Die ersten Straßen wurden evakuiert – ein Waldbrand bei Beelitz mittlerweile auf 200 Hektar
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Video: rbb|24| 19.06.2022 | Material: NonStopNews, TeleNewsNetwork | Bild: DPA / Jörg Carstensen
Ein Waldbrand bei Beelitz ist seit Sonntagnachmittag außer Kontrolle geraten. Verbrennen Sie bis zu 200 Hektar Wald. Einige Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Die Situation ist besonders gefährlich, da die Flammen die Baumkronen zerfressen.
Ein Waldbrand bei Beelitz (Potsdam-Mittelmark) hat sich am Sonntagabend auf 150 bis 200 Hektar ausgebreitet. Das sagte der Landesbeauftragte für Waldbrandschutz Raimund Engel dem rbb. „So etwas sieht man sehr selten – eher irgendwo im Fernsehen, dass es in anderen Ländern vorkommt“, sagte er derzeit rbb24 Brandenburg. Das Feuer breitete sich schnell aus, beschrieb er die Situation. Laut Engel kämpften an diesem Abend nur etwa 1000 Einsatzkräfte gegen das Feuer in Belitz.
Am späten Nachmittag waren einige Flächen bereits geräumt. Auf der Internetseite der Stadt heißt es: „Dammfeld, Kemmeter Weg und An der Kiesgrube werden derzeit evakuiert.“ [beelitz.de]. Und mehr: “[…] Fontaneweg, Fuchsteg, Amselweg, Fercher Weg, Hermann-Löns-Straße und die Kiesschachtgärten, bitte seien Sie vorbereitet und treffen Sie Vorkehrungen für eine mögliche Evakuierung.“ Am Nachmittag wurden die Gelände der Landesgartenschau Beelitz vorzeitig geschlossen.
Anwohner bewässern Bäume und Dächer
Der Bürgermeister von Beelitz rechnete am Abend nicht mit einer weiteren Evakuierung. „Wir gehen davon aus, dass das so bleibt“, sagte Bernhard Knutt (parteilos) dem rbb. Der Bürgermeister sagte, das Feuer sei eingedämmt. Er glaubt nicht, dass das Feuer auf das Stadtgebiet übergreifen wird.
Allerdings ziehe der Rauch in die 13.000-Einwohner-Stadt, sagte Knut. Deshalb forderte er die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben. Einheimische erzählen rbb | 24, wie Nachbarn Hausdächer und umliegende Bäume wässerten, um sie vor dem Feuer zu schützen.
auf Regen hoffend
Der Krisenstab sei bereits im Rathaus eingerichtet, sagte der Bürgermeister. Es werden Einwohnerlisten erstellt. Alle Veranstaltungen der aktuellen Landesgartenschau wurden den Angaben zufolge mit sofortiger Wirkung abgesagt. „Wir hoffen, dass es heute Nacht wie angekündigt regnen wird“, sagte Knut. Nach Angaben der Landesfeuerwehr Brandenburg/Havel sind 35 Löschfahrzeuge vor Ort, um den Brand zu löschen.
Auf Anfrage von rbb | 24 sagte Kreissprecherin Andrea Metzler, das Feuer sei heute Nachmittag “außer Kontrolle” gewesen. „Es ist ein Feuer aus den Wipfeln der Bäume, es ist extrem gefährlich.“ Eine dichte Rauchfahne war am Nachmittag kilometerweit zu sehen. Ministerpräsident Dietmar Voidke (SPD) schätzt die Lage gefährlicher ein als Ende Sommer 2018.
Die Leitstelle warnt vor Rauchentwicklung, Unterbrechung des Bahnverkehrs
Die zuständige Landesfeuerwehrzentrale warnt Anwohner der Städte Beelitz, Seddin und Ferch vor Brandrauch. Sie werden gebeten, die Notrufnummern von Polizei und Feuerwehr für Notrufe freizuhalten. Der betroffene Bereich sollte gemieden werden. Fenster und Türen müssen geschlossen, Lüftung und Klimaanlage ausgeschaltet sein.
Auch die Bahnlinien RE7 und RB23 seien wegen des Brandeinsatzes derzeit unterbrochen, teilte die Deutsche Bahn auf Anfrage des rbb | mit 24. Nach Angaben des rbb brachten Traktoren am Abend Wasser in das betroffene Waldgebiet. Wie die Wasserversorgung der Einsatzkräfte vor Ort genau war, war zunächst nicht klar.
Auch die brandenburgische Polizei hilft bei der Löschung. Auf Twitter teilte sie mit, dass ein Helikopter im Einsatz sei. Bereits am Samstag halfen Wasserwerfer bei der Bekämpfung des Großbrandes bei Treuenbrietzen. Sieben Panzerlöschfahrzeuge samt Besatzung sollen auch Berlin unterstützen.
Bild: rbb / Philipp Rother
Feuerwehrleute seit Freitag im Dauereinsatz
Brandenburger Feuerwehrleute sind seit Freitag im Dauereinsatz, um Waldbrände zu löschen. Besonders schwierig sind die Löscharbeiten bei Treuenbrietzen. Es gibt ein mit Munition beladenes Waldstück, das nicht betreten werden darf. Aufkommende Winde breiteten das Feuer am Sonntag auf eine Fläche von 200 Hektar aus.
Zudem wurden am Samstag zwölf weitere Großbrände in Brandenburg gemeldet. Betroffen waren neben Potsdam-Mittelmark die Landkreise Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Oberhavel. Auch in der Stadt Potsdam kam es zu einem Brand in einem Wäldchen. In Junsdorf (Teltow-Fleming) geriet eine Kompostanlage in Brand.
Bild: rbb24
Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 19. Juni 2022, 19.30 Uhr
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