Gotha – Ein überraschendes Ende für die größte Privatbrauerei Thüringens seit über 30 Jahren!
Der Brauereiriese Oettinger plant den Ausstieg aus der Flaschenproduktion und will deshalb noch in diesem Jahr seinen thüringischen und einzigen ostdeutschen Standort in Gotha schließen. Darüber wurde die Belegschaft gestern in einer Arbeitssitzung informiert. 196 Beschäftigte dürften ihren Job verlieren. Nur 24 können bleiben.
Ministerpräsident Bodo Ramelov (66, links) zeigte sich geschockt. Der Abgeordnete: „Dieser Vorgang ist skandalös und wird damit begründet, dass komplett auf Einmalnutzung umgestellt werden muss, weil sich Mehrfachnutzung angeblich nicht mehr lohnt.
Nach der Fusion wurde das Unternehmen vom Vertrauen eines westlichen Unternehmens betrogen, war jahrelang sehr effizient und wird nun einfach rausgeschmissen.“
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Scharfe Kritik kommt auch von Union Food, Genuss und Restaurant (NGG). Die Oettinger Brauerei ist konkurrenzfähig, daher ist die Schließung nicht nachvollziehbar und dürfte eher auf schlechtes Management zurückzuführen sein. Auch für die Umwelt ist es schädlich, mehr Bier in Dosen statt in Mehrwegflaschen zu verkaufen.
Hintergrund: Allein im vergangenen Jahr investierte der Konzern rund 2,5 Mio. Euro in eine neue Dosenanlage und in die Renovierung von Lagerhallen. Jährlich werden 1,4 Millionen Hektoliter produziert. 40 Prozent sind Pilsbiere, 20 Prozent Exportbiere, 20 Prozent Weizenbiere und 20 Prozent Biermischgetränke, Softbiere und Softdrinks.
Klosterbrauerei Mallersdorf Sie ist die letzte Bierbrauerin der Welt!
Quelle: FOTO 09.02.2021
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