Stand: 08.06.2022 16:49
Bei der Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) in Hamburg gingen nach Angaben der Veranstalter rund 250.000 Menschen auf die Straße. Angaben zur Teilnahme machte die Polizei in den Nachmittagsstunden vor Ende der Kundgebung nicht.
Auch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, 2.vr) beteiligte sich an der Demonstration.
„Wir sind super zufrieden und unbeschreiblich glücklich“, sagte der Sprecher des Hamburger Pride-Veranstalterverbandes Manuel Opitz. Das Bedürfnis, wieder auf die Straße zu gehen und sich lautstark für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz einzusetzen, war überwältigend. Für Veranstalter CSD in Hamburg war es ein starkes Zeichen, „dass wir die zunehmende Gewalt gegen queere Menschen nicht hinnehmen und uns nicht einschüchtern lassen“, sagten Nicole Scheining und Christoph Karmann vom Verein Hamburg Pride, die dazu aufriefen die Demonstration.
82 registrierte Gruppen
Für die Demonstration waren nach Angaben des Verbandes 82 Gruppen angemeldet, so viele wie nie zuvor. Etwa 30 waren in Lastwagen unterwegs. Die Demonstration zog sich mehrere Stunden durch die Hamburger Innenstadt. Unter den Teilnehmern war auch Hamburgs Bürgermeister Peter Chenscher (SPD): „Toll, dass in Hamburg wieder eine CSD-Demonstration für Freiheit und Toleranz stattfindet“, sagte er nach der Abfahrt des Zuges in St. Georg. Auch die Zweite Bürgermeisterin Katarina Fegebank war dabei. „Es fühlt sich großartig an“, sagte der Grünen-Politiker. Das ist ein wunderbares Bild, das Hamburg nach Deutschland und in die Welt senden wird.
Die Demonstration führte durch die Innenstadt zum Jungfernstieg. Bis Sonntagabend findet dort das Hamburger CSD-Straßenfest statt.
AUDIO: Interview mit Organisator Manuel Opitz für den CSD in Hamburg (3 Min.)
CSD Straßenfest bis Sonntag
Auf Jungfernstieg und Ballindamm findet ab Freitag das CSD-Straßenfest statt. Seit Donnerstag sind beide Straßen gesperrt. Das Straßenfest endet am Sonntag um 22 Uhr. Beide Straßen sind voraussichtlich bis Montag 6 Uhr gesperrt.
Zu den registrierten Gruppen zählen laut Veranstalter zahlreiche LGBTIQ+-Initiativen, darunter das Hamburg Lesbian Network und die Queer Refugees Support Hamburg, Vereine und politische Parteien.
gegen die wachsende Gewalt
Das diesjährige Motto des Zentrums lautet „Auf der Straße! Vielfalt statt Gewalt“. Es bezieht sich auf die zunehmende Gewalt gegen queere Menschen. Bundesweit wurden 2021 mehr als 1.000 Hassverbrechen gegen Menschen aus der queeren Community bei der Polizei angezeigt, in Hamburg waren es nach Angaben des Hamburger Pride Vereins 67 Straftaten, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.
Seit 1980 gehen die Menschen in Hamburg auf die Straße, um den CSD zu feiern
Der Christopher Street Day erinnert an den 28. Juni 1969, als die Polizei das Stonewall Inn, eine New Yorker Schwulen- und Lesbenbar in der Christopher Street, durchsuchte und Tage voller Schwulen-, Lesben- und Transgender-Proteste auslöste. Das Zentrum will auf die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und Queeren aufmerksam machen. Seit 1980 gehen in Hamburg jedes Jahr Menschen auf die Straße, um für die Akzeptanz und Gleichberechtigung aller Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten zu kämpfen.
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Dieses Thema im Programm:
NDR 90,3 | NDR 90.3 Aktuell | 06.08.2022 | 12.00
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