Stand: 01.09.2022 13:54
Ein Team von Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist im Kernkraftwerk Zaporizhzhia in der Ukraine eingetroffen. Aufgrund der Schlägerei wurden die Experten für mehrere Stunden festgehalten.
Die IAEA-Mission mit Nuklearexperten traf mit mehrstündiger Verspätung im Kernkraftwerk Zaporizhia in der Ukraine ein. Das Team wurde aus Sicherheitsgründen festgenommen. Nach ukrainischen Angaben feuerten russische Truppen Granatwerfer und Raketen auf der Strecke von Saporoschje zum Kernkraftwerk nahe der Stadt Enerhodar ab.
IAEO-Experten beginnen mit der Inspektion des ukrainischen Kernkraftwerks Saporoschje
Jens Eberl, WDR, Tagesschau 15:00 Uhr 1. September 2022
Der Chef der IAEO, Raphael Grossi, kündigte beim Verlassen von Saporischschja an, dass die Mission nicht gestoppt werden könne. Sie wird das Kraftwerk besichtigen und mit den Mitarbeitern sprechen.
Wir sind uns der Situation bewusst. Es gibt verstärkte militärische Aktivitäten. Ich wurde vom Kommandanten der ukrainischen Armee darüber und die Risiken informiert, aber wir haben die Vor- und Nachteile abgewogen und sind zu diesem Ergebnis gekommen. Wir hören nicht auf.
Das russische Verteidigungsministerium wies die Vorwürfe der Ukraine zurück. Sie beschuldigte die ukrainische Armee, den Treffpunkt der IAEA-Mission in der Nähe des Atomkraftwerks mit Artillerie beschossen zu haben. Auch ukrainische Truppen versuchten, das Kernkraftwerk anzugreifen. Aber sie wurden festgenommen.
Die IAEO will den Zustand des Atomkraftwerks überprüfen
Das IAEA-Team traf am Mittwoch in der Stadt Saporischschja ein, rund 70 Kilometer vom gleichnamigen Kraftwerk entfernt. Sie will untersuchen, inwieweit das Atomkraftwerk durch die Kämpfe zwischen ukrainischen und russischen Truppen in der Gegend bedroht ist. Außerdem müssen Nuklearexperten den Zustand der Anlage mit ihren sechs Reaktoren prüfen, unter welchen Bedingungen das ukrainische Betriebsteam arbeitet und ob noch sämtliches Nuklearmaterial vorhanden ist.
Ein weiterer Reaktor wurde abgeschaltet
Die Atombehörde der Ukraine teilte heute Morgen mit, dass einer der beiden noch in Betrieb befindlichen Reaktoren durch russisches Feuer abgeschaltet worden sei. Die Sicherheitsabschaltung wurde aktiviert, heißt es in einer Nachricht in der Messaging-App von Telegram. Der verbleibende Reaktor ist jedoch in Betrieb und versorgt das Kraftwerk mit Strom.
Beide Seiten haben sich wiederholt gegenseitig vorgeworfen, für den Beschuss verantwortlich zu sein. Die Stadt Saporischschja wird seit März von der Ukraine kontrolliert, das Atomkraftwerk von russischen Truppen. Das größte Kernkraftwerk Europas wird jedoch von ukrainischen Technikern geleitet.
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