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Energiekrise: Söder kritisiert Habeck für “Einzelentscheidungen” bei Atomkraftwerken

Deutschland kritisiert Atomkraftwerksplan

Söder kritisierte Habek für “Einzelentscheidungen” bei Atomkraftwerken

Stand: 13:44 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

“Es ist ein Spiel der taktischen grünen Lotterie”

„Atomkraft nicht auszubauen, ist der nächste große Fehler“, kritisiert Markus Söder von der Bundesregierung. „Der Strom für zehn Millionen Haushalte ist aus“, sagte der bayerische Ministerpräsident. Er fordert die Bundesregierung auf, “das endgültig zu ändern”.

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Wenn Robert Habeck (Grüne) wollte, könnten zwei deutsche Atomkraftwerke nach Jahresende als Reserve weiterbetrieben werden. Die Gewerkschaft drängt auf eine deutliche Verlängerung, auch die FDP gehört zu den Kritikern. Ministerpräsident Söder sieht die Ampelkoalition nun in der Pflicht zum Handeln.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Plan von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) scharf kritisiert, zwei Atomkraftwerke nach Jahresende nur noch als Reserve vorzuhalten. Eine wesentliche Verlängerung der Fristen, wie sie unter anderem auch von der Union gefordert wurde, sehen Habeks Pläne allerdings nicht vor.

Söder forderte am Dienstag SPD und FDP auf, den Plänen des grünen Bundeswirtschaftsministers nicht zuzustimmen. Habeks Einzelentscheidung soll nicht die Entscheidung der Bundesregierung sein, sondern korrigiert werden. „Das Bundeswirtschaftsministerium ist im Moment offensichtlich überfordert“, sagte Söder.

„Habek muss sich gegen die Ideologen seiner Partei durchsetzen“

Der Ton der SPD in der Diskussion um die verbleibenden drei Atomkraftwerke in Deutschland wird immer schlechter. „Der einzige Grund, warum das Kernkraftwerk Lingen im Emsland nicht auch in den Standby-Betrieb geht, ist der niedersächsische Landesverband der Grünen“, schrieb FDP-Fraktionschef Konstantin Kule vor der Landtagswahl am 9. Oktober auf Twitter. “Habek muss sich gegen die Ideologen in seiner Partei durchsetzen und die Fortsetzung der Arbeit aller drei Zentralen ermöglichen.”

Der Vorsitzende der SDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, sagte gegenüber Bild, dass die Vorschläge nicht ausreichen, um die Strompreise zu senken. „Wir müssen die Fristen verlängern, sonst drohen den Verbrauchern absurde Kosten.“ Der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Kruse, erklärte: „Die Ergebnisse des Stresstests sind wenig wert, weil die Annahmen zu optimistisch sind. Sie sind politisch bestimmt und entstammen nicht der Realität.“

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Wegen der Energiekrise in Europa will Habeck zwei der drei verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland bis Mitte April als Notreserve nutzen. Dies sind Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg. Eigentlich sollten alle deutschen Kernkraftwerke Ende des Jahres endgültig abgeschaltet werden.

Vertreter seiner eigenen Partei unterstützten Habek. Die beiden Fraktionschefin Britta Hasselmann und Katarina Dröge haben sich hinter die Pläne gestellt, die allerdings noch parteiintern diskutiert werden müssen. Grünen-Co-Chef Omid Nuripour hat angekündigt, das Projekt an der Basis voranzubringen. „Deshalb werden wir auf dem Parteitag nicht nur Rüstungslieferungen an die Ukraine zur Abstimmung stellen, sondern auch die begrenzte Reserve für ein Atomkraftwerk“, sagte Nuripour der Deutschen Presse-Agentur. Grünen-Chefin Ricarda Lang schloss in der Süddeutschen Zeitung eine Aufkündigung des Atommoratoriums aus.

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Gleichzeitig lehnte Habek in den ARD-“Tagesthemen” Forderungen nach einem längeren Betrieb der Atomkraftwerke ab. Bereits im nächsten Jahr werden deutlich mehr Gaskapazitäten außerhalb Russlands verfügbar sein. „Es scheint nicht so klar zu sein, weil Winter 22/23 und Winter 23/24 immer kombiniert werden.“ Aber das ist falsch. Das sind völlig unterschiedliche Szenarien. “Nächstes Jahr werden wir eine andere energiepolitische Situation haben.”

Zuspruch für Habek von der SPD

Rückenwind erhielt Habeck vom Koalitionspartner SPD. Konzernvorstand Matthias Mirsch begrüßte das Ergebnis des Stresstests und Habecks Empfehlung als „gute Grundlage für eine faktenbasierte und sorgfältige Beratung“. “Ich würde das Gleiche gerne von denen sehen, die bereits vor der Bekanntgabe der Ergebnisse eine Verlängerung fordern”, sagte Miersch. “Stresstest zeigt: Atom ist nicht die generische Lösung, die sich viele wünschen.”

Ökonomin Veronika Grimm argumentierte ähnlich wie die FDP und war unglücklich darüber, dass zwei Atomkraftwerke nur noch als Notreserven vorgehalten werden sollten. „Aufgrund der Preisentwicklung am Strommarkt muss alles getan werden, um kurzfristig verfügbare Produktionskapazitäten zu mobilisieren“, sagte Grimm den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Kraftwerke müssen nicht nur im Standby-Modus arbeiten, nur dann wirkt sich der Strompreis senkend aus. „Für die drei noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke sollte eine fünfjährige Verlängerung in Betracht gezogen werden.“ Auch solle geprüft werden, ob die kürzlich abgeschalteten Atomkraftwerke reaktiviert werden können.

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Deutsche Wirtschaftspolitik

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz kritisierte die geplante Stilllegung des Kernkraftwerks Emsland. „Die Grünen an der Ampel in Berlin wurden offenbar von den Grünen in Niedersachsen unter Druck gesetzt, das Kernkraftwerk Emsland gegen jeden Grund abzuschalten“, sagte Merz der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Umweltbewusstsein scheint der Scholz-Regierung wichtiger zu sein als das Risiko von Stromausfällen.“ Ich habe absolut kein Verständnis für so ein Roulettespiel mit unserer Energieversorgung.

Habek wies darauf hin, dass dieses Kernkraftwerk einen Beitrag zur Netzstabilität leisten könne. „Aber dieser Beitrag ist im Vergleich zu den beiden süddeutschen Kraftwerken zu gering.“ In Niedersachsen wird Anfang Oktober ein neuer Landtag gewählt.

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