Stand: 07.09.2022 10:48 Uhr
The Broken Forest Fire ist immer noch nicht aus. Rettungsdienste müssen heute mehr am Boden helfen und bergab arbeiten. Dies könnte der letzte Tag des Einsatzes von Löschflugzeugen sein.
90 Einsatzkräfte müssen laut Feuerwehrkommando nach Königsberg – einem Seitenhügel des Brockens – geflogen werden und sich von dort nach unten vorarbeiten. Weitere 100 Kräfte werden von der Seite unterstützen. Gestern konnten den Angaben zufolge bereits erste Erfolge beim Löschen des aufgeschütteten Sumpfes erzielt werden. Heute Abend soll entschieden werden, ob die Löschflugzeuge weiter eingesetzt werden sollen. Ob der heute erwartete Regen zur Bekämpfung des Broken Wildfire beitragen wird, hängt von der Niederschlagsmenge ab.
AUDIO: Lesen Sie mehr über das Risiko von Buschbränden: „Wir müssen bessere Vorkehrungen treffen“ (07.09.2022) (8 Min.)
Auf einer Fläche von 160 Hektar brennt das Feuer Broken Forest
Das Feuer umfasst 160 Hektar. Das teilte die Region Harz am Dienstag mit. Zuvor übernahmen die Behörden 150 Hektar. „Nach Auswertung der neuesten Wärmebilder des Aufklärungshubschraubers hat sich das Feuer auf 160 Hektar ausgebreitet“, sagte ein Sprecher. Das Feuer breitete sich unterirdisch aus, ohne entdeckt zu werden. Die Erklärung, dass das Feuer unter Kontrolle sei, werde jedoch aufrechterhalten, sagte er.
Die Löscharbeiten werden voraussichtlich mehrere Tage dauern
Am Dienstag wurden sieben Hubschrauber zur Brandbekämpfung eingesetzt. Vor Ort versuchte ein Feuerwehrteam, in den Wald vorzudringen. Ein weiterer musste in das undurchdringliche Moor geflogen werden, das ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die beiden Löschflugzeuge fuhren weiter. Auch wenn der Brand weitgehend unter Kontrolle ist, werden die Löscharbeiten voraussichtlich noch mehrere Tage andauern, so Landesbrandmeister Kai-Uwe Lohse. Er glaubt, dass es nächste Woche dauern könnte, da sich die Glut weiter erhitzt.
Der Umweltminister: Brandschneisen im Nationalpark sind ausgeschlossen
Umweltminister Olaf Lees (links) erfährt im Gespräch mit Nationalpark-Direktor Wurmberg Roland Pietsch (rechts) vom Waldbrand am Brocken.
Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) war am Dienstag im Harz. Dort könne es nicht darum gehen, Brandschneisen durch den geschützten Wald zu schlagen. Die Regeln des Nationalparks ließen dies nicht zu. Es muss jedoch ein Zugang geschaffen werden, damit Rettungsdienste bei zukünftigen Bränden auf betroffene Bereiche zugreifen können. Immer mehr Stimmen aus Sachsen-Anhalt fordern, das Totholz aus dem Park zu entfernen. Die Lügen sagten, das würde nicht funktionieren – dafür gab es zu viel totes Holz. Außerdem gibt es im Nationalpark Harz inzwischen breite Pufferstreifen um die Dörfer herum. Ähnlich sieht das auch der Leiter des Nationalparks, Roland Pietsch.
Bessere Wasseraufnahme: Arbeiter lockern den Boden
Landrat Thomas Balcerowski (CDU) hat am Sonntag den Katastrophenfall für die Harzregion ausgerufen. Damit ist es zum Beispiel möglich, zusätzliche Kräfte anzufordern und bedrohte Gebiete zu evakuieren. Polizisten haben das für Besucher gesperrte Gebiet rund um den Brocken gesichert. Unter den 160 Hektar, die betroffen sind, befindet sich ein Moor von etwa 60 Quadratmetern. Dort sind übrigens Nationalparkbeamte unterwegs, um den Boden mit Handhacken zu lockern. Aus der Luft freigesetztes Löschwasser kann laut Nationalpark-Manager Pietsch besser in den Boden eindringen. Anfangs gab es im Moor keine offenen Feuer, aber es bestand die Gefahr, dass sich die Brände unterirdisch ausbreiten würden.
Internationale Hilfeleistung mit Löschflugzeugen
Die beiden von Italien angeforderten Löschflugzeuge sind seit Montagmorgen am Brocken. Die Maschinen liefern alle 20 Minuten Wasser aus dem Concordiasee am Fuße des Harzes in Sachsen-Anhalt. Die Harzwasserwerke gaben die Talsperren von Oker und Oder zur Wasserentnahme frei. Die Koordination in der Luft übernahm ein Team der weltweit tätigen Zivilschutzorganisation @fire. Nach Angaben der Region Harz sind rund 300 Feuerwehrleute im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. Ein technisches Gerät sei explodiert, sagte ein Sprecher des Landkreises Harz am Montagabend. Der Feuerwehrmann wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Brandzentrum Bergmannstrost Halle (Sachsen-Anhalt) gebracht.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, dass Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) derzeit die Arbeit der Harzer Bergfeuerwehr kritisiert. Diese Aussage ist falsch. Wir haben den Fehler behoben.
VIDEO: Ein Löschflugzeug füllt 6000 Liter Wasser in zwölf Sekunden (1 Minute)
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Informationen zum NDR | Aktuell | 07.09.2022 | 10:20 Uhr morgens
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