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Corona-Virus: Sommerwelle – wie RKI und Drosten aktuell die Situation mit der Krone einschätzen

24. Juni 2022 um 23:48 Uhr

„Die Fallzahlen werden sehr hoch sein“: So beurteilen RKI und Drosten derzeit die Situation mit der Krone

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité Berlin
Foto: dpa / Kay Nietfeld

Experten aus Berlin prognostizierten es: Anders als 2021 erlebt Deutschland kaum einen Sommer ohne Krone. Virologe Christian Drosten rechnet mit sehr vielen Fällen. Laut RKI dominiert nun BA.5 Deutschland.

Mehr gemeldete Fälle, mehr Ausbrüche in Pflegeheimen und eine wachsende Zahl von Patienten auf Intensivstationen: Omicron-Sublinien, die leichter zu übertragen sind, treiben die Sommerwelle der Krone in Deutschland an. Der Erreger BA.5 ist nach offiziellen Angaben nun erwartungsgemäß auch in Deutschland weit verbreitet. Der Anteil in der Stichprobe liegt bei 50 Prozent, wie der Wochenbericht (RKI) des Robert-Koch-Instituts zu Covid-19 in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Allerdings beziehen sich die Angaben auf die Vorwoche und es ist derzeit von höheren Werten auszugehen.

Virologe Christian Drosten rechnet nach den Sommerferien in Deutschland mit sehr vielen neuen Corona-Fällen. „Ich hoffe, dass die Schulferien den Anstieg der Fälle verlangsamen werden. Aber seit September befürchte ich, dass wir sehr viele Fälle haben werden“, sagte der Leiter der Abteilung Virologie der Berliner Charité in einem am Donnerstagabend veröffentlichten Interview. Wenn nichts unternommen werde, werde es im Arbeitsleben “viele krankheitsbedingte Ausfälle” geben.

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Foto: dpa / Jonas Gutler

„Tatsächlich sehen wir wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen“, warnte Drosten. „Die BA.5-Variante ist einfach sehr tragbar und gleichzeitig verlieren die Menschen den Schutz vor einer Übertragung durch die letzte Impfung.“ In anderen Ländern zeige sich, dass mit sehr hohen Fallzahlen die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle zunimmt ist auch wieder gestiegen. „Bei uns wird es leider genauso sein. Generell werden aber weit weniger Menschen schwer erkranken und sterben als 2021.

Aus dem wöchentlichen RKI-Bericht geht hervor, dass die Belastung des Gesundheitssystems, insbesondere im Bereich der Intensivmedizin, in der vergangenen Woche noch einmal leicht zugenommen hat.

Laut Divi Intensive Care Registry ist die Zahl der mit einer Krone behandelten Personen in wenigen Tagen wieder gestiegen: Nach gut 600 Patienten zu Monatsbeginn waren es am Donnerstag 810. Zum Vergleich: .

Bei der Teillinie BA.5 ist in den Stichproben jede Woche eine ungefähre Verdopplung des Anteils zu beobachten. Das wird nicht mehr ganz erreicht, wie der RKi-Bericht zeigt: Der Anteil ist im Wochentakt von 32 auf rund 50 Prozent gestiegen. Auch in anderen Omikron-Sublinien (BA.2.12.1 und BA.4) sind steigende Anteile zu beobachten, allerdings auf einem Niveau von jeweils weniger als sechs Prozent.

Das RKI meldet einen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz um 23 Prozent gegenüber der Vorwoche. „Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen sowie in medizinischen Einrichtungen ist im Vergleich zur Vorwoche gestiegen.“

Angesichts der Entwicklung ruft das RKI weiterhin zur Einhaltung der Empfehlungen zur Infektionsvermeidung auf: Abstand halten, Hygieneregeln einhalten, Maske tragen, lüften und die Warnapplikation Corona nutzen. Die Impfung habe „aufgrund ihrer hohen Schutzwirkung gegen schwere Verläufe“ auch bei durch Omicron verursachten Erkrankungen nicht an Relevanz verloren.

Seit dem Aufkommen von Omicron hat es eine geringere Inzidenz schwerer Krankheiten und eine geringere Zahl von Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet als frühere Varianten wie Delta. Daran scheint sich dem Bericht zufolge vorerst nichts zu ändern: Aktuell verfügbare epidemiologische Daten „legen nicht nahe, dass Infektionen mit BA.2.12.1, BA.4 oder BA.5 einen schwereren Krankheitsverlauf oder verhältnismäßig mehr Todesfälle verursachen als Infektionen mit den bisherigen gemeinsamen Unterlinien BA.1 und BA.2.

Das RKI empfiehlt Ihnen jedoch „dringend“, bei neuen Symptomen wie Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten den Kontakt zu meiden und gegebenenfalls Ihren Hausarzt aufzusuchen – unabhängig vom Impfstatus, auch bei negativem Schnelltestergebnis.

(Winter / dpa)