In der Region Lienz waren zum 30. Juni 511 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 223 weniger als im Juni 2021. In Tirol herrscht praktisch Vollbeschäftigung.
Vom Arbeitsmarkt in Tirol gibt es Positives zu berichten. Am 30. Juni 2022 waren in Tirol 10.806 Arbeitslose gemeldet. Dies ist der niedrigste Juniwert seit 2001. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 4724 Personen weniger (minus 30,4 %). Österreichweit betrug der Rückgang der Arbeitslosigkeit minus 20,8 % bei insgesamt 228.908 Arbeitslosen. In Osttirol betrug der Rückgang von 511 gemeldeten Arbeitslosen 30,4 Prozent.
„Wir haben in Tirol Vollbeschäftigung. Damit ist ein wesentliches Ziel der österreichischen Arbeitsmarktpolitik erreicht. Noch nie haben zu dieser Jahreszeit so viele Menschen in Tirol gearbeitet wie heute. Mit Beginn der Sommersaison wird die Auslastung in den kommenden Wochen noch weiter steigen. Trotz geopolitischer Unsicherheit boomt die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit ist sehr gering und die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt stetig ab. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist diesbezüglich sehr positiv“, erklärt Alfred Lercher, Landesgeschäftsführer des AMS Tirol.
Gleichzeitig bedeutet die Vollbeschäftigung auch, dass die Rekrutierung für viele Unternehmen in Tirol sehr schwierig ist und Engpässe auch für vollbeschäftigte Mitarbeiter immer mehr zum Problem werden. „Außerdem sehen wir einen leichten Abwärtstrend bei den Arbeitszeiten in allen Altersgruppen und erwarten, dass die Bevölkerung im Haupterwerbsalter (20 bis 64) in den nächsten 15 Jahren um etwa 2.000 Personen pro Jahr zurückgehen wird.“ Wir gehen daher davon aus, dass dieser demografische Wandel den Arbeitskräftemangel in Tirol vor allem in der Hochsaison ernsthaft verschärfen wird“, so Lercher.
Mit 11.880 offenen Stellen und sofort verfügbaren Stellen in Tirol ist der Arbeitskräftemangel nach wie vor sehr groß und alle Branchen sind betroffen. „Die Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern haben sich in den letzten Monaten umgekehrt. Daher steigen die Berufschancen unabhängig von beruflichen Anforderungen auch für Menschen, die durch Alter, Herkunft, Geschlecht oder Behinderung benachteiligt sind. Der auch demografisch bedingte Mangel verschärft den Wettbewerb um Arbeitskräfte innerhalb und zwischen den Branchen und führt zu einer Neuordnung des Arbeitsmarktes“, informierte der Leiter des AMS.
Text: Redaktion, Foto: AdobeStock/Robert Kneschke
01. Juli 2022 um 11:30 Uhr
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