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Die Staatsanwaltschaft ermittelt: Gegen Finn Kliman wurde ein Verfahren eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Verfahren gegen Finn Kliman

15. Juni 2022, 13:38 Uhr

Anfang Mai veröffentlichte das „ZDF Magazin Royale“ ein Video, in dem Fynn Kliemann nicht gut abschneidet. Dabei handelt es sich unter anderem um unseriöse Deals mit Masken. Die Staatsanwaltschaft leitet nun Ermittlungen gegen den Influencer ein.

Nach einem kritischen Fernsehbericht des Satirikers Jan Bömermann leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Influencer Finn Kliman ein. Das teilten die Behörden im niedersächsischen Stade auf dpa-Anfrage mit, zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet. Gegen ihn wird unter anderem wegen Betrugsverdachts gegen den Musiker und Unternehmer im Zusammenhang mit Böhmermanns Beteiligung am umstrittenen Schutzmaskengeschäft ermittelt. Die dpa bat Kliman nach Bekanntwerden der Ermittlungen um eine Stellungnahme.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte zur aktuellen Lage: “Die Ermittlungen laufen.” Ob es weitere Verdächtige gibt, wird sich im Laufe des Verfahrens herausstellen. Gegen Kliemann ging mindestens eine Beschwerde ein. Nähere Angaben zum Gegenstand der Ermittlungen wurden nicht gemacht. Auch der zeitliche Horizont des Verfahrens ist unklar.

Asien oder Europa?

Kliman, der ein Lokal in der Nähe von Bremen betreibt, und ein Textilunternehmen aus Nordrhein-Westfalen waren Anfang Mai für einen Fernsehbeitrag im ZDF in die Kritik geraten. Kliemann hat einen Online-Modeladen (“Oderso”), der Kleidung aus europäischer Produktion anbietet. Unterhält Geschäftsbeziehungen mit dem Textilunternehmen Global Tactics.

Im Mittelpunkt des TV-Beitrags stand die Frage, ob bei den Deals des Textilunternehmens mit einem Großhändler im Jahr 2020 das Produktionsland bewusst geheim gehalten wurde – die Masken stammen aus Asien statt aus Europa. Die Vorwürfe gelten auch für defekte Masken, die an Flüchtlinge gespendet wurden.

Kliman räumt Fehler ein

Danach gaben Kliman und das Textilunternehmen nach und nach Details und Erklärungen zu dem Fall ab, sprachen über Missverständnisse und Fehler. Das Gehäuse ist sehr klein. Auch der Influencer distanzierte sich von dem Unternehmen und wandte sich auf Instagram an seine Community, dass es ihm leid tue und er aufräume. Laut Kliman hat er seinen Ruf, seinen Namen und kostenlos genutzt, um während der Pandemie die schnelle Organisation von Masken in Deutschland auf Großhandelsebene sicherzustellen.

Kliman präsentiert sich als Selfmade-Typ und Freigeist. Das bekannteste Projekt neben seiner musikalischen Karriere ist „Kliemannsland“. Dies ist ein Bauernhof im niedersächsischen Rüspel bei Bremen. Dort baute er eine Art Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Es wird gebastelt, geschraubt, musiziert – Workshops können gebucht werden. Kliman ist auch für seine Do-it-yourself-Videos auf YouTube bekannt, wo ihm Hunderttausende folgen. Kliman ist auch Geschäftsmann.