Der Eismeister Zaug
2013 im Halbfinale und 2015 im Viertelfinale waren wir gegen die Amerikaner Außenseiter. Am Donnerstag sind wir gegen diesen Gegner erstmals Favorit.
24.05.2022 21:03 25.05.2022 10:08
Bundestrainer Patrick Fischer, 46, erläuterte die Situation nach dem Gruppensieg und vor dem WM-Viertelfinale gegen die USA anhand von Beispielen aus der Praxis: „Wir haben das Abitur bestanden. Jetzt fährt er fort: „Und er sagt auf die Frage: Ja, er hat damals die Prüfung bestanden.
Bundestrainer Patrick Fisher. Bild: Schlussstein
Der Vergleich ist angebracht: Die Schweizer müssen sich gegen Deutschland einen Gruppensieg sichern. Ein Remis nach 60 Minuten reicht. Doch ein Tor gegen die Deutschen ist kein Abitur: Die letzten beiden wichtigen Spiele – das Viertelfinale von Olympia 2018 und das Viertelfinale der WM 2021 – wurden verloren. Deutschland, der Feind So wird das Spiel gegen Deutschland zur Abiturprüfung für junge Männer in Eisenschuhen und ritterlichem Gewand. Erfolg: Sieg (4:3) nach Elfmeterschießen. Reto Bera ist nicht zu besiegen. Lernen Sie Nico Hisier und Damien Riat kennen.
Andres Ambul (38, WM-Erster 2004) erzielte mit seinem dritten Treffer (sein 24. WM-Tor) das 1:0 gegen die Deutschen. Als neuer Weltrekordhalter (jetzt 122 WM-Spiele) steht er im Rampenlicht wie nie zuvor. Nach dem Spiel informierte er den renommierten kanadischen Chronisten Lucas Ackroyd in Hochdeutsch (Deutsch), Dialekt (Schweiz) und freiem Englisch.
Und jetzt, da das Abitur bestanden ist, geht es am Donnerstag mit dem Viertelfinale weiter. Wenn der Sieger der Gruppe gegen den Vierten der anderen Gruppe spielt, wer ist dann Favorit? Der Gewinner in der Gruppe. Schweiz.
Andres Ambul, Reto Bera und Christoph Berci feiern den Sieg gegen Deutschland. Bild: Schlussstein
Die Schweizer bekommen zumindest theoretisch die leichtesten Gegner: Tschechien (unter Leitung des grossen Kari Jalonen), Finnland oder Schweden wären eine Schuhnummer grösser.
Bis auf vier Spieler sind alle Amerikaner in der NHL beschäftigt. Trotzdem sind die Schweizer in allen wichtigen Statistiken klar besser: im Powerspiel, im Boxspiel und in der Effizienz im Finish.
Das wichtigste Plus ist die Routine: Die Schweizer haben 554 Erfahrung, die Amerikaner nur 137 Eis-WM-Matches und haben seit Einführung der Playoffs (1992) nie das Finale erreicht. Aber er hat in den letzten zehn Jahren fünfmal Bronze gewonnen: 2015 verlor die Schweiz das Viertelfinale gegen die USA (1:3), 2013 gewann die Schweiz das Halbfinale (3:0). Beide Male mit Reto Bera vor der Tür und beide Male waren die Schweizer Außenseiter. Jetzt sind sie erstmals Favorit.
Bei den Olympischen Spielen in Peking scheiterten sie im Viertelfinale an Finnland (nur ein Sieg im Turnier) und haben nun sieben Siege in Folge, das beste Offensivteam, das beste Powerplay, die Sieger der WM-Gruppen für den zweiten Platz hinter sich 2013: Diese Steigerung der Schweizer in knapp drei Monaten ist unglaublich. Patrick Fischer sagt, das Helsinki-Team sei jünger und hungriger.
Die Hälfte des Teams wurde aus verschiedenen Gründen ersetzt (keine Verletzungen, keine Nominierten, keine NHL-Spieler in Peking). Das kann zeigen, wie international konkurrenzfähig unser Eishockey mittlerweile ist.
Patrick Fischer erklärt diese Entwicklung an einem Beispiel aus der Praxis: Die Mannschaft ist jung und wild und jagt dem Puck und dem Gegner bis zum Schluss hinterher. Früher überwogen bei der Tour Sicherheitsüberlegungen. Das ist schon anders. „Wir suchen noch, bis die Entscheidung gefallen ist. Wir sind ein Rudel Wölfe. Wölfe jagen und es ist etwas falsch daran, rückwärts zu gehen.“
Helsinki ist nun das 8. Patrick-Fischer-Titelturnier. Aus dem Zauberlehrling, der bei seiner ersten WM 2016 eher Tabellenführer war, ist ein charismatischer Gangster-General geworden. Seine zunächst umstrittene Position wird nun mit einem Vertrag bis 2024 „zementiert“. Er ist gelassener, ruhiger und noch selbstbewusster geworden. Ob eine Medaille oder ein Ausfall im Viertelfinale wird daran nichts ändern. Er sagt: “Jetzt kommt es auf ein Spiel an.” Da kann alles passieren. „Du kannst das beste Spiel spielen und wieder verlieren.
Wenn er Recht hat, hat er Recht: Man kann es nicht oft genug sagen: Eishockey ist ein unberechenbares Spiel auf dem Eis – und da kann ein Rudel Wölfe auch nach dem Abitur ausrutschen.
Wo: Am Donnerstag gegen die USA so dramatisch gescheitert wie 2018 im Finale gegen Schweden (Niederlage im Elfmeterschießen), 2019 im Viertelfinale gegen Kanada (Ausgleich nach 59:59 Minuten, Niederlage in der Verlängerung) und 2021 gegen Deutschland (Ausgleich nach 59:16 Minuten, Niederlage nach Elfmeterschießen) könnte zu einem Komplex führen.
Tristan Shervey präsentiert sich zu Beginn der Saison wieder in guter Form
SCB-Stürmer Tristan Sherway, 31, ist am heutigen Mittwoch nach Hause geflogen, um sich am gebrochenen rechten Bein operieren zu lassen: „Ich dürfte im Team bleiben. Aber ich habe mich entschieden, so schnell wie möglich nach Hause zu fliegen und mich operieren zu lassen.“ Die beunruhigende Frage ist: Wird er zu Beginn der Saison wieder fit sein? – Ja, das sollte funktionieren. Helsinki war die vierte Weltmeisterschaft für Tristan Sherway nach 2018, 2019 und 2021. Er hat 3 Assists in 5 Spielen, er verpasste die Olympischen Spiele 2018 wegen einer Beinverletzung.
Dann wären wir so etwas wie die Eishockey-Antwort auf den englischen Elfmeter: Die Bewährungsprobe begann bei der WM 1990 im Halbfinale gegen Deutschland. In der K.-o.-Runde verloren die Engländer anschließend fünf von sechs Elfmeterschießen.
Sparen wir uns das im Eishockey.
Die besten Fotos von der Eishockey-Weltmeisterschaft 2022 in Finnland
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Die besten Fotos von der Eishockey-Weltmeisterschaft 2022 in Finnland
Quelle: Keystone / Peter Schneider
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