Veröffentlicht30. Mai 2022, 16:59 Uhr
Im Rahmen der Disziplinarmaßnahme gab es in der Schule Embrach kein Toilettenpapier mehr in separaten Toiletten. Psychologen kritisieren die Maßnahme.
aus
Michelle Inaichen
Sheila Oxner
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Auf Wunsch der Schulleitung kämpft das Reinigungspersonal seit langem gegen Vandalismus in den Toiletten.
20 Minuten / Soße
Die Maßnahme, Toilettenpapier im Klassenzimmer aufzubewahren, nicht in den betroffenen Toiletten, führte in kürzester Zeit zum gewünschten Erfolg.
20 Minuten / Soße
Vater ist empört: „So etwas gibt es nicht. Meinem Kind war es total peinlich, als es vor der ganzen Klasse nach Klopapier fragen musste.“
20 Minuten / Soße
Aufgrund der mutwilligen Jungentoiletten wurde das Toilettenpapier vorübergehend aus den separaten Toiletten im Ebnet-Schulgebäude in Embra entfernt. Der Vater eines Grundschülers hat wenig Verständnis für die Maßnahme: „Das passiert nicht. Meinem Kind war es total peinlich, als es vor der ganzen Klasse nach Klopapier fragen musste.“ Nach Angaben des Vaters dauerte die Maßnahme etwa zwei Wochen.
Auf Wunsch der Schulleitung kämpfen die Reinigungskräfte seit langem gegen Vandalismus in den Toiletten im Trakt 4. Toilettenpapier wurde großflächig auf Boden und Wänden verstreut, ganze Toilettenpapierrollen wurden in die Toilettenschüssel geworfen und neben den Toiletten wurde uriniert. Die Maßnahme, Toilettenpapier im Klassenzimmer aufzubewahren, nicht in den betroffenen Toiletten, führte in kürzester Zeit zum gewünschten Erfolg. Laut Schulleitung haben nun alle Toiletten wieder Toilettenpapier.
“Meilenlanges Verzögern kann zu körperlichen Beschwerden führen”
Jugendpsychologe Felix Hoff findet die Maßnahme „pädagogisch unseriös“, wie er in 20 Minuten sagt: „Eine solche Einschränkung der Freiheit ist sehr dramatisch. Kindern werden nicht nur grundlegende Menschenrechte vorenthalten, sie werden auch einer Weise ausgesetzt, die für ihre Entwicklung ungesund sein kann.”
Solche Maßnahmen können schwerwiegende psychische und physische Folgen haben, insbesondere für Kinder, die bereits Schwierigkeiten haben, ihre Bedürfnisse zu artikulieren und zu kommunizieren. „Auf der einen Seite entwickeln Kinder ein Schamgefühl. Andererseits kann Prokrastination zu körperlichen Beschwerden führen und zu Ausscheidungsstörungen führen“, sagt Hoff.
Laut Hoff gibt es weitere erzieherische Maßnahmen, um Grenzen zu setzen. Hier suchen wir unter anderem Schul- und Sozialarbeit, die das Thema mit Kindern bespricht. Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine „Art Sicherheitsdienst“ zu organisieren, bei dem einzelne Studierende in regelmäßigen Abständen Toilettenpatrouillen durchführen, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Dadurch wird das Problem direkt gelöst und Kinder in die Lage versetzt, Verantwortung zu übernehmen.
“Pädagogische Kollektivstrafe ist wirkungslos”
Der Psychologe Henri Gutmann sagt: „Kollektivstrafen sind pädagogisch unwirksam. Besser ist es, mit Hilfe des Schulpsychologischen Dienstes die Hintergründe dieser Aktion zu verstehen und die Verantwortlichen zu ermitteln, um weitere Vorfälle zu vermeiden.
„Kinder mit Schande und Schande zu bestrafen, ist keine kluge Entscheidung“, so Gutmann weiter. Das kann bei Kindern zu Verstopfung führen, wenn sie sich nicht mehr auf die Toilette trauen. Psychische Folgen hält er dagegen für unwahrscheinlich: „Man darf keine tollen Schulerinnerungen mitnehmen. Ich glaube nicht, dass es wahrscheinlich einen großen Einfluss auf die Psyche haben wird.”
Die Toilettentür und das Fußballverbot entfernt
Die Sportschule Kriens hat kürzlich die Toilettentür demontiert. Und hier waren die verwüsteten Toiletten der Grund. Wie Rektor Timo Zemp vor 20 Minuten sagte, seien mehrere Versuche, Schüler zu sensibilisieren, gescheitert.
Im Rahmen einer Disziplinarmaßnahme wurde über die Primarschulen in Borweg und Freisenberg in Zürich ein Mai-Fussballverbot verhängt. Die Schule habe auf Gewalt unter Schülern reagiert, erklärte die Schulleiterin auf Anfrage. Unter anderem standen die Kinder im Hooligan-Stil auf und betraten nach der Pause mit Sprechchören die Schulgebäude.
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