Am 16. Juni 2022 um 13:20 Uhr
Seit Montag spricht der Literaturkritiker und Übersetzer Cornelius Hell unter dem Titel „Mein Himmel ist hier und jetzt“ in der Reihe „Gedanken des Tages“ über die Dichterin und ihr Text „Über Mode(n)“ war im „Radio Geschichten“.
Am Samstag ab 14:00 Uhr läuft in der Radioshow die Sendung „GO DICHT DICHTIG! Hörspieldialog mit Elfriede Gerstl“. So tritt die in Berlin lebende Schriftstellerin Ruth Johanna Benrat in einen fiktiven Dialog mit Gerstl, den sie nie trifft, der ihr aber sprachlich verbunden ist. Die Schauspielerinnen Gerti Drasl (Elfriede Gerstl) und Dörte Lisewski (Ruth Johanna Benrat) schlüpfen in die Rollen von Autoren unter der Regie von Christine Nagel.
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Mehr Dankbarkeit
Unter dem Titel „When you don’t die, see us next autumn“ erinnert das Wiener TAG-Theater in der Gumpendorfer Straße am 14. Juni an Elfriede Gerstl – Johanna Orsini und Martina Spitzer spielten zwei Frauen, die Teil einer von und für geschriebenen Live-Radiosendung waren Sie. Gerstls Gedicht Der Kleiderflug, in dem sie Texte, Textilien und Wohnräume in passenden Metaphern verwebt, ist ein zentrales Thema in Sabine Scholls literarischem Essay. Die Kulturstadt Wien hat die Autorin eingeladen, über das Werk von Gerstl zu diskutieren. For Elfrieda Gerstl, das sich mit den poetischen Praktiken der Dichterin auseinandersetzt, ist im Mai im Mandelbaum Verlag erschienen.
Nazis überlebten als U-Boote in Wien
Gerstl wurde am 16. Juni 1932 in Wien geboren. Als Jüdin überlebte sie die NS-Zeit in mehreren Verstecken. Später studierte er Medizin und Psychologie, brach das Studium jedoch ab und heiratete den Dichter und Übersetzer Gerald Bissinger. Sie engagierte sich unter den Autoren der Wiener Gruppe und den aus Wien vertriebenen Altgesellschaftern. Sie verbrachte die 1960er Jahre in Berlin und kehrte schließlich 1968 nach Wien zurück, um sich außerhalb der Literaturszene zu positionieren. Sie war befreundet mit dem Schriftsteller Herbert J. Wimmer. Eine fünfbändige Ausgabe von Gerstls Werk ist im Literaturverlag Droschl erschienen, zehn “Denkkrümel” – wie Gerstl einige ihrer Texte nannte – tauchten jüngst auch auf literarischen Postkarten auf, heißt es in einer Pressemitteilung des Verlags.
Für ihre Werke – Gedichte, Essays und Kurzprosa – wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter der Erich-Fried-Preis, der Österreichische Literaturpreis und der Literaturpreis der Stadt Wien. „Ich fordere, dass die Werke von Elfriede Gerstl in den nächsten hundert Jahren (und noch viel mehr) gelesen werden. Es ist eine Stimme in der österreichischen Literatur, die niemals zum Schweigen gebracht werden sollte“, schrieb Elfriede Jelinek im Standard, als ihre Freundin 2009 einem Krebsleiden erlag. Sie betont “Gerstls lebendige Leichtigkeit, diese zarten, aber durchdringenden stillen Gedanken.”
Text: APA / Rot.
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