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Bundesregierung plant: Erleichterte Einwanderung auch für Lebensmittelarbeiter

Stand: 04.07.2022 19:10 Uhr

Die Bundesregierung will die Zuwanderung für ausländische Arbeitnehmer vereinfachen. Nach Flughafenmitarbeitern gibt es nun ähnliche Pläne für das Gastgewerbe. Die FDP fordert derweil, Englisch als zusätzliche Amtssprache einzuführen.

Auch für das Gastgewerbe plant die Bundesregierung im Rahmen der Flughafenpersonal-Sonderverordnung eine erleichterte Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte. „Der Arbeitskräftemangel hat sich durch die Pandemie deutlich verschärft“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Feiser (SPD) in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Sowohl im Luftverkehr als auch in der Gastronomie und Hotellerie herrscht ein massiver Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel. „Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und ich wissen, dass wir es dort für ausländische Arbeitnehmer einfacher machen müssen. Gemeinsam mit Heil (SPD) will sie noch in diesem Jahr Änderungen vorschlagen, „um gute Arbeitskräfte nach Deutschland zu holen“.

Personalmangel führt zu Chaos an Flughäfen

Aufgrund der enormen Schwierigkeiten an deutschen Flughäfen hat die Bundesregierung Fast-Track-Regelungen in Aussicht gestellt, damit Betreiber leichter vorübergehend Personal einstellen können. Die Arbeitskräfte, die unter anderem in der Gepäckabfertigung fehlen, werden größtenteils in der Türkei eingestellt.

Um Deutschland für Fachkräfte attraktiver zu machen, müssten “viele Hausaufgaben gemacht werden”, fügte Feiser hinzu. „Wir brauchen eine schnellere Anerkennung von Berufsqualifikationen und weniger Bürokratie“, sagte der DSDP-Politiker. Gemeinsam mit Heil und Kultusministerin Bettina Stark-Wattzinger (FDP) arbeitete sie intensiv daran. Es solle auch klar sein, dass es nicht um Dumpinglöhne gehe, sondern um „gute, tarifliche Jobs, von denen man leben kann“. Hier steht die Regierung auf der Seite der Gewerkschaften. Feser betonte, dass sie auf dem Weg zu einem modernen Einwanderungsrecht “ganz genau auf ausgewogene Lösungen und die Akzeptanz durch die Bevölkerung achtet”.

Faeser und Heil vereint gegen das Feiertagschaos

Karen Münster, ARD Berlin, Nachtmagazin 00:05, 30. Juni 2022

Union: „Bundesregierung macht es sich zu einfach“

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion kritisierte die Pläne. „Die Bundesregierung macht es sich zu einfach, wenn sie einseitig auf Zuwanderung von außerhalb der EU setzt, um das Problem des Arbeitskräfte- und Fachkräftemangels zu lösen“, sagte Fraktionschefin Andrea Lindholz (CSU). Vielmehr brauche es ein umfassendes Konzept, das auch “eine bessere Nutzung von Potenzialen im Inland und im EU-Ausland beinhaltet”.

Die Einwanderungsbestimmungen für Fachkräfte seien bereits liberal, so Lindholtz weiter. Die Einwanderung von Arbeitskräften aus den Westbalkanstaaten ist ohne besondere Qualifikation möglich. Deutschland muss die Nutzung dieser bestehenden Möglichkeiten im Ausland stärker fördern.

FDP: Englisch als zusätzliche Verwaltungssprache

Die FDP will derweil Englisch als zusätzliche Verwaltungssprache in den deutschen Behörden einführen. Der Antrag ist Teil eines Zehn-Punkte-Programms zur Erleichterung der Fachkräfteeinwanderung, das das Präsidium der Liberalen in Berlin verabschiedet hat. Mangelnde Deutschkenntnisse seien ein „sehr großes Hindernis“, um dringend benötigte Fachkräfte einzustellen, sagte Kultusministerin Stark-Wattzinger, die auch Mitglied des FDP-Präsidiums ist. „Hier geht es darum, dass wir in der Verwaltung Englisch als Zweitsprache einführen, damit auch diejenigen, die zu uns kommen, einen Zugang finden.

Stark-Wattzinger räumte ein, dass die von den Behörden gewünschte Zweisprachigkeit nicht sofort umgesetzt werden könne. Es geht um den „ersten Start“. Beamte, die bereits Englisch sprechen, können gezielt zur Betreuung von Personen aus dem Ausland entsandt werden. Für andere sollte es Möglichkeiten zum Sprachtraining geben. Darüber hinaus müssen die vakanten Stellen mit englischsprachigen Kandidaten besetzt werden. „Das Signal soll lauten: Wir sind ein Einwanderungsland“, sagte Stark-Wattinger.

In dem Positionspapier forderte die FDP eine grundlegende Neuausrichtung der Zuwanderungspolitik, um dem Fachkräftemangel in vielen Wirtschaftsbereichen entgegenzuwirken. „Arbeitskräfte und Innovationskraft aus dem Ausland werden unabdingbar sein, damit unser Land erfolgreich aus den aktuellen Krisen hervorgeht und dauerhaft auf die Bedürfnisse unseres Arbeitsmarktes reagieren kann“, hieß es unter anderem.