Germany

Bundeskanzler Scholz will nach Kiew reisen

Wut über Steinmeiers Absage

Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskyj hat Scholz vor Wochen nach Kiew eingeladen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte Mitte April einen Besuch im Land geplant, wurde aber abgelehnt. Viele deutsche Politiker, allen voran die SPD, ärgerten sich darüber. Scholz sagte dann, die Absage habe seine eigene Reise behindert.

Nachdem sich die Irritationen gelegt hatten, sagte Scholz, bei einer solchen Reise gehe es nicht um Symbole, sondern um Inhalte: „Ich werde mich nicht einer Gruppe von Menschen anschließen, die mit einem Fotoshooting kurzzeitig etwas rein und raus machen. Aber wenn, dann geht es immer um ganz viele konkrete Dinge.“

Wird geladen …

Einbettung

Außenministerin Analena Berbok, Entwicklungsministerin Svenja Schulze, Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Landwirtschaftsminister Jem Özdemir waren bereits als Vertreter der Bundesregierung in der Ukraine. Dass Scholz als einer der wenigen hochrangigen Politiker in Europa noch nicht nach Kiew gereist ist, ist auf Kritik gestoßen. CDU-Chef Friedrich Merz sagte nach seiner eigenen Reise in die ukrainische Hauptstadt über die Kanzlerin: „Wer einer Nation helfen will, muss dort sein und persönlich vorbeikommen.“

Die Ukraine hofft, bald den EU-Mitgliedschaftsstatus zu erhalten

Stattdessen tourte Scholz am Freitag und Samstag durch fünf Balkanländer. Auch diese Reise befasste sich mit dem Thema EU-Beitritt. Vor 19 Jahren wurde sechs Ländern des Westbalkans der Beitritt zur Europäischen Union zugesagt. Keiner von ihnen steht heute kurz davor, beizutreten. Zwei haben nicht einmal Kandidatenstatus. Auch die Ukraine ist besorgt über einen möglichen Beitritt.

Das Land hofft, dass die EU es auf ihrem Gipfel vom 23. bis 24. Juni – kurz vor dem G7-Gipfel vom 26. bis 28. Juni – zum Kandidatenland erklären wird. Die Europäische Kommission beabsichtigt, nächste Woche eine Empfehlung zu diesem Thema abzugeben. Deshalb reist Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU) am Wochenende zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn nach Kiew. Dort traf sie mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen.