1. September 2022 um 15:15 Uhr
Lambertussee bei Kalkum: Ein 14-Jähriger ist bei einem Badeunfall in Düsseldorf ertrunken
Lambertussee in Kalkum.
Foto: Julia Brabeck
Düsseldorf Update Ein 14-jähriger Junge ist am Mittwoch bei einem Badeunfall im Lambertussee in Düsseldorf-Kalkum gestorben. Taucher der Feuerwehr konnten ihn nur noch tot retten.
Tragischer Unfall in Düsseldorf-Kalkum: Am Mittwoch ist ein junger Mann in einem See ertrunken. Nach Angaben der Feuerwehr kam der Notruf am Mittwoch kurz nach 14 Uhr. Ein 14-jähriger Junge ist im Lambertussee verschwunden. Etwa anderthalb Stunden später war es traurige Gewissheit: Der Junge ertrank.
Nach Angaben der Feuerwehr schwamm der Teenager mit einem Freund im See in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens. Plötzlich war er weg. Der andere Junge eilte zum Ufer und suchte nach einem Handy. Die dortigen Erwachsenen würden dann die Feuerwehr alarmieren.
Dies dauerte jedoch einige Zeit. „Als wir kurz nach der Alarmierung in der Alten Kalkumer Straße ankamen, soll der Junge seit 30 Minuten vermisst gewesen sein“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Dann trafen die Taucherstaffeln aus Düsseldorf und Duisburg ein. Die Polizei setzte einen Hubschrauber ein.
Das Baden im See ist verboten.
Foto: Julia Brabeck
Einsatzkräfte suchten den vermissten Schwimmer im Westteil des Sees – wo der 14-Jährige zuletzt gesehen wurde – mit Booten, Tauchern, Sonar und der Wärmebildkamera des Polizeihubschraubers.
So wird ein Mensch vor dem Ertrinken gerettet
Die Suche habe anderthalb Stunden gedauert, danach sei der Junge etwa 20 Meter vom Ufer entfernt gefunden worden, sagte der Sprecher. „Trotz aller Bemühungen der Retter konnte der Notarzt vor Ort nur den Tod des jungen Mannes feststellen.
Der Freund des Verstorbenen wurde zunächst von einem Notpfarrer behandelt und anschließend ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei hat Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen. Ein Polizeisprecher sagte, es bestehe kein Verdacht auf Fremdverschulden.
Der Lambertussee ist das größte der drei Nachbargewässer in Kaiserswerth und Kalkum. Es liegt zwischen der Umgehungsstraße B8n und der Zeppenheimer Straße. Er ist nur über Fuß-, Rad- und Reitwege zu erreichen – allerdings nach 150 Metern. Dort ist das Baden verboten und dies wird auch auf großen Schildern an den Zufahrtsstraßen vermerkt.
Das Verbot hat zwei Gründe. Nach dem Landeswassergesetz ist das Baden in künstlichen Stauseen automatisch ausgeschlossen. Als Gefahren für Grubenteiche werden Unterströmungen, Wirbel, plötzliche Änderungen der Wassertiefe und plötzliche Änderungen der Wassertemperatur genannt. Zudem ist das Baden im Lambertussee verboten, weil im Grundwasser rund um den Flughafen deutlich überhöhte Werte der Chemikalie PFT festgestellt wurden.
„Allerdings werden die Verbote seit vielen Jahren nicht mehr eingehalten. Der Lambertussee ist vor allem bei jungen Leuten ein beliebter Treffpunkt, viele gehen dann ans Wasser“, sagt Guido Hoffmann, der am See einen Reitstall betreibt. Bei schönem Wetter ist Baden angesagt. Sportler würden auch den ganzen See durchschwimmen. „Zumindest haben einige von ihnen eine Boje dabei“, sagt Hoffman. Er kann sich nicht erinnern, dass jemand im Lambertussee ertrunken wäre.
Zäune und steile Böschungen sollen den Zugang zum Wasser mit den kleinen Sandstränden verhindern. Aber vielerorts ist der Zaun umgefallen oder zertrampelt. An diesen Stellen führen teilweise sehr breite Fußwege zum Ufer, wo bereits am Tag nach dem Unglück mehrere Menschen auf Decken lagen.
Kennst du schon unseren Düsseldorfer Rhein Podcast Level?
Diesmal: Welche Düsseldorfer Kneipen boykottieren die Katar-WM? Welche Annehmlichkeiten kann sich die Stadt wegen leerer Kassen bald nicht mehr leisten? Und bekommt die Graf-Adolf-Straße bald zwei Autospuren? Hör zu:
Generell gilt in Düsseldorf: Baden ist unter Aufsicht erlaubt. In der Landeshauptstadt ist dies nur am Unterbacher See mit seinem Nord- und Südstrand der Fall. Für alle anderen Steinbruchtalsperren gilt ein Badeverbot. Diese sind:
- Die Angermunder Baggerseen westlich und östlich des Heiderwegs
- Suitbertussee
- Fliednersee
- Lambertussee
- See des Lichtenbroicher Steinbruchs am Flughafen
- Südparksee
- Unisee
- Elbsee Süd und Nord
Die Feuerwehr, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Stadt fordern, niemals bei zu großer Hitze zu schwimmen und vorher keinen Alkohol zu trinken. Außerdem sollte der Magen weder voll noch ganz leer sein. „Auch geübte Schwimmer können Probleme mit Sog bekommen“, sagt die DLRG, die Wasserwacht und Wasserschutzpolizei. Generell sollten Eltern ihre Kinder im und außerhalb des Wassers immer beaufsichtigen.
(csr/brab)
Add Comment