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“Ich verstehe die Kritik nicht”: DIW-Chef Fratzscher stimmt Habeck zu

„Ich verstehe die Kritik nicht“, stimmt DIW-Chef Fratzscher Habeck zu

08.09.2022 01:52 Uhr

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck erntete für seinen Auftritt in einer Talkshow viel Kritik, einige Medien warfen dem Grünen-Politiker Ignoranz und Amtsuntauglichkeit vor. Aber Habecks Aussagen seien vollkommen richtig, sagt DIW-Chef Marcel Fratscher.

Volkswirt Marcel Fratscher hat Wirtschaftsminister Robert Habeck gegen Vorwürfe verteidigt, er habe seine Rede in einer Talkshow über die Pleitegefahr in der Energiekrise übereilt gehalten. „Ich verstehe die Kritik an den Äußerungen von Wirtschaftsminister Habeck zu den Insolvenzen nicht, weil sie richtig sind“, schrieb der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auf Twitter.

Auf die Frage, ob er Ende dieses Winters mit einer Insolvenzwelle rechne, antwortete Habeck am Dienstagabend in der ARD-Sendung „Meischberger“: „Nein, das tue ich nicht. Ich kann mir vorstellen, dass einige Branchen die Produktion einfach eine Weile einstellen.“ Als Beispiele nannte Habeck Floristen, Reformhäuser und Bäckereien, weil sie „auf das Geld der Menschen angewiesen sind“. „Dann sind sie nicht automatisch zahlungsunfähig, aber sie verkaufen vielleicht nicht mehr“, sagt Habeck. Das hatte ihm den Vorwurf eingebracht, ahnungslos zu sein.

Fratzscher nannte zwei Beispiele dafür, wann Unternehmen nicht produzieren können, ohne zwangsläufig bankrott zu gehen. „Einige Hotels werden im Winter aufgrund fehlender Kunden schließen müssen (viele Menschen werden weniger reisen, da sie höhere Kosten für ihre Grundversorgung haben) und die Kosten werden erheblich steigen (z. B. Energie). Vorübergehende Schließungen sind in der Branche keine Seltenheit“, schrieb er. Und weiter: „Bei Gasknappheit werden etliche energieintensive Betriebe gezwungen sein, die Produktion einzustellen. Das kann der Staat nur, wenn er die Betriebe so weit entschädigt, dass sie in Zukunft wieder öffnen können.“ “

Daher ist das, was Habek gesagt hat, richtig. „Man kann ihm nur vorwerfen, dass er nicht über die staatlichen Maßnahmen spricht, die in solchen Fällen in Kraft treten. Aber angesichts der aktuellen Unsicherheit ist es durchaus vernünftig, dies nicht zu tun“, schreibt Fratzcher.