Eine Gerichtsentscheidung für die Versteigerung der Yacht eines Oligarchen in Gibraltar
27. Juni 2022, 22:44 Uhr
Ein Kredit von JP Morgan geht an einen russischen Oligarchen. Da dieser aber auf der Sanktionsliste steht, sieht die US-Bank die Vereinbarung als gebrochen an. In Gibraltar beschlagnahmte die Justiz seine Jacht und stellte sie zur Versteigerung. Die Bank verlangt den Erlös als Rückzahlung des Darlehens.
Ein Gericht in Gibraltar hat die Versteigerung der Yacht des russischen Oligarchen Dimitri Pumpyanski angeordnet. Laut Gerichtsurteil vom 14. Juni muss die MV Axioma ihren Besitzer zum „höchstmöglichen Preis“ wechseln. Das 72 Meter lange Schiff wurde im März im Rahmen der britischen Sanktionen gegen Russland wegen seiner Invasion in der Ukraine erbeutet.
Mit der Beschlagnahme von Pumpyanskis Jacht folgte der Justiz in der kleinen britischen Region im Süden Spaniens eine Klage der amerikanischen Bank JP Morgan. Im Dezember 2021 gewährte die Bank einem auf den Britischen Jungferninseln registrierten Unternehmen ein Darlehen in Höhe von 20,5 Millionen Euro. Zu den Eigentümern dieser Firma gehörte eine zypriotische Firma, die wiederum im Besitz von Pumpyanski war.
JP Morgan hält die Aufnahme von Pumpyanski in die Sanktionsliste des Vereinigten Königreichs gegen Russland für eine Verletzung des Kreditvertrags. Daraufhin beantragte die Bank in Gibraltar die Beschlagnahme und den Verkauf der Yacht unter maltesischer Flagge. JP Morgan besteht darauf, dass der Verkaufserlös zur Rückzahlung des Darlehens verwendet wird.
Pumpyansky ist Chef von Russlands größtem Pipeline-Hersteller TMK. Deshalb gibt es EU-Sanktionen gegen ihn im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Mehrere europäische Länder, darunter Spanien, Italien und Frankreich, haben Yachten russischer Oligarchen beschlagnahmt.
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