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Der Landesverteidigungsausschuss diskutiert Forderungen zur Stärkung der Bundeswehr

Verteidigungsminister Tanner dankte dem scheidenden Generalsekretär Kandlhofer

Wien (PC) – Im ersten Teil des heutigen Landesverteidigungsausschusses diskutierten die Abgeordneten mehrere SPÖ-Initiativen zur Stärkung des Bundesheeres. Während der Debatte dankte Verteidigungsministerin Claudia Tanner ihrem scheidenden Generalsekretär Dieter Kandlhofer und ging auf die öffentliche Debatte zum Kasernenbau am Flughafen Klagenfurt ein.

Zu den Initiativen der SPÖ gehören zehn Forderungen zur Durchführung einer umfassenden Landesverteidigung, der Ausbau der Montecucoli-Kaserne im Burgenland zu einer Sicherheitsinsel und die Wiedereinführung der dortigen Militärküche sowie angemessene Schutzkleidung für Soldatinnen. Die Vorschläge der Sozialdemokraten wurden durch die Stimmen der ÖVP und der Grünen vertagt.

Tanner: Vielen Dank für das Engagement von Generalsekretär Kandlhofer

Sie danke dem scheidenden Generalsekretär des Verteidigungsministeriums Dieter Kandlhofer für sein Engagement, sagte Verteidigungsministerin Claudia Tanner auf die Frage nach dem Mandat von NEOS Helmut Brandstadter. Kandlhofer stand bei seinem Amtsantritt im Ressort vor einer großen Aufholjagd und hatte viele wichtige Weichen gestellt. Ihn zu verlassen war eine sehr persönliche Entscheidung. Im Hinblick auf den Kasernenbau am Flughafen Klagenfurt und die öffentliche Kritik am Kandlhofer-Engagement prüft das Ressort, wie auch die Kaserne Villach, die Sinnhaftigkeit des Baus. Tanner betonte, Kandlhofer habe bei seinem Amtsantritt ordnungsgemäß über sein persönliches Engagement berichtet. Volker Raifenberger (FPÖ) bezweifelt den freiwilligen Rücktritt, begrüßt aber, dass Verteidigungsminister Tanner auf diese Weise von seinem Generalsekretär “emanzipiert” wird.

SPÖ zur Stärkung der Armee

Der Krieg in der Ukraine zeigt die Bedeutung umfassender Verfahren und Instrumente zum Schutz der “pluralistisch-demokratischen Gesellschaftsordnung”. Die Sozialdemokraten haben daher in einem Entschließungsantrag zehn Forderungen zur Stärkung der Bundeswehr erhoben, um das Verfassungsprinzip der umfassenden Landesverteidigung wieder zur Anwendung zu bringen (2410/A (E)). Die Forderungen umfassen unter anderem ein nationales Krisen- und Lagezentrum im Bundeskanzleramt, die operative Wiederbelebung des Landesverteidigungsplans, die Verteilung des Militärhaushalts in Höhe von 1 % des Bruttoinlandsprodukts, die Erfüllung des Personal- und Sachbedarfs der Miliz und die klare organisatorische Trennung von Verteidigungsministerium und Bundeswehr zum Zwecke der demokratischen Kontrolle.

Bewerber Robert Leimer (SPÖ) betonte in der Debatte, dass Gefahr im Verzug sei und eine sofortige Aufstockung des Budgets notwendig sei. Jede weitere Missachtung bedroht die „bewaffnete Neutralität“.

Der Krieg in der Ukraine sei ein „Game Change“ in der Landesverteidigung gewesen und habe sich seitdem stark verändert, erklärte Andreas Minich (ÖVP) und verwies auf Maßnahmen wie verbesserte Milizausrüstung und das 1-Prozent-Ziel des Bruttoinlandsprodukts im Armeehaushalt.

Volker Raifenberger (FPÖ) signalisierte die Zustimmung zum Antrag als “vernünftig” und in der Sache. Viele Forderungen der SPÖ, etwa eine Stärkung der Miliz und eine Aufstockung des Budgets, würden erfüllt, sagte David Stogmüller (Grüne). Douglas Hoyos-Trautmansdorf (NEOS) verwies auf den einstimmigen Beschluss des Nationalrates für ein höheres Armeebudget und forderte einen klaren Investitionsplan mit Zielen und Prioritäten.

Die SPÖ drängt auf den Ausbau der Montecucoli-Kaserne zu einer Sicherheitsinsel

Das gesamte Südburgenland werde im Krisen- oder Katastrophenfall nicht über eine autarke Einsatzbasis verfügen, kritisieren die sozialdemokratischen Europaabgeordneten Christian Drobitz und Robert Leimer in einem Entschließungsantrag. In der aktuellen Antwort auf die Anfrage wurde dies jedoch trotz Berichten von Verteidigungsministerin Claudia Tanner nicht unter den geplanten Sicherheitsinseln angegeben. Diese dienen in erster Linie als autarke Einsatzstützpunkte für die Erbringung von Unterstützungseinsätzen und Diensten zur Unterstützung der Behörden im Krisenfall. Warum die Kaserne in Gussing trotz vieler Krisen und Naturkatastrophen in der Region nicht zu einer Sicherheitsinsel geworden sei, sei unklar, erklärte Christian Drobitz (SPÖ) in der Debatte.

Verteidigungsminister Tanner betonte, dass sich die Sicherheitslage seit dem 24. Februar verändert habe. Eine flächendeckende Sonnenfinsternis würde enorme Schäden bedeuten, daher muss das Bundesheer darauf vorbereitet und die Resilienz Österreichs insgesamt gestärkt werden. Dazu gibt es einen Plan, der 100 militärische Liegenschaften ausweist – darunter die Kaserne in Gussing. Bis 2025 müssen diese Institutionen für einen Zeitraum von 14 Tagen vollständig unabhängig sein können.

Die Güssinger-Kaserne sei eine Musterkaserne, weshalb nicht klar sei, warum daraus keine Sicherheitsinsel werden solle, kritisierte Volker Raifenberger (FPÖ). Über Sicherheitsinseln werde derzeit in vielen Regionen diskutiert, es brauche aber eine nationale Diskussion und Fokussierung, betonte Martin Litschauer (Grüne) die Bedeutung von Elektroautos in der Notversorgung.

SPÖ: Wiedereinführung der selbstständigen Militärküche in der Montecucoli-Kaserne

In einem weiteren Entschließungsantrag forderten Christian Drobitz (SPÖ) und Robert Lymer (SPÖ) die Wiedereinführung der selbstständigen Militärküche in der Montecucoli-Kaserne (2567/A (E)). Seit 2005 verlagert sich die Armeeverpflegung sukzessive in Zentralküchen, so dass in vielen Kasernen nur noch Endküchen genutzt werden. Dies wird jedoch unter anderem wegen mangelnder Regionalität, Arbeitsplatzverlusten und unnötigem Verpackungsmüll kritisiert. Die Beschwerdeführer argumentieren, dass die Kaserne im Sinne der Resilienz auch in Krisen autark sein muss.

Nach Möglichkeit solle wieder selbst gekocht werden, sagte Verteidigungsministerin Claudia Tanner. Kasernen werden beim Umbau und Neubau berücksichtigt. Insgesamt sei Nachhaltigkeit ein wichtiger Schwerpunkt der Abteilung, verwies Tanner auf Aktivitäten wie die „Klimaplatte“.

Die Güssing-Kaserne sei eine wichtige Institution in der Region, sagte Kandidat Christian Drobitz (SPÖ) in der Debatte. Im Hinblick auf die Versorgung und das Streben nach mehr Regionalität muss die Wiedereinführung von Militärküchen in den Kasernen eine klare Konsequenz sein. Das bestehende System müsse evaluiert und gegebenenfalls überarbeitet und überarbeitet werden, betonte Friedrich Ofenauer (ÖVP). Die Kaserne muss in Sachen Verpflegung autark sein, Volker Reifenberger (FPÖ) unterstützte den Antrag. Fehlentscheidungen der Vergangenheit würden rückgängig gemacht und erste Schritte in diese Richtung seien bereits unternommen worden, sagte David Stögmüller (Grüne).

Die SPÖ fordert angemessene Schutzkleidung für Soldaten

In einem Entschließungsantrag (2573/A (E)) forderte Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) die Anschaffung entsprechender Schutzkleidung für Soldaten und alle ausgerüsteten Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. Eine unzureichende Ausstattung würde nicht nur Frauen am Arbeitsplatz beeinträchtigen, sondern auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen, da sie über Leben und Tod entscheiden könnte. Holzleitner kritisiert, dass österreichische Soldaten immer noch mit Schutzwesten und Atemschutzmasken ausgestattet sind, die an die Anatomie junger Männer angepasst sind.

Die Ausrüstung der Soldaten sei ihr ein besonderes Anliegen, betonte Verteidigungsministerin Tanner. Die Sicherheit der Soldaten muss an erster Stelle stehen. Es gibt laufende Entwicklungen und Tests. Passform ist das Hauptkriterium. Auch Maria Smodix-Neumann (ÖVP) teilte mit, dass beim zuständigen Bundeswehr-Bekleidungsinstitut bereits Aktivitäten zur Verbesserung der Passform durchgeführt wurden. Angemessene Uniformen sollten selbstverständlich sein, sagte Volker Raifenberger (FPÖ) und wies darauf hin, dass auch männliche Soldaten oft nicht über genügend Ausrüstung und Ausrüstung in der richtigen Größe verfügen. Douglas Hoyos-Trautmansdorf (NEOS) bestand darauf, dass diese Sicherheitsmaßnahme schnell umgesetzt wird, da jeder Soldat die beste Schutzausrüstung haben muss. (Fortsetzung National Defense Committee) pst

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