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Berühmter YB-Trainer: „Ich bin Profi, ich reite am Schwanz entlang“

Veröffentlicht am 14. Juni 2022, 16:21 Uhr

Trainerin Imke Wübenhorst wurde durch ihre schnelle Ansprache weltberühmt. Sie übernimmt nun den Trainerposten bei YB Women.

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Imke Wübenhorst ist die neue Cheftrainerin der YB-Frauen.

YB

Der 33-jährige Deutsche unterschrieb bei den Bernern einen Zweijahresvertrag.

YB

Wübbenhorst tritt an der Seitenlinie an, hier für die Sportfreunde Lotte.

Bild imago / osnapix

Sie ist auf jeden Fall schnell. Schweizer Journalisten, die etwas über den neuen YB-Coach ärgern wollen, müssen aufpassen. Sie, das ist die 33-jährige Imke Wübenhorst. Die Deutsche unterschrieb bei den YB-Frauen einen Vertrag für die nächsten zwei Spielzeiten.

Wübenhorst begann seine Trainerkarriere 2010 noch aktiv in der Bundesliga im Nachwuchsbereich des Hamburger SV, wechselte dann zum BV Cloppenburg, wo er C- und B-Junioren trainierte. 2016 wurde sie Cheftrainerin der 2. Frauen-Bundesliga. Im Sommer 2018 wagte sie den Schritt in den Männerfußball und übernahm die 1. Mannschaft der Oberliga Niedersaksen. Dort wurde sie berühmt. Auf die beiläufige Frage eines Journalisten, ob sie eine Sirene auf dem Kopf tragen würde, damit ihre Spieler vor dem Betreten der Kabine noch schnell eine Hose anziehen könnten, antwortete sie: “Ich bin Profi, ich stelle mich am Heck auf.” Die perfekte Antwort auf eine chauvinistische Frage.

Nach Hongkong und Brasilien

Diese Aussage machte Wübbenhorst weltberühmt, und die schnelle Reaktion ging bis nach Hongkong und Brasilien. In Deutschland wurde dieser Satz zum Fußball-Slogan 2019 gewählt und mit 5.000 Euro prämiert. Wübbenhorst spendete das Geld „an eine Teilnehmerin, die gerade eine Fußballlehrerausbildung bei mir absolviert. Er trainiert die Nationalmannschaft von Menschen mit Hirnerkrankungen und sie könnten das Geld gebrauchen“, sagte sie gegenüber Deutschlandfunkkultur.de.

Wübenhorst erhielt nach seinem Abschluss als Fußballlehrer die Uefa Pro-Lizenz 2020 in Deutschland. Sie trainiert nun die YB-Frauen und übernimmt die Französin Aurélien Mioch. Die Berner beendeten die vergangene Saison auf dem siebten Platz von zehn Mannschaften. Es gibt also viel Arbeit für Wübenhorst – auch abseits des Platzes. Doch Journalisten dort werden sich im eigenen Interesse vor leichtfertigen Äußerungen hüten.