Stand: 30.06.2022 03:25
In den USA können nun auch Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. In New York, wo eine halbe Million Kleinkinder anspruchsberechtigt wären, geht die Impfung nur langsam voran.
Von Antje Pasenheim, ARD Studio New York
Für Covid gibt es kein Zuhause mehr. Auch nicht für die Kleinen. Es gibt nicht immer einen Höhepunkt ohne Tränen. Aber Elle hat gute Laune. Lachend und stolz betritt die Dreieinhalbjährige an der Hand ihrer Eltern eine Drogerie am Stadtrand von New York.
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Sie gehören zu den ersten, die ihre jüngsten Familienmitglieder in etwas mehr als einer Woche geimpft haben.
“Ist es das?”
Das Mädchen fragt sich, ob sie zu diesem Zeitpunkt die Impfkabine der Drogerie verlässt – in der Metropole, die vor etwas mehr als zwei Jahren Epizentrum der Pandemie in den USA war. El war damals erst ein Jahr alt. Nach dem Höhepunkt ist ihre Mutter Tracy erleichtert.
Ich würde sagen, es war sowohl wunderbar als auch frustrierend spät. Wir haben zu lange auf diesen Tag gewartet. Und jetzt fühle ich mich besser als das. Elle war begrenzt. Sie konnte zum Beispiel lange nicht in den Kindergarten gehen, weil ihr Vater Covid hatte und sie sich nicht alleine impfen lassen konnte.
Damit ist jetzt Schluss: Etwa 19 Millionen Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren in den Vereinigten Staaten haben Anspruch auf die erste Dosis von Moderna- oder Pfizer-Impfstoffen.
Fast eine halbe Million Kleinkinder kommen für eine Impfung in Frage
In New York können mit dieser Schaufel fast eine halbe Million Babys von vielen Einschränkungen befreit werden, sagt der Kinderarzt des Mount-Sinai-Krankenhauses, Nils Henning.
Es gibt auch Kinder, die keine Masken tragen könnten, das sind Kinder, die nicht zu Geburtstagsfeiern gehen könnten. Das sind Kinder, die ihre Großeltern schon lange nicht mehr sehen konnten.
Die wirklich große Impfwelle, wie bei Erwachsenen, ist bisher jedoch ausgeblieben. Während etwa 60 Prozent der Fünf- bis 17-Jährigen in New York vollständig geimpft sind, dauert es bei den Jungen länger. In einer Studie der Kaiser Family Foundation gab nur jeder fünfte Elternteil an, sein Kleinkind sofort impfen zu wollen. Zu den vorsichtigeren Müttern gehört Catherine McHugh:
Ich bin definitiv für eine Impfung und meine Kinder wurden von klein auf gegen alles geimpft. Aber ich bin skeptisch, was die Covid-Impfung für sie angeht. Keine ausgereiften Daten. Wir wissen nicht, wie sich das in ein paar Jahren auf diesen kleinen Körper auswirken wird.
Experten: Eltern unterschätzen Ansteckungsgefahren
Eltern könnten aber fragen, welche Auswirkungen eine Covid-Infektion auf ihre Kleinen haben kann, sagt Kinderarzt Henning. Viele Mütter und Väter haben die Gefahren unterschätzt.
Hier in den Vereinigten Staaten ist Covid eine der zehn häufigsten Todesursachen bei Kindern. Doch vielen Eltern ist dies zunächst nicht bewusst.
Nach Angaben der Centers for Disease Control überlebten in den USA mehr als 400 Kinder unter vier Jahren die Kronenkrankheit bis Ende Mai nicht. Eine Impfung senkt nicht nur das Risiko einer schweren Erkrankung bei Kleinkindern, mein Kinderarzt Henning:
Je mehr Menschen, einschließlich Kinder, geimpft werden, desto mehr schützen sie ihre Freunde, Familie und Gemeinschaft. Und was auch wichtig ist: Je höher die Impfrate, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das Kronenvirus in andere Varianten mutiert.
Schließlich gebe es in ihrer Familie kein ungeimpftes Mitglied, sagte El Tracys Mutter, als sie die Apotheke verließen. Jetzt würden die Jüngsten wieder Teil der Gesellschaft sein, genau wie alle anderen auch.
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