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Fahrgäste verlassen die beschädigte S-Bahn – die Strecke ist gesperrt

Eine der wichtigsten Berliner Bahnstrecken fällt aus – mitten im Berufsverkehr. Die Stadtbahn, die die Innenstadt von Ost nach West durchquert, verkehrt zwischen den Bahnhöfen Alexanderplatz, Friedrichstraße, Hauptbahnhof und Zoologischer Garten nicht mit S-Bahnen. Anstelle von Zügen bevölkerten mehrere hundert Fahrgäste die Gleise westlich des Bahnhofs Friedrichstraße. Sie stammen aus einer havarierten S-Bahn – und sind die Ursache für die Betriebsunterbrechung.

Die S-Bahn kam vom Hauptbahnhof und musste oben am Bahnhof Friedrichstraße einsteigen. Doch kurz bevor der Zug der Klasse 481 den Bahnsteig erreichte, endete die Fahrt. Der Zug hielt an der Brücke Louisenstraße. „Elektronik schaltet bei hohen Temperaturen gerne ab“, schreibt ein Bahnexperte auf Facebook. Zuerst hielten die Passagiere durch, aber dann verloren sie die Geduld. Jemand öffnete eine Tür und die Fahrgäste stiegen auf das Gleis – was nicht ungefährlich ist, da die S-Bahn-Gleise von Gleisen begleitet werden, die auch im Bereich vor dem S-Bahnhof ständig die Seite wechseln.

Ehsan Khazaeli

Blick Richtung Bahnhof Friedrichstraße: Fahrgäste überqueren die S-Bahn-Strecke zum Bahnsteig.

„Offenbar war es den Fahrgästen im Zug zu heiß geworden“, sagte der Berliner Anwalt Essan Khazaeli, der vom Bahnsteig aus zusah. Eine Menschenschlange bewegte sich über die Schienen der Brücke über den Schiffbauerdamm und die Spree. Einige trugen Kinderwagen, Fahrräder oder Koffer auf Rädern.

Auch zwei weitere S-Bahn-Züge mussten anhalten. Feuerwehr und Bundespolizei eskortierten rund 350 S-Bahn-Fahrgäste auf der Strecke zum Bahnhof Friedrichstraße. Mit dabei waren auch Mitarbeiter der DB Sicherheit. Eine Person sei ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es in der Pressemitteilung. Die Feuerwehr war mit 50 Kräften im Einsatz.

Die Feuerwehr meldete „massenhafte Opfer“.

Es wurde von einem „Massenunglücksfall“ berichtet, da viele Menschen über Kreislaufprobleme klagten.

„Aufgrund einer technischen Störung eines Zuges in der Friedrichstraße kommt es auf den Linien S3, S5, S7 und S9 zu Verspätungen und Ausfällen“, heißt es auf der Internetseite der S-Bahn Berlin GmbH. Die S3 verkehrt derzeit nur zwischen Erkner und Alexanderplatz, die S5 zwischen Strausberg Nord und Warschauer Straße. Die Linie S7 wurde geteilt. Die S-Bahn verkehrt zwischen Ahrensfelde und Alexanderplatz sowie zwischen Zoo und Potsdam. Der S9 teilte sich auch in zwei Teile. Ein Abschnitt führt vom Flughafen BER zum Treptower Park, der andere von Charlottenburg nach Spandau. Die S-Bahn empfiehlt eine breite Umgehung der Stadtbahn – zum Beispiel über den Ring oder die U-Bahn-Linie U5.

Auch Regional- und Intercity-Züge sind betroffen. Zwischen Ostkreuz, Spandau und Wannsee gab es Umleitungen. Inzwischen meldet die Fahrplanauskunft wieder Normalbetrieb. Fahrgäste sollten sich jedoch im Internet, beispielsweise unter www.vbb.de, über die Störung und mögliche Umleitungsalternativen informieren.

Ehsan Khazaeli

Wenige Minuten vorher: Die Strecke vom Hauptbahnhof zur Friedrichstraße mit der gesperrten S-Bahn.

Die Berliner S-Bahn fährt mit 750 Volt. Die Stromschiene bildet den Minuspol und das Gleis den Pluspol. Stromschienen sind oben mit Kunststoffteilen abgedeckt. Trotzdem kann es vorkommen, dass Sie mit spannungsführenden Teilen in Berührung kommen. Je nachdem, welche anderen Teile berührt werden, kann es zu elektrischen Verletzungen kommen. Deshalb achteten die Sicherheitskräfte darauf, dass die Passagiere nicht in die Nähe der Strecke kamen.

“Kann man es den Leuten verübeln, wenn sie lieber Auto fahren?”

Eine Frau, die offenbar in der S-Bahn saß, schrieb auf Facebook: „S-Bahn Berlin live: Ich saß 50 Minuten in der kaputten S-Bahn. 28 Grad draußen. innen mehr. Waggon überfüllt. Türen zu. Einzige Meldung des Fahrers: Er hat keine Information, wann die Fahrt weitergeht. Kann man es den Leuten verübeln, wenn sie lieber Auto fahren?’