Stand: 20.08.2022 12:23 Uhr
Walkerin Saskia Feige erzielte bei der Leichtathletik-EM in München den größten Erfolg ihrer Karriere. Leipzig gewann Bronze über 20 km. Für den deutschen Wandersport ist es die zweite EM-Medaille.
Feige wurde im Regen in München Dritter hinter dem Griechen Antigoni Ntrismpioti, der bereits bei Kilometer 35 triumphiert hatte. Katarzyna Zdzeblo aus Polen holte Silber. Der 25-Jährige lief eine Bestzeit von 1:29:25.
Der Fahrer vom SC DHfK Leipzig zeigte eine starke Leistung und hielt lange die Führung, musste aber rund drei Kilometer vor dem Ziel nach einer Attacke von Ntrismpioti aufgeben. Ntrismpioti, die vier Tage zuvor Europameisterin über 35 km geworden war, schaffte ihr Double in 1:29:03 Stunden.
Feige: „Ich habe jeden Meter meinen Namen gehört“
Feige sagte der Sportschau: Ich fühle mich wirklich verrückt. Ich bin so glücklich. Vielen Dank an alle, die uns auf diesem Weg so unterstützt haben. Meine Familie war da, meine Freunde waren da. Vielen Dank auch an meinen Trainerstab, die waren auch auf der Strecke und haben immer geschrien. Ich hörte jeden Meter meinen Namen, es war eine unglaubliche Atmosphäre. Der Regen? Das Wetter war schön, oben war die Kühle schön. Du brauchst nicht zu duschen.”
Wie schon bei der Weltmeisterschaft in Eugene (USA) holte der WM-Zweite Zdzieblo in 1:29:20 erneut Silber. Feige war bei der Weltmeisterschaft 15., von Corona geschwächt. Damit war der deutsche Meister der sechstbeste Europäer.
Leo Koep unter den ersten Zehn
Überraschungskandidat Leo Koep hatte zuvor bei der EM in der Münchner Innenstadt den neunten Platz belegt. Der Berliner hatte nur 18 Sekunden Rückstand auf den großen Favoriten Olympiasieger Massimo Stano (Italien), der nur Achter wurde. Nach seinem ersten großen Wettkampf sagte der Jurastudent der „Sportschau“: „Ich bin wahnsinnig glücklich. Ich hatte im Jahr nach den Olympiaprüfungen nur ein reduziertes Training, da kann man sich freuen. Die Stimmung hier in der Innenstadt war phänomenal. ” Er hatte 2:25 Minuten Rückstand auf den neuen und alten Europameister.
Der Spanier Alvaro Martin verteidigte den EM-Titel. Silber ging an den Schweden Perseus Carlström, der mit einem Wikingerhelm die Ziellinie überquerte. Martins Landsmann Diego Garcia Carrera holte Bronze. Carl Junghans wurde 20. Nils Brembach musste das Rennen nach drei roten Karten und der anschließenden Disqualifikation mit Tränen in den Augen vorzeitig beenden.
Bereits Mitte des Rennens hatte das deutsche Trio den Anschluss an die Spitze verloren. Brembach erhielt wie Junghannß zunächst eine 2-Minuten-Strafe, kurz nachdem er aus dem Rennen genommen wurde. „So etwas ist mir noch nie passiert. Es tut mir sehr leid“, sagte der Sportsoldat. Christopher Linke (Potsdam) gewann am Dienstag Silber über 35 km.
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