsystem müsse laut Karner „zuverlässig“ bleiben. Eine klare Unterscheidung zwischen Asyl und anderen Formen der legalen Einwanderung ist daher notwendig. Es gibt einen Zufluchtsort für all jene Menschen, die Schutz und Hilfe brauchen. Für Menschen, die dies nicht tun, gibt es Möglichkeiten zur legalen Einwanderung, wie eine Rot-Weiß-Rot-Karte in Österreich, sagt Karner-

Es kehrt als systemische Erleichterung zurück

Flüchtlinge, die kaum eine Chance auf Asyl haben, belasten das System stark. Der Innenminister will deshalb beschleunigte Verfahren für “Null-Chance-Länder” wie Indien und Tunesien. Bis Juli wurden bereits 15.000 dieser Schnellverfahren durchgeführt. Um das Asylsystem zu erleichtern, müsse die “brutale Menschenhandelsmafia”, wie Karner es nannte, bekämpft werden. Bisher wurden mehr als 340 Menschenschmuggler festgenommen. Eine zusätzliche systemische Entlastung ist laut Karner die entsprechende Rückführung im Falle eines negativen Asylantrags. In diesem halben Jahr sind es bereits 6.200, davon 60 Prozent ehrenamtlich. Der Innenminister appellierte erneut an die EU. Er sieht sie in der Verantwortung für rasche Rückführungsabkommen und den Schutz der Außengrenzen und will auch die Möglichkeit von Verfahren in sicheren Drittstaaten erörtern.

Die syrische Übersetzerin Rasha Korti hat bereits Tausende SMS und Sprachnachrichten übersetzt. Sie seien besonders brutal und menschenverachtend, die Schmuggler handeln aus reiner Profitgier. Der gebürtige Syrer sagte auch, dass Syrien bis auf wenige Gebiete wieder sicher sei. Viele der Männer, die von dort kamen, wollten dem Militärdienst entgehen. Corti sprach auch von “wirtschaftlichem Missbrauch des Asylrechts”. Nach Angaben des Innenministers gibt es trotz angeblich besserer Lage dort noch keine Rückführungen nach Syrien. Mittelfristig will er dieses Problem aber auch auf EU-Ebene lösen.

Eine alte Idee in neuem Design

Die Idee des Innenministeriums ist nicht neu. Bereits 2016 hatte die damalige Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) auf eine solche „Kampagne“ gedrängt. Sie stellte eine „Anti-Migrations-Kampagne“ in Afghanistan vor. Ziel dieser sei es auch gewesen, Schmugglerlügen aufzudecken und einzuschränken der Flüchtlingsstrom in die Heimat ihre Länder Anders als bei der heutigen Online-Kampagne waren es damals in Afghanistan Plakate mit dem Slogan „Kein Asyl in Österreich“. Die endgültigen Kosten beliefen sich auf 13.647 Euro, wie eine parlamentarische Anfrage an Mikl-Leitner im Jahr 2016 zeigte. Bei der Erfolgskampagne gab es jedoch keine klaren Antworten.