Deutschland Robert Habeck
„Die Frage ist nicht, woher unser Gas kommt, sondern wie das Gas ins Land kommt“
Ab: 8:25 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Habek beantwortet Fragen von Bürgern zur Energiekrise
Die Strom- und Gaspreise steigen und die öffentliche Unzufriedenheit wächst. Sehen Sie hier ein öffentliches Gespräch mit Wirtschaftsminister Robert Habeck beim „Tag der offenen Tür der Bundesregierung“ in Berlin.
Hier können Sie sich unsere WELT-Podcasts anhören
Zur Anzeige eingebetteter Inhalte ist Ihre widerrufliche Einwilligung zur Übermittlung und Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung benötigen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Durch Einschalten des Schalters erklären Sie sich damit einverstanden (jederzeit widerrufbar). Dies umfasst auch Ihre Zustimmung zur Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten an Drittländer, einschließlich der USA, gemäß Artikel 49 (1) (a) der DSGVO. Hier finden Sie weitere Informationen dazu. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit über den Schalter und über den Datenschutz unten auf der Seite widerrufen.
Wirtschaftsminister Habeck betont, dass deutsche Unternehmen genügend Flüssiggas auf dem Weltmarkt eingelagert haben. Das Problem ist vielmehr die fehlende Infrastruktur, um das Gas ins Land zu bringen.
Wirtschaftsminister Robert Habeck widersprach der Behauptung, Deutschland könne auf dem Weltmarkt nicht genug verflüssigtes Erdgas finden. Das Problem in Deutschland sei die fehlende Infrastruktur, um verflüssigtes Erdgas (LNG) als Alternative zu russischem Gas zu nutzen, sagte Habeck am Montag im ZDF-Interview.
Daher werden an der deutschen Küste LNG-Verladeterminals gebaut. „Aber es gibt Gas für sie.“ Die Unternehmen würden genug Gas auf dem Weltmarkt kaufen. „Es geht gar nicht darum, woher unser Gas kommt. Aber wie gelangt das Gas ins Land“, fügte er hinzu. Habek ist derzeit mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Kanada, wo die beiden eine engere Zusammenarbeit im Energiebereich prüfen. Als schneller Lieferant von LNG-Gas dürfte Kanada jedoch kaum zur Verfügung stehen.
Dennoch will Scholz die Zusammenarbeit mit Kanada, dem zweitgrößten Rohstoffland der Welt, deutlich ausbauen. „Das Land hat ähnlich reiche natürliche Ressourcen wie Russland – der Unterschied besteht darin, dass es eine verlässliche Demokratie ist“, sagte er nach seiner Ankunft in Montreal. „Das eröffnet neue Felder für Kooperationen. Gerade beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft wollen wir eng zusammenarbeiten.“ Nach der Ankunft in Montreal traf sich Scholz mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau zum Abendessen. Für Montag sind weitere politische Gespräche zwischen den beiden geplant.
Kanada wird Wasserstoff, LPG und Mineralien liefern
Während des Besuchs soll eine Vereinbarung über eine engere Zusammenarbeit bei der Produktion und dem Transport von Wasserstoff unterzeichnet werden. Es geht aber auch um die Lieferung von verflüssigtem Erdgas (LNG) nach Deutschland und den Abbau von Mineralien und Metallen wie Nickel, Kobalt, Lithium und Graphit, die in Kanada verfügbar und für die Batterieproduktion wichtig sind.
„Uns steht natürlich noch ein sehr kritischer Winter bevor“, betonte Habeck. Eine vollständige Gasspeicherung schafft mehr Sicherheit, aber Russland könnte sein Angebot weiter reduzieren. Daher sollte viel Aufwand betrieben werden, um 20 Prozent des Gasverbrauchs einzusparen, damit es nicht zu einer Gaskrise kommt. Abhilfe soll hier eine Verordnung schaffen, die ab dem 1. September Energieeinsparanforderungen für öffentliche Gebäude und Ladenlokale vorsieht. Es sei „auf den letzten Metern“, sagte Habeck.
auch lesen
Städte in der Energiekrise
Bei den Entlastungsmaßnahmen sprach sich der Wirtschafts- und Klimaminister erneut dafür aus, dass Menschen mit geringem Einkommen stärker entlastet werden sollten als Menschen mit hohem Einkommen. “Da müssen wir helfen”, sagte er, auch mit Blick auf die von FDP-Finanzminister Christian Lindner gewünschte Anpassung der Steuersätze an die Inflation.
Add Comment