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Benzinsteuer: Habek erklärt den Ampelplan – Warnung und Ärger folgen: ‘Ringing Slap’

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Erstellt: 2022-08-20 04:46

Von: Florian Naumann

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Hier kommt die Gasrechnung. Robert Habeck erläuterte am Montag die Pläne für die Ampel – schnell wurden Warnungen vor schlimmen Folgen laut. Worum geht es:

Berlin – Robert Habeck merkte am Montagnachmittag deutlich, dass dies noch nicht das Ende eines angenehmen Treffens war. Mit etwas gequälter Miene erläuterten die Grünen die Gründe und Folgen des neuen Gaszuschlags. Am bemerkenswertesten ist sicherlich, dass Privatkunden und Unternehmen mehr für Gas bezahlen müssen. Wenige Stunden zuvor hatte eine gemeinsame Gesellschaft von Gasversorgern die Höhe der Gebühr bekannt gegeben.

Über einen alternativen Schritt wollten der Wirtschaftsminister und der Vizekanzler nicht sprechen. Aber er präsentierte die Wahlmöglichkeiten ziemlich deutlich: “Die Alternative ist nicht ‘keine Bezahlung’. Die Alternative wäre der Zusammenbruch des deutschen Energiemarktes und damit großer Teile des europäischen Energiemarktes.“ „Diese Abgabe ist die gerechteste Form“, erklärte Habeck.

Doch daran gibt es Zweifel – auch wenn Habek wie Bundeskanzler Olaf Scholz die Erleichterungen schnell auf die Tagesordnung setzt. Sozialverbände, Parteien und Wirtschaftsvertreter sehen große Probleme in Deutschland. Und ein paar unerledigte Hausaufgaben. Auch die Frage nach der Rolle des Koalitionspartners FDP brachte die Grünen ins Schwitzen.

Wirtschaftsminister Robert Habeck sieht gute Gründe für die Gasfestsetzung und erntet Kritik aus allen Richtungen. © Odd Andersen/AFP

Gaszuschlag: Neue Zoff-Ampel? Fragen zur Rolle der FDP wich Habek aus

Ein Journalist wollte wissen, ob eine steuerfinanzierte Vergütung nicht gerechter für Gasversorger wäre, die von hohen Einspeisepreisen und teilweise langfristig niedrigen Kundenverträgen betroffen sind. “Der politische Rahmen, in dem diese Koalition operiert, war von Anfang an klar”, sagte Habek. Dabei stellte sich lediglich die Frage, ob die Umlage allen Gaskunden oder nur den vom russischen Gasverbot betroffenen Anbietern auferlegt würde. Die Bundesregierung hat sich für eine “breite” Lösung entschieden.

Ist das ein Seitenhieb auf das entschiedene Nein der Liberalen zu Steuererhöhungen? Habek zog sich nach einem kurzen Atemzug zurück. “Wir haben uns auf das Honorar geeinigt”, betonte er. Es gab auch kein Gegenangebot “mach was anderes”.

Demnach sind nun nur noch Gaskunden betroffen – aber alle. Schnell kursieren Schätzungen, was die neue Abgabe die Verbraucher kosten könnte. Bei einer Familie mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden könnten das 576 Euro pro Jahr sein, bei einem Haushalt 144 Euro. Erlaubt die EU Deutschland, auf die Gebühr keine Umsatzsteuer zu erheben, verringern sich die Beträge entsprechend. Habek erklärte sofort Erleichterung, wenn das nicht geschehe. Außerdem versprach er Menschen, die unter starkem Stress standen, generell „gezielte“ Hilfe. In einem Tweet sprach Scholz sogar von einem ganz anderen Hilfspaket. Die Kritik ist jedoch groß – an Nachforderungen mangelt es nicht.

Benzinpreise – Habek räumt ein: Es können Zusatzkosten anfallen

Das Kreuzfeuer der Warnungen kommt aus beiden Richtungen der Betroffenen. Sozialverbände, aber beispielsweise auch die Linke fordern neue Modelle für finanziell schwächere Haushalte. Auch die CSU bittet um Mithilfe. Andererseits sieht die Branche bereits neue Probleme.

Übrigens scheint nicht klar, dass die Mehrkosten durch die Gassteuer bestehen bleiben. „Diese Abgabe ist nicht die einzige, die es gibt“, räumte Habeck ein – obwohl sie wohl die volumenstärkste ist. Als Beispiel nannte er die Lagergebühr. Eine Ankündigung werde “bald” erfolgen. Einige Distributionen sind “alt”, aber oft “null”. Kostenpunkte wollte Habek nicht nennen – bei der Höhe des Gaszuschlags wäre aber ein „definitiv nein“ gewesen.

Die Gasgebühr kommt: Entlastung für private Gaskunden – Forderungen und Ideen vom Montag

  • Sozialquote: Die Gewerkschaft Verdi hat eine Gaspreisobergrenze für den „Normalverbrauch“ einer vierköpfigen Familie von 12.000 Kilowattstunden eingeführt. Die Ausgaben für diese Gasmenge müssten auf das Niveau von 2021 gedeckelt werden.
  • Finanzspritzen an anderer Stelle: Grünen-Chefin Ricarda Lang erklärte: „Neben einem deutlich ausgeweiteten Wohngeld oder höherem Kindergeld könnte auch eine Neuauflage der Energiepreisbindung angebracht sein.“ Die FDP war sofort skeptisch. In den Funke-Zeitungen forderte der Sozialverband Deutschland in Person seines Chefs Adolf Bauer „Armutssichere Regelsätze“, die Einführung einer Kindergrundsicherung, eine Wohngeldreform und die Zahlung eines Energiewohngeldes von 300 Euro Menschen, die Rentner sind.
  • Mehrwertsteuersenkung: Nicht nur die Mehrwertsteuer auf den Kostenzuschuss durch die Umlage ist ein Ansatzpunkt: Der Energiewirtschaftsverband BDEW hat vorgeschlagen, die gesamte Mehrwertsteuer auf den Gas- und Strompreis auf den ermäßigten Satz von sieben zu senken Prozent, für mindestens zwei Jahre. Davon würden auch Unternehmen profitieren.
  • Großes Entlastungspaket: „Einen Benzinzuschlag ohne gleichzeitiges Entlastungsprogramm zu präsentieren, ist respektlos“, sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe Alexander Dobrind der dpa. Ein Hilfspaket wird dringend benötigt. Sonst würden die Energiekosten für viele Familien zur Armutsfalle. Konkreter wurde der CSU-Politiker nicht.
  • Finanzierung über Steuern statt Gebühren: Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding, kritisiert die Ungerechtigkeit des Gebührenmodells. Wer mit Kohle, Öl oder Wärmepumpen heizt, habe Glück, sagte er im Phoenix TV. Gaskunden zahlen die Rechnung für Fehlentscheidungen, die sie nicht getroffen haben: „Deshalb wäre eine Steuerfinanzierung besser gewesen.“ „um die am stärksten von steigenden Preisen Betroffenen zu entlasten“.
  • Andere Berechnungsmethoden: Die Linke stellte die mathematischen Methoden zur Erhebung der Gebühr in Frage. „Die Berechnung erscheint recht willkürlich. Wenn Anbieter, die nicht in die roten Zahlen schreiben, die Gebühr kassieren können, ist das ein Affront gegen die Bürger“, sagte Fraktionsvorsitzender Dietmar Barch. Er ging auch nicht näher darauf ein. Barch drohte mit Protesten: „Wir brauchen einen heißen Protestherbst gegen die Energiepolitik der Bundesregierung.“ Parteivorsitzender Martin Schirdevan erwog ebenso wie Lang eine Steuer auf Mehrgewinne. Er beklagte einen „schallenden Schlag ins Gesicht“ vor allem für einkommensschwache Haushalte.
  • Verzögerung bis Entlastungspaket: Noch sind viele Fragen offen – deshalb sollte die Regierung die Einführung der Abgabe hinauszögern, forderte der Verbraucherzentrale Bundesverband: „Während die Koalition für weitere Entlastungsmaßnahmen plädiert, sollte die Abgabe aus Steuermitteln finanziert werden.“

Umlage für Gas und Industrie – die Forderungen der Wirtschaft:

  • Entlastung für Unternehmen: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag wies auf steigende Kosten für Unternehmen hin. „Das Gaspreisniveau hat nicht nur ein kritisches, sondern in vielen Fällen ein existenzbedrohendes Niveau erreicht“, erklärte DIHK-Präsident Peter Adrian. „Die Wirtschaft braucht jetzt dringend Klarheit über die angekündigten Hilfsmaßnahmen, sonst droht eine Kaskade von Fabrikschließungen und Produktionsstillständen.“
  • Verlängerung: Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat zur Unterstützung besonders schutzbedürftiger Unternehmen aufgerufen. „Die Politik sollte über eine Verlängerung des Zuschlags über 2024 hinaus nachdenken, weil die Kosten viele Unternehmen überfordern werden“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Holger Lösch laut Mitteilung.
  • Unterstützung für angeschlagene Unternehmen: Wohnungsunternehmen baten um staatliche Förderung. Sie seien besonders betroffen, „da sie bereits stark steigende Kosten durch deutlich höhere Zahlungen an Lieferanten finanzieren müssen“, erklärte der Präsident des GdW-Verbands, Axel Gedashko. Einige sozial orientierte Wohnungsunternehmen hätten bereits hohe Vorauszahlungen, die zu akuten finanziellen Schwierigkeiten führen würden. „Deshalb sollten im ersten Schritt Bürgschaftsprogramme die Liquidität ansonsten insolvenzgefährdeter Wohnungsunternehmen sichern.“

Gassteuer kommt für Deutschland: Habeck greift Putin und seine Vorgänger an

Es gab aber auch Zuspruch. Fällt der Zuschlag weg, steigt das Insolvenzrisiko der Lieferanten. „Kunden müssen dann neue Verträge zu deutlich höheren Tagespreisen abschließen“, sagt der Kieler Volkswirt Stefan Kutz. Denn der Kostenanstieg ist nicht auf den Gaszuschlag zurückzuführen, sondern auf höhere Importpreise für Erdgas. „Wenn die Gasversorger flächendeckend einen Brutto-Gaszuschlag von 2,419 Cent pro Kilowattstunde an die Kunden weitergeben, dürfte das die Inflationsrate bis zum Jahresende um fast einen Prozentpunkt (0,9 Prozentpunkte) steigen lassen“, schätzt Coutts.

Dieses Modell ist gescheitert. Und es kommt auch nicht zurück.

Außerdem ließ Habek keinen Zweifel daran, wen er für die Schuld an der Situation hielt: Wladimir Putin – und zumindest indirekt die Vorgängerregierungen. Putin führe einen “Wirtschaftskrieg”, sagte Green. Gleichzeitig habe Deutschland „ein Geschäftsmodell entwickelt, das weitgehend auf der Abhängigkeit von billigem russischem Gas basiert …