Germany

Immer mehr Bundesländer stellen das 9-Euro-Ticket infrage

Immer mehr Bundesländer distanzieren sich von den Plänen der Regierung, ab Juni für drei Monate ein 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr einzuführen. Nach Bayern und Bremen betonte Thüringen am Dienstag, dass es am Freitag noch keine Einigung mit dem Bundesrat erzielen könne. Die Verhandlungen seien noch im Gange, eine Entscheidung werde voraussichtlich kurz vorher fallen, also am Donnerstagabend oder Freitagmorgen, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag. Am Donnerstag tagt der Haushaltsausschuss des Bundestages.

Eine Sprecherin des Thüringer Verkehrsministeriums nannte die erwarteten 33 Millionen Euro Bundesmittel für Thüringen „nicht ausreichend, um die Einbußen auszugleichen“. Das entspricht dem Anteil des Freistaats an den insgesamt 2,5 Milliarden Euro, die das Bundesverkehrsministerium zugesagt hat. Zudem drängt Thüringen auf eine Aufstockung sogenannter Regionalisierungsmittel des Bundes zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Thüringen erhält nach aktueller Planung 337 Millionen Euro vom Bund und investiert laut einer Studie der FAZ rund 76 Millionen Euro in den öffentlichen Nahverkehr. Auch Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben erhebliche Zweifel geäußert. Zusammen haben diese fünf Länder 20 von 69 Stimmen. Sie können das Projekt am Freitag nicht blockieren.





















“Es ist nicht klug, ein Scheitern zu riskieren”

Der SPD-Abgeordnete Detlef Müller forderte die Länder zur Zustimmung auf. „Dann kann der Ticketverkauf am Montag starten“, sagte er. Er weiß, dass die Länder strukturell mehr Mittel für den öffentlichen Nahverkehr brauchen. „Aber es ist im Moment nicht sinnvoll, mit taktischen Spielchen zu riskieren, dass das Ticket bis zum Ende scheitert.“


Allerdings sind Forderungen nach mehr finanzieller Unterstützung weit verbreitet. Viele Länder befürchten, dass sie nach der dreimonatigen Rabattaktion gegen Aufpreis gesperrt werden. Der Ticketpreis von 9 Euro im Monat entspricht vielerorts nur einem Zehntel der sonstigen Kosten.

Auch die Verkehrsverbände forderten eine weitere Steigerung der Regionalisierung, die im Koalitionsvertrag auch ausdrücklich erwähnt wurde: „Die Bundesregierung muss anerkennen, dass viele Menschen auf den ÖPNV umsteigen, um die eigenen Spritkosten zu sparen.“ Busse und Bahnen tanken schnell.“ Er verwies auf „die wichtigsten Ziele der Verkehrspolitik in Deutschland“. „Dann müssen die Unternehmen Busse und Bahnen reduzieren.“

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