Veröffentlicht8. September 2022, 04:30 Uhr
Sinkende Strompreise: Trotz Kostenexplosion im Jahr 2023 senken diese beiden Gemeinden die Strompreise
Strom wird in fast allen Gemeinden der Schweiz teurer. Nur in zwei Siedlungen zahlen die Bewohner bald weniger für Strom. Wie ist es möglich?
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In fast allen Kommunen wird der Strompreis um durchschnittlich 27 Prozent steigen. Ausnahme sind zwei Gemeinden in Bern, wo der Strompreis sogar sinkt. Das Bild zeigt die Gemeinde Lütschental, wo der Stromtarif 2023 um zwei Prozent sinkt.
Wasserkraftwerk Jungfraubahn
Auch die Nachbargemeinde Gundlishvand muss weniger zahlen.
Bildschirmfoto/Google Maps
Stromlieferant ist das Wasserkraftwerk der Jungfraubahn. Damit wird vor allem im Sommer genug Strom produziert, um die beiden Gemeinden mit insgesamt 496 Einwohnern zu versorgen.
Wasserkraftwerk Jungfraubahn
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In fast allen Kommunen wird der Strompreis um durchschnittlich 27 Prozent steigen. Ausnahme sind zwei Gemeinden in Bern, wo der Strompreis sogar sinkt.
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Der Hauptgrund ist, dass die Gemeinden über ein eigenes Wasserkraftwerk verfügen, die Jungfraubahn Power Station.
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Ein Experte erklärt, warum andere Kommunen nicht bald weniger Strom zahlen.
Die Strompreise steigen in fast allen der 2.148 Gemeinden stark an, teilweise um mehr als 280 Prozent. Nur zwei Gemeinden bleiben verschont: Während der Stromtarif in Grindelwald gleich bleibt, müssen die Einwohner von Gundlischwand und Lütschental noch weniger pro Kilowattstunde bezahlen. Auch wenn es nur knapp ein halber Cent pro kWh ist – wie ist das zu erklären?
Der Hauptgrund ist, dass die Gemeinden über ein eigenes Wasserkraftwerk verfügen, die Jungfraubahn Power Station. Damit wird vor allem im Sommer genug Strom produziert, um die beiden Gemeinden mit insgesamt 496 Einwohnern zu versorgen. Gemäss Mediensprecherin Catherine Nagelli muss das Kraftwerk auch ausserhalb des Sommers Strom zukaufen. «Aber unsere Einkaufskosten werden frühestens 2024 steigen, weil wir langfristige Verträge mit unseren Stromlieferanten haben», sagt Nagelli.
Gleichen Sie die hohen Grundgebühren aus
Der Mediensprecher erklärt, dass das Kraftwerk im nächsten Jahr sogar Kosten sparen könnte: „Die Jungfraubahnen haben gemerkt, dass die Grundgebühr im Vergleich zu den umliegenden Netzen recht hoch ist. Diese wird daher bis zum 1. Januar 2023 reduziert. » Die günstige Stromversorgung der beiden kleinen Berner Oberländer Gemeinden ist somit dank eigenem Kraftwerk und langfristiger Einkaufsplanung möglich.
Susanne Gerch, Bürgermeisterin von Gundlishvand, freut sich über sinkende Strompreise. „Es ist sehr erfreulich, dass Strom billiger wird. Vor allem, weil wir unser gesamtes Wasser nur mit Pumpen in die Gemeinde bringen und verteilen können.“ Diese Pumpen verbrauchten viel Strom. Es ist auch ein Kompromiss, wenn auch nur ein kleiner, sagt Gerch.
Ihre Freude teilt auch der Bürgermeister der Nachbargemeinde Luchental. Man sei erleichtert, dass die Strompreise nicht gestiegen seien, sagt Hansruedi Burgener auf eine Frage von 20 Minuten.
Die Unabhängigkeit vom Strommarkt bringt Preissicherheit
Aber warum können nur zwei der 2148 Schweizer Gemeinden die Stromtarife senken? „Viele Stadtwerke beziehen den Großteil ihres Stroms von der Leipziger Strombörse. Strom, der beispielsweise aus Kohle- oder Atomkraftwerken stammt, wird häufig mit Papierzertifikaten in Wasserkraft umgewandelt. Wenn die Strompreise am Markt steigen, spürt das der Kunde entsprechend», sagt Felix Nipkov, Energieexperte der Stiftung Energie Schweiz.
Stadtwerke wie das Wasserkraftwerk Jungfraubahn, die ihren eigenen Strom erzeugen, seien unabhängig vom Markt und daher nicht von den Schwankungen der Strombörse betroffen, sagt Nipkow. Solche Fälle sind jedoch nicht die Regel und ein weiterer Ausbau der dezentralen Wasserkraft ist schwierig. „Das Potenzial der Wasserkraft ist weitgehend ausgeschöpft. Solar- und Windanlagen hingegen bieten viel Potenzial. Gerade Photovoltaikanlagen können schnell installiert und in Betrieb genommen werden, was für den kommenden Winter sinnvoll wäre.“
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